„Wenn du an dich glaubst und weißt, dass du der Beste bist…“ – Slowenische Größe würdigt Tadej Pogacars Mailand–Sanremo-Sieg als Sieg des Kopfes

Radsport
Dienstag, 24 März 2026 um 12:00
Tadej Pogacar
Tadej Pogacars Sieg bei Mailand–Sanremo wurde bereits mit Taktik, Chaos und schierer Kraft erklärt. Doch einer der renommiertesten Ex-Profis Sloweniens nennt einen anderen, entscheidenden Faktor.
Im Podcast Tour 202 hob der slowenische Radsport-Größe und frühere Critérium-du-Dauphiné-Sieger Jani Brajkovic die Mentalität hinter Pogacars Comeback nach seinem Sturz vor der Cipressa und dem späteren Triumph in der Via Roma hervor.
Für Brajkovic lag der Schlüssel nicht nur im Sturz oder der Verfolgung zurück ins Feld, sondern darin, wie Pogacar das mental verarbeitete. „Die Beine waren entscheidend. Wenn du an dich glaubst und weißt, dass du der Beste bist, bleibst du ruhiger. Du kennst deine Fähigkeiten, und selbst in solchen Momenten zerbricht dich nichts.“
Diese Ruhe wurde sofort auf die Probe gestellt. Pogacar stürzte am denkbar schlechtesten Punkt, direkt vor dem Anstieg, an dem er attackieren wollte. Wenige Minuten später fuhr er wieder an der Spitze und diktierte das Rennen zu seinen Bedingungen.

Gelassen im Chaos prägt das Comeback

Brajkovic verwies auf die grundsätzliche Haltung, die Pogacar in solchen Situationen handlungsfähig macht, und beschrieb einen Fahrer, der im Rennen keine Niederlage akzeptiert. „Gelassenheit. Beim Radfahren wirft ihn nichts aus der Bahn. Es ist, als wäre er ein Magier, der immer den richtigen Trick parat hat. Er unterschreibt die Niederlage nie, bevor er das Ziel erreicht.“
Diese Mentalität zeigte sich in der schnellen Reset-Phase. Trotz eines Schaltproblems nach dem Sturz kehrte er in die Gruppe zurück und positionierte sich sofort für die entscheidende Phase.
Von dort nahm das Rennen den vertrauten Verlauf. Druck an der Cipressa, Eskalation am Poggio und die siegbringende Attacke, der nur Tom Pidcock folgen konnte.
Tadej Pogacar nimmt den Applaus der Menge nach seinem Sieg bei Mailand–Sanremo 2026 entgegen
Tadej Pogacar nimmt den Applaus der Menge nach seinem Sieg bei Mailand–Sanremo 2026 entgegen

Ein Sieg, geformt durch Glauben ebenso wie durch Stärke

Während die körperliche Leistung breite Aufmerksamkeit erhielt, betonte Brajkovic auch das Umfeld um Pogacar als Schlüsselfaktor. „UAE Team Emirates - XRG ist ein Siegerteam und verfügt über eine enorme Zahl starker Fahrer. Dieser Teamgeist und das Umfeld ermöglichen allen, zu wachsen und besser zu werden.“
In seinen Augen schafft diese Kombination aus innerem Glauben und kollektiver Stärke das Fundament für solche Auftritte. Selbst in einem Rennen, das kurzzeitig außer Kontrolle geriet, konnte Pogacar sich neu behaupten und den Sieg holen.
Brajkovic unterstrich zudem, dass Pogacars Wirkung über Ergebnisse hinausgeht. „Die Resultate sind unglaublich, aber für mich ist nicht das Wichtigste, was er erreicht hat, sondern dass er der Mensch geblieben ist, der er ist. Das zählt mehr als die Ergebnisse.“
In einem Rennen, in dem für einen Moment alles verloren schien, erwies sich diese Haltung als entscheidend. Pogacar hat nicht nur den Sturz weggesteckt. Er fuhr mit Überzeugung hindurch und fand erneut einen Weg zum Sieg.
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