Wer kann sich Richard Carapaz leisten? Transfermarkt-Optionen, während Spekulationen über einen Abschied von EF aufkommen

Radsport
Dienstag, 18 August 2026 um 18:00
Richard Carapaz Tour de Francia
Gerüchte über einen möglichen Teamwechsel von Richard Carapaz gewinnen im Peloton erneut an Fahrt. Johan Bruyneel behauptet, der Ecuadorianer werde EF Education-EasyPost zum Saisonende verlassen, obwohl die bekannte Vertragssituation dagegen spricht. Daniel Benson, ein Spezialist für den Transfermarkt, beleuchtet seine Zukunft im Detail.
Laut dem Agenten des Olympiasiegers liegt derzeit kein Angebot für einen Teamwechsel von Carapaz vor. Zudem steht er bei EF Education-EasyPost bis Ende 2028 unter Vertrag.
Das heißt nicht zwingend, dass die Berichte über seine Zukunft falsch sind, denn die jüngsten Transferperioden zeigen: Verträge können bei einem ausreichend starken finanziellen Angebot aufgelöst werden.

Wer sich Carapaz leisten könnte

Das Haupthindernis wäre finanzieller Natur. Carapaz verdient aktuell rund 2,5–2,8 Millionen Euro pro Saison, daher müsste jedes interessierte Team diese Konditionen verbessern – über ein höheres Grundgehalt oder eine besonders attraktive Bonusstruktur.
Das reduziert die Zahl der möglichen Ziele deutlich. Zu den Teams mit der finanziellen und sportlichen Kapazität für einen Schritt dieser Größenordnung zählen UAE Team Emirates-XRG, Team Visma | Lease a Bike, Decathlon CMA CGM, Lidl-Trek, Netcompany, Red Bull-BORA-hansgrohe und XDS Astana.
Doch die Kosten tragen zu können heißt nicht, dass alle tatsächlich am Ecuadorianer interessiert sind. Ein weiterer entscheidender Faktor: EF Education-EasyPost müsste für die Auflösung eines bis 2028 laufenden Vertrags entschädigt werden.
Ein Zweijahresvertrag entspräche fünf bis sechs Millionen Euro an Gehalt, zuzüglich einer möglichen Ablöse. Diese könnte bei etwa zwei Millionen Euro liegen – oder höher, falls EF eine Kompensation für einen wesentlichen Teil der Restlaufzeit verlangt.
In diesem Szenario lägen die Gesamtkosten zwischen sechs und zwölf Millionen Euro – eine außergewöhnliche Investition für einen Fahrer, der nächstes Jahr 34 wird.

Das Problem für EF Education-EasyPost

Auch das Timing wäre entscheidend. Sollte ein Team mit einem unwiderstehlichen Angebot kommen und EF Education-EasyPost überzeugen, bliebe der US-Equipe kaum Zeit, einen verlässlichen Ersatz zu finden.
Carapaz ist nicht nur einer der Führungskräfte des Teams: Er ist auch eine zentrale Quelle für Siege und UCI-Punkte. Sein Verlust zu diesem Zeitpunkt der Saison könnte EFs sportliche Ziele für 2027 ernsthaft gefährden.
So verlockend ein hoher Geldbetrag für die US-Struktur aussehen mag, bleibt die Frage, wie ein Fahrer seiner Klasse sofort ersetzt werden könnte.
Richard Carapaz, Tour de France
Richard Carapaz bei der Tour de France

La Vuelta a España könnte entscheidend werden

Die Gerüchte scheinen jedenfalls nicht aus dem Nichts zu kommen. Die Möglichkeit eines Teamwechsels von Carapaz tauchte bereits in der vergangenen Saison auf, als mehrere Mannschaften seine Situation abklopften. Konkretes entstand daraus nicht, doch das Interesse am Ecuadorianer ist geblieben.
Nun richtet sich der Blick auf die La Vuelta a España. Ein starkes Ergebnis, insbesondere ein Podium bei der Spanien-Rundfahrt, könnte die Lage deutlich verschieben.
Form auf diesem Niveau würde den Marktwert von Carapaz weiter erhöhen und ein Team dazu verleiten, finanziell außergewöhnlich zuzulegen, um sich seine Dienste zu sichern.
Jüngste Marktbewegungen zeigen, dass solche Operationen möglich sind. Remco Evenepoel, Derek Gee, Juan Ayuso und Cian Uijtdebroeks wechselten in der zweiten Jahreshälfte mit hohem Impact, was beweist: Liegt genug Geld auf dem Tisch, werden selbst langfristige Verträge verhandelbar.
Derzeit ist kein Angebot für Carapaz bekannt, und sein Vertrag mit EF Education-EasyPost läuft bis 2028. Doch die Gerüchte kursieren bereits im Peloton, und die Lage könnte sich nach der Vuelta rasch ändern.
Zeigt der Ecuadorianer erneut, dass er in einer Grand Tour um die Spitzenplätze kämpfen kann, wäre es keine Überraschung, ein Team mit geöffnetem Scheckbuch zu sehen. Und im heutigen Radsport scheint bei entsprechend großer finanzieller Offerte kaum ein Fahrer völlig unantastbar.
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