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Vuelta a Espana 2027: Droht am legendären Angliru eine noch brutalere Herausforderung? Schotterpläne sorgen für Aufsehen

Radsport
durch Nic Gayer
The Angliru was last raced in the Vuelta in 2025
Der Angliru gehört zu den berüchtigtsten Anstiegen des internationalen Radsports. Seit seiner ersten Aufnahme in die Vuelta a Espana im Jahr 1999 steht der asturische Berg für gnadenlose Steigungen, spektakuläre Dramen und körperliche Grenzerfahrungen. Vor allem seine Rampen mit mehr als 23 Prozent Steigung haben ihm einen beinahe mythischen Ruf eingebracht. Kaum ein anderer Anstieg verkörpert die brutale Härte einer Grand Tour so eindrucksvoll wie der Angliru.
Bei der Vuelta a Espana 2027 könnte der legendäre Berg erneut eine entscheidende Rolle spielen. Berichten zufolge planen die Organisatoren eine besonders anspruchsvolle Schlusswoche mit zwei Bergankünften in Asturien. Eine Rückkehr zum Angliru gilt dabei als wahrscheinlich. Auch die Lagos de Covadonga und der Gamoniteiru werden als mögliche Etappenziele gehandelt. Offiziell bestätigt ist bislang allerdings keiner dieser Anstiege.

Neue Schotterpassagen könnten den Angliru noch anspruchsvoller machen

Sollten die derzeit diskutierten Pläne tatsächlich umgesetzt werden, könnte die Herausforderung am Angliru 2027 sogar noch größer ausfallen als bei früheren Austragungen. Wie die spanische Sportzeitung AS berichtet, hat Jose Antonio Muniz, ehemaliger Bürgermeister von Riosa und heutiger Präsident der Vereinigung Freunde des Angliru, zwei alternative Zufahrtswege vorgeschlagen. Beide Varianten würden über Schotterpassagen führen, ehe die Fahrer auf den letzten Kilometern zum Gipfel wieder auf die asphaltierte Straße zurückkehren.
Enric Mas auf dem Podium.
Enric Mas sorgte bei der Vuelta a Espana 2026 auf dem Schotteranstieg zum El Bartolo für einen spektakulären Moment. 2027 könnten ähnliche Passagen sogar am legendären Angliru zum Einsatz kommen.
Konkret handelt es sich um zwei bereits existierende Schotterwege von jeweils rund drei Kilometern Länge, die bei Llagos auf die klassische Auffahrt zum Angliru treffen könnten. Von dort wären noch knapp fünf Kilometer bis zum Gipfel zurückzulegen. Die berüchtigten steilen Rampen, die den Anstieg zu einer der gefürchtetsten Herausforderungen im Profiradsport gemacht haben, blieben den Fahrern somit auch bei einer veränderten Streckenführung nicht erspart.

Vuelta-Rennleiter Javier Guillen lässt alternative Streckenführung prüfen

Der Vorschlag wurde bereits Vuelta-Rennleiter Javier Guillen unterbreitet, der eine technische Überprüfung der beiden Varianten zugesagt hat. Dazu soll ein Expertenteam die möglichen Zufahrten genauer untersuchen. Grundsätzlich zeigte sich Guillen offen für neue Ideen, betonte jedoch zugleich, dass Veränderungen an der Streckenführung vor allem den sportlichen Wettbewerb attraktiver machen müssten. Eine bloße Erhöhung des Schwierigkeitsgrades sei dagegen kein ausreichender Grund für eine Anpassung.
Dass Schotterpassagen durchaus für spektakuläre Rennsituationen sorgen können, zeigte bereits die Vuelta a Espana 2026. Damals führte eine Etappe über den unbefestigten Anstieg zum El Bartolo. Dort ereignete sich einer der denkwürdigsten Momente der gesamten Rundfahrt, als Enric Mas den Slowenen Tadej Pogacar auf der Kuppe noch einholte.
Dabei hatte Guillen dem Einsatz von Schotterabschnitten bei der spanischen Grand Tour lange Zeit skeptisch gegenübergestanden. Während die Tour de France und der Giro d'Italia derartige Passagen bereits in ihre Streckenführungen integriert hatten, zögerten die Verantwortlichen der Vuelta zunächst, diesem Beispiel zu folgen.

„Es war ein großer Erfolg“ – Schotterpremiere verändert die Sichtweise

„Ich war nie ein großer Befürworter davon, weil ich immer das Gefühl hatte, dass die Philosophie und der Charakter der Vuelta in eine andere Richtung gehen“, erklärte Guillen im September nach der Etappe zum El Bartolo.
Der Erfolg der Schotterpassage überzeugte den Rennleiter jedoch zumindest davon, dass solche Streckenabschnitte auch bei der Vuelta ihren Reiz haben können. „Aber ich muss Kiko Garcia für seine Beharrlichkeit danken, denn es war ein großer Erfolg.“
Eine grundsätzliche Neuausrichtung der spanischen Grand Tour bedeutet das allerdings nicht. Guillen machte deutlich, dass Schotterpassagen weder zu einem festen noch zu einem regelmäßig wiederkehrenden Bestandteil der Rundfahrt werden sollen. Die positiven Erfahrungen aus dem Jahr 2026 könnten dennoch dazu führen, dass die Organisatoren künftig weitere alternative Streckenführungen in Betracht ziehen.
Ob dazu tatsächlich eine Schottervariante am legendären Angliru gehören wird, dürfte sich spätestens bei der offiziellen Präsentation der Vuelta a Espana 2027 zeigen, die derzeit für Dezember vorgesehen ist. Fest stehen bereits die Rahmendaten der Rundfahrt: Der Startschuss fällt am 4. September in Santiago de Compostela, anschließend führen die ersten vier Etappen durch Galicien. Das große Finale findet am 26. September in Madrid statt.
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