Wir richten den Blick auf die 4. Etappe der
Tour Down Under am 24.01. mit einem geplanten Start um 01:40 Uhr CET und einer Zielankunft gegen 05:40 Uhr CET. Ursprünglich sah das Konzept drei Auffahrten zum Old Willunga Hill vor, doch aufgrund der extremen Hitze wurde die Strecke kurzfristig verändert - und damit rückt ein Sprint um den Tagessieg deutlich in den Fokus.
Die Anpassung öffnet vor allem den endschnellen Fahrern eine neue Möglichkeit, denn statt eines selektiven Profils wartet nun eine Etappe, die klar zugunsten der Sprinter ausgelegt ist.
Flacher Kurs statt Willunga-Anstiege
Das Profil der 4. Etappe
wurde aus Sicherheitsgründen grundlegend überarbeitet. Im Raum Adelaide werden Temperaturen von bis zu 43 Grad erwartet, gleichzeitig herrscht hohe Brandgefahr. Die Organisatoren reagierten darauf und strichen sämtliche Auffahrten zum Old Willunga Hill aus dem Programm.
Der Start erfolgt weiterhin in Brighton, danach führt die Strecke über einen weitgehend flachen Kurs ins Ziel nach Willunga. Das Finale ähnelt damit dem Schlussabschnitt der Frauenetappe und beinhaltet lediglich eine leichte Zielrampe. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag noch kein aktualisiertes offizielles Etappenprofil vor.
Etappe 4: Brighton - Willunga
*Etappenprofil wurde modifiziert
Das Wetter
*Vorherige Karte der 4. Etappe der Tour Down Under 2026
Wie bereits festgehalten, dürfte der Wind trotz seiner Stärke kaum entscheidend ins Gewicht fallen. Auch für morgen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: kräftiger Nordwestwind, der auf den letzten Kilometern und im Ziel in Willunga sogar Rückenwind liefern dürfte.
Der entscheidende Faktor bleibt jedoch die extreme Hitze. Sie macht den Tag für die Fahrer kompliziert und - das muss man klar sagen - potentiell unsicher.
Die Favoriten
Sam Welsford – INEOS hat mit Welsford bereits den wichtigen Etappensieg eingefahren. Nun ergibt sich eine weitere Gelegenheit, allerdings steigt das Finale in Willunga leicht an. Trotz seines heutigen Erfolgs wirkte er dabei nicht ganz frisch. Es erscheint optimistisch zu glauben, dass er im ansteigenden Ziel die schnellsten Konkurrenten distanziert. Wahrscheinlicher ist, dass das Team Sam Watson mehr Freiheiten einräumt - er passt besser zu diesem Finale.
Matthew Brennan – Brennan hat in beiden bisherigen Sprints seine Positionierung verpasst, was klar als Schwäche zu werten ist. Das morgige Finale ist weniger technisch und führt leicht bergauf, wodurch die Bedeutung der perfekten Positionierung etwas abnimmt. Das spielt ihm in die Karten und gibt ihm Raum, seinen Sprint aus einer soliden Ausgangslage zu lancieren. Auf dem Papier bringt Filippo Fiorelli zudem die passenden Qualitäten als Anfahrer für dieses Finish mit.
Tobias Lund Andresen – Im reinen Topspeed ist er etwas schwächer als die zuvor genannten Fahrer, dafür klettert er besser als Welsford und präsentierte sich bislang deutlich stabiler in der Positionierung als Brennan. Der Däne führt die Punktewertung nicht ohne Grund an. Er kann erneut ganz vorne landen - und bei einem durchwachsenen Tag der Konkurrenz sogar seinen zweiten Etappensieg feiern.
Einige schnelle Männer könnten im ansteigenden Finale an ihre Grenzen stoßen, darunter Juan Sebastian Molano, Alberto Dainese oder Casper van Uden, die vor allem von ihrer Endgeschwindigkeit leben. Auch Danny van Poppel ist zu nennen - weniger aufgrund seiner Klasse als wegen der bislang fehlenden Form. Red Bull - BORA - hansgrohe könnte in diesem Szenario Laurence Pithie Freiheiten geben, fast identisch zur Herangehensweise von INEOS.
NSN steht vor einer echten Auswahl. Jake Stewart sprintete heute und überzeugte mit einer starken Leistung - er wäre die logische Option. Allerdings passen Ethan Vernon und Corbin Strong vom Profil her ebenfalls sehr gut zu diesem Finale. Zudem gehören Tim Torn Teutenberg, Aaron Gate, Luke Lamperti, Lionel Taminiaux, Jensen Plowright und Lewis Bower in die erweiterte Rechnung.
Eine zusätzliche Rolle könnten die Bonifikationssekunden spielen. Finn Fisher-Black und Mauro Schmid sind explosiv und sprintstark, sie können hier weit vorne landen. Die zentrale Frage betrifft jedoch Jhonatan Narvaez. Er könnte um Sekunden und sogar um den Sieg mitsprinten - doch lässt UAE Team Emirates - XRG ihn gewähren? Jay Vine liegt nur sechs Sekunden vorne, und es bleibt offen, ob das Team bereit ist, dieses Risiko einzugehen.
Prognose Tour Down Under 2026, Etappe 4
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Matthew Brennan,
Tobias Lund Andresen** Jake Stewart, Sam Watson, Laurence Pithie
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Sam Welsford, Danny van Poppel, Corbin Strong, Ethan Vernon, Casper van Uden, Lionel Taminiaux, Jhonatan Narváez, Finn Fisher-Black, Mauro Schmid
Begründung: Trotz der verpassten Sprints bislang traue ich ihm in diesem nun perfekt passenden Finale am meisten zu.
Original: Rúben Silva