„Wir sind überzeugt, dass ihm das den Toursieg ermöglichen wird“: Visma zuversichtlich, dass ein Giro-Debüt Vingegaards Chancen gegen Pogacar im Juli erhöht

Radsport
Sonntag, 15 März 2026 um 7:00
TadejPogacar_JonasVingegaard (3)
Jonas Vingegaard dominiert in Frankreich in dieser Woche nach Belieben. Der 29-jährige Star von Team Visma | Lease a Bike führt bei Paris–Nice mit gewaltigen drei Minuten und 22 Sekunden vor dem Kolumbianer Daniel Felipe Martínez. Auch wenn das nicht sein ursprünglicher Frühlingsplan war, zeigt die erzwungene Planänderung: Der dänische Kletterer ist zurück auf absolutem Topniveau.
Vingegaard wollte seine Saison eigentlich bei der UAE Tour gegen Isaac Del Toro und Remco Evenepoel eröffnen. Hingegen zwangen ihn Sturz und Krankheit zu einer Umplanung. So landete er bei Paris–Nice, wo er derzeit in einer eigenen Liga fährt. Sportdirektor Marc Reef betonte, dass diese Dominanz kein Zufall sei.
„Er war schon nach dem Winter in guter Verfassung. Natürlich gab es einen kleinen Rückschlag, aber wir haben auch das Programm geändert. Darauf konnten wir hinarbeiten. Er fühlt sich ein bisschen wie vor zwei Jahren, vor seinem Sturz. Letztes Jahr lief nicht alles wie erhofft, aber körperlich fühlt er sich wie gewohnt“, sagte er dem Journalisten Daniel Benson.

Der Giro d’Italia und der Tour-de-France-Traum

Ein Sieg beim „Rennen zur Sonne“ wäre stark, ist für Vingegaard aber nur ein Zwischenschritt zu den großen Jahreszielen. Im Mai bestreitet er erstmals den Giro d’Italia, mit dem klaren Anspruch auf Rosa und die Komplettierung seiner Grand-Tour-Sammlung. Wichtiger noch: Das Team ist überzeugt, dass die anspruchsvolle Rundfahrt ihn tatsächlich auf den Tour-de-France-Sieg gegen Tadej Pogacar im Juli vorbereitet.
„Wir glauben fest daran, dass ihn das in die Position bringt, die Tour zu gewinnen“, erklärte Reef. „Wir wissen, was wir in den vergangenen zwei Jahren gesehen haben, und das bedeutete, dass wir etwas Neues probieren mussten. Aus der Tour–Vuelta-Kombination haben wir mitgenommen, dass er nach einer Grand Tour sehr stark ist, in der Vuelta sogar noch stärker. Wenn wir hier mit einem soliden Frühjahr gut vorbereiten, kann er bei der Tour ein sehr hohes Niveau erreichen und gegen Pogacar bestehen, denn das ist nötig.“
Auch wenn der Giro als Vorbereitung dient, machte Reef klar, dass Vingegaard nach Italien fährt, um zu gewinnen. „In dieser Ära hat das nur Pogacar geschafft. Wir sind bereit für die Herausforderung. Als wir 2023 drei Grand Tours gewinnen wollten, fragten wir uns: ‚Ist das nicht zu groß? Ist das überhaupt möglich?‘ Aber wir sind es angegangen. Es ist gut, groß zu träumen, aber auch einen Plan zu haben und an etwas zu glauben.“
Jonas Vingegaard auf dem Podium nach seinem Sieg auf Etappe 4 von Paris–Nice
Jonas Vingegaard auf dem Podium nach dem Gewinn der 4. Etappe von Paris–Nice

Neuer Coach und Gelassenheit bei Gerüchten

Eine weitere große Veränderung betrifft Vingegaards Training. Sein langjähriger Coach Tim Heemskerk ist gegangen, Mathieu Heijboer übernimmt. Reef glaubt, dass dieser Wechsel genau das sein könnte, was der Däne jetzt braucht.
„Mathieu hält nicht zurück, er fordert“, so Reef. „Das kann eine positive Veränderung bewirken. Wir werden sehen. Schade, dass Tim gegangen ist. Über acht Jahre haben Tim und Jonas etwas aufgebaut, aber vielleicht ist ein Wechsel gut. Er kann Neues bringen.“
Zum Schluss reagierte Reef auf wilde Gerüchte dieser Woche. Berichte spekulierten über einen Wechsel Vingegaards zu INEOS Grenadiers, andere über einen frühen Rücktritt, wie ihn Tadej Pogacar in der Vergangenheit thematisiert hat. Der Sportdirektor erteilte dem eine klare Absage.
„Aktuell nicht. Er hat Freude an dem, was er tut, und das ist das Wichtigste. Das sieht man auch, und das spüren wir“, schloss er.
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