Die Strecke der
Tour de France Femmes 2026 wurde vor einigen Monaten offiziell in Paris vorgestellt – und sie verspricht ein Spektakel. Das Rennen findet vom 1. bis zum 9. August 2026 statt. Die kommende Ausgabe unterscheidet sich deutlich von der letztjährigen und führt die Fahrerinnen auf eine herausfordernde Route voller Höhenmeter, Klassikerabschnitte und eines legendären Höhepunkts: der ersten Bergankunft auf dem Mont Ventoux. Das Rennen endet in Nizza, wo es erneut zum GC-Showdown kommen dürfte. Wir blicken auf die Etappen und Profile.
Das Pendant zur
Herren-Tour de France, die Tour de France Femmes, wurde 2022 nach langen Diskussionen endlich ins Leben gerufen. Zwar ist das Rennen kürzer, doch es bietet dem Frauenpeloton neun Tage harten Wettkampfs, große Sichtbarkeit und ein Event, das rasch zu einem der wichtigsten im Frauenradsport geworden ist und mit vielen der größten Männerrennen konkurriert.
Die Premiere gewann Annemiek van Vleuten, 2023 übernahm ihre Landsfrau Demi Vollering das Maillot Jaune. Die Niederländerin wurde in den vergangenen zwei Saisons jeweils Zweite: 2024 verlor sie in einem dramatischen Finale auf der Alpe d’Huez Sekunden knapp an Katarzyna Niewiadoma, 2025 holte Pauline Ferrand-Prévot mit dominanten Auftritten in den Bergetappen Frankreichs ersten Toursieg.
Zeitplan der Tour de France Femmes 2026
| Etappe | Tag | Start | Ziel | Distanz | Profil |
| 1 | 01-08-2026 | Lausanne | Lausanne | 137,4 km | Flachetappe |
| 2 | 02-08-2026 | Aigle | Genf | 148,6 km | Flachetappe |
| 3 | 03-08-2026 | Genf | Poligny | 157,3 km | Hügelig |
| 4 | 04-08-2026 | Gevrey-Chambertin | Dijon | 20,7 km | Einzelzeitfahren |
| 5 | 05-08-2026 | Mâcon | Belleville-en-Beaujolais | 139,8 km | Hügelig |
| 6 | 06-08-2026 | Montbrison | Tournon-sur-Rhône | 152,9 km | Hügelig |
| 7 | 07-08-2026 | La Voulte-sur-Rhône | Mont Ventoux | 144,2 km | Bergetappe |
| 8 | 08-08-2026 | Sisteron | Nizza | 175,1 km | Flachetappe |
| 9 | 09-08-2026 | Nizza | Nizza | 98,9 km | Bergetappe |
Vorschau auf die 7. Etappe der Tour de France Femmes 2026
Die Königsetappe der Tour de France Femmes führt hinauf auf den legendären Mont Ventoux – und könnte das Rennen endgültig entscheiden. Ein Anstieg von weit mehr als einer Stunde, extreme Steigungsprozente und kaum taktische Möglichkeiten machen diese Bergankunft zur wohl härtesten in der Geschichte der Rundfahrt.
Der Mont Ventoux ist 21 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von acht Prozent auf. Besonders brutal: Die ersten 15 Kilometer liegen im Schnitt bei nahezu zehn Prozent. Lange Geradeauspassagen ohne nennenswerte Kehren oder flachere Abschnitte machen den Anstieg zu einer permanenten Belastungsprobe. Die ersten größeren Zeitabstände dürften bereits im unteren Teil des Berges entstehen, ehe die Steigung auf den letzten Kilometern erneut zunimmt und den Fahrerinnen alles abverlangt.
Als erste Anwärterin auf den Etappensieg gilt Demi Vollering. Dennoch präsentiert sich das Feld der Favoritinnen vor der Königsetappe außergewöhnlich ausgeglichen. Gesamtführende Marlen Reusser könnte an den extremen Steigungsprozenten an ihre Grenzen geraten, auch wenn die Schweizerin dafür bekannt ist, ihre Kräfte hervorragend einzuteilen. Ebenso könnte Isabella Holmgren an diesem langen und steilen Schlussanstieg Schwierigkeiten bekommen, der den reinen Kletterinnen klar entgegenkommt.
Katarzyna Niewiadoma zählt zwar nicht zu den klassischen Bergspezialistinnen, befindet sich bislang jedoch in herausragender Form. Nach ihren bisherigen Leistungen spricht wenig dagegen, dass die Tour-Siegerin von 2024 erneut um den Tagessieg kämpfen kann.
Noch stärker in die Karten spielen dürfte der Mont Ventoux den ausgewiesenen Kletterinnen. Sowohl Antonia Niedermaier als auch Niamh Fisher-Black verfügen über das Profil, um auf dieser Etappe den Unterschied auszumachen – ein Tagessieg erscheint für beide durchaus realistisch.
Vor allem Fisher-Black und Pauline Ferrand-Prévot werden gute Chancen eingeräumt, sich im Gesamtklassement deutlich nach vorne zu arbeiten. Aufgrund der enormen Schwierigkeit des Anstiegs werden große Zeitabstände erwartet. Ferrand-Prévot konnte bislang zwar nicht an ihre Form aus dem Vorjahr anknüpfen, dennoch passt die lange und gleichmäßige Belastung des Mont Ventoux hervorragend zu ihren Stärken. Ein Etappensieg ist deshalb keineswegs ausgeschlossen.
Mit besonderem Interesse wird zudem der Auftritt von UAE Team Emirates - XRG verfolgt. Elisa Longo Borghini, Dominika Włodarczyk und Paula Blasi liegen derzeit auf den Gesamträngen vier, sechs und zehn und gehen mit entsprechend hohen Erwartungen in die entscheidende Bergetappe.
Prognose Tour de France Femmes 2026, 7. Etappe:
*** Demi Vollering
** Marlen Reusser, Katarzyna Niewiadoma, Pauline Ferrand-Prévot
* Elisa Longo Borghini, Paula Blasi, Dominika Wlodarczyk, Antonia Niedermaier, Isabella Holmgren, Niamh Fisher-Black,
Unser Tipp: Demi Vollering
Wie: Solo-Sieg
Etappe 7: La Voule-sur-Rhône - Mont Ventoux
La Voulte-sur-Rhône - Mont Ventoux, 147 Kilometer
Die siebte Etappe ist die Königsetappe der Tour de France Femmes 2026 – und zugleich der einzige echte Hochgebirgstag der Rundfahrt. Auf dem Papier handelt es sich zwar um eine klassische „Unipuerto“-Etappe mit nur einem entscheidenden Schlussanstieg, doch der legendäre Mont Ventoux macht diesen Renntag zum unbestrittenen Höhepunkt der gesamten Tour.
Das Peloton startet in La Voulte-sur-Rhône und nimmt auf 147 Kilometern Kurs auf den „Géant de Provence“. Zwar stehen unterwegs drei kategorisierte Anstiege auf dem Programm, doch sie dienen in erster Linie dazu, die Kräfte für den alles entscheidenden Schlussanstieg zu zehren.
Showdown am Mont Ventoux
Zum ersten Mal überhaupt führt die Tour de France Femmes auf den Mont Ventoux. Der Schlussanstieg ist rund 21 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von acht Prozent auf. Besonders anspruchsvoll präsentiert sich der erste Teil des Anstiegs, in dem sich über viele Kilometer hinweg immer wieder Rampen mit rund zehn Prozent Steigung aneinanderreihen.
Im oberen, völlig exponierten Abschnitt flacht die Straße etwas ab. Dort könnte der Wind – abhängig von seiner Richtung und Stärke – zu einem entscheidenden Faktor werden und den Kampf um den Etappensieg zusätzlich prägen.
In den letzten Kilometern zieht die Steigung erneut spürbar an. Auf den finalen Rampen des Mont Ventoux dürften die Favoritinnen auf den Gesamtsieg ihre entscheidenden Attacken setzen – mit der Aussicht auf große Zeitabstände im Klassement.
Etappe 8: Sisteron - Nizza
Sisteron - Nizza, 171,8 Kilometer
Die achte Etappe der Tour de France Femmes 2026 startet in Sisteron und ist mit 171 Kilometern die längste Etappe der gesamten Rundfahrt. Trotz der großen Distanz lässt sich der Rennausgang nur schwer vorhersagen. Das Profil ist über weite Strecken geprägt von einem ständigen Auf und Ab, ohne jedoch mit extrem schweren Anstiegen aufzuwarten.
Auf dem Weg nach Nizza dürften viele Fahrerinnen ihre Kräfte gut einteilen können, sodass ein großer Teil des Feldes das Finale noch geschlossen erreicht. Dort steigt der Schwierigkeitsgrad allerdings noch einmal deutlich an.
Rund 7,5 Kilometer vor dem Ziel wartet mit der Côte de la Gineste der letzte kategorisierte Anstieg des Tages. Er ist 2,5 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 4,2 Prozent auf – auf dem Papier kein besonders schwerer Anstieg, im Rennfinale aber durchaus geeignet, das Feld zu dezimieren.
Direkt nach der Kuppe folgt die wohl entscheidende Passage der Etappe: Eine nur 450 Meter lange, dafür aber bis zu 13 Prozent steile Rampe könnte den Unterschied machen und den explosivsten Fahrerinnen die Gelegenheit für eine entscheidende Attacke bieten.
Die Rampe endet rund sechs Kilometer vor dem Ziel. Nach einer kurzen Abfahrt erreichen die Fahrerinnen die berühmte Promenade des Anglais, auf der die Entscheidung über den Tagessieg fällt. Bis dahin dürfte das Rennen jedoch längst in seine entscheidende Phase eingetreten sein.
Etappe 9: - Nizza - Nizza
Nizza - Nizza, 99 Kilometer
Die neunte und letzte Etappe der Tour de France Femmes 2026 beginnt und endet in Nizza. Der Streckenverlauf ist dabei klar strukturiert: Vier identische Runden mit jeweils einem längeren Anstieg und der anschließenden Abfahrt zurück in die Stadt bilden den Rahmen für das große Finale der Rundfahrt.
Jede Runde ist 23,5 Kilometer lang, wobei das Klettern jeweils unmittelbar nach dem Passieren der Ziellinie beginnt. Befahren wird die klassische Auffahrt, die sich über 7,8 Kilometer mit einer durchschnittlichen Steigung von 5,9 Prozent erstreckt. Durch ihren unregelmäßigen Charakter eignet sich der Anstieg hervorragend für offensive Fahrweise und frühe Attacken.
Nach jeder Überquerung des Gipfels folgt eine schnelle und teilweise technisch anspruchsvolle Abfahrt zurück nach Nizza. Das verlangt den Fahrerinnen auch fahrerisch höchste Konzentration ab und eröffnet zusätzliche taktische Möglichkeiten.
Die vier Anstiege enden jeweils 92, 66, 40 und schließlich nur noch 15,5 Kilometer vor dem Ziel. Vor allem die letzte Auffahrt dürfte den entscheidenden Schlagabtausch im Kampf um den Gesamtsieg liefern, ehe die abschließende Abfahrt zurück nach Nizza über den Ausgang der Tour de France Femmes 2026 entscheidet.
Siegerinnenliste Tour de France Femmes
| Jahr | Siegerin | Zweite | Dritte |
| 2025 | FERRAND-PRÉVOT Pauline | VOLLERING Demi | NIEWIADOMA Kasia |
| 2024 | NIEWIADOMA Kasia | VOLLERING Demi | ROOIJAKKERS Pauliena |
| 2023 | VOLLERING Demi | KOPECKY Lotte | NIEWIADOMA Kasia |
| 2022 | VAN VLEUTEN Annemiek | VOLLERING Demi | NIEWIADOMA Kasia |
Vorschau auf die 1. Etappe der Tour de France Femmes 2026
Auf der Auftaktetappe erwartet die Fahrerinnen in Lausanne ein leicht ansteigendes Finale. In Bestform wäre Lotte Kopecky die große Favoritin für SD Worx. Ihre aktuelle Verfassung wirft jedoch Fragen auf, während der Anstieg für Lorena Wiebes möglicherweise zu schwer sein könnte.
Kim Le Court, Marianne Vos, Weltmeisterin Magdeleine Vallières und Puck Pieterse zählen zu den Puncheurinnen, denen dieses Finale perfekt liegen dürfte. Sie alle müssen jedoch ihre absolute Bestform erreichen, um um den Etappensieg kämpfen zu können.
Gleichzeitig wollen die Anwärterinnen auf die Gesamtwertung Zeitverluste durch mögliche Lücken vermeiden. Einige von ihnen werden jedoch auch offensiv um den Etappensieg und die Bonussekunden kämpfen, um sich früh einen Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen zu verschaffen. Demi Vollering könnte unter ihnen die explosivste Fahrerin sein, doch auch Ferrand-Prévot, Reusser, Longo Borghini und Niewiadoma dürften im Finale eine wichtige Rolle spielen.
Prognose für die 1. Etappe der Tour de France Femmes 2026
*** Puck Pieterse, Demi Vollering
** Kim Le Court, Franziska Koch, Lorena Wiebes, Marianne Vos
* Pauline Ferrand-Prévot, Katarzyna Niewiadoma, Magdeleine Vallières, Marlen Reusser, Lotte Kopecky, Elisa Longo Borghini, Paula Blasi
Tipp: Puck Pieterse
Streckenprofil Etappe 1: Lausanne - Lausanne
Lausanne - Lausanne, 138,1 Kilometer
Der Auftakt der Tour de France Femmes 2026 findet in der Schweiz statt. Rund um Lausanne wartet eine 138 Kilometer lange Etappe, die den Sprinterinnen keinerlei Geschenke macht. Statt eines klassischen Massensprints dürfte bereits am ersten Tag eine Bergankunft die Kletterinnen und die Favoritinnen für die Gesamtwertung in den Mittelpunkt rücken.
Dennoch dürfen sich auch einige Klassiker-Spezialistinnen Hoffnungen auf das erste Gelbe Trikot machen. Das Profil ist über die gesamte Distanz wellig und endet mit einem 2,6 Kilometer langen Schlussanstieg, der unterschiedliche Fahrertypen im Rennen halten könnte.
Der finale Anstieg zählt zwar nicht zu den schwersten der Rundfahrt, doch das Finale dürfte mit hohem Tempo angefahren werden. Zudem liegen einige Rampen deutlich über der durchschnittlichen Steigung von 4,6 Prozent. Das reicht aus, um erste Abstände zu erzeugen – und verspricht ein spannendes Auftaktfinale im Kampf um das erste Gelbe Trikot.
Vorschau auf die Gesamtwertung der Tour de France Femmes 2026
Das neuntägige Rennen beginnt in Lausanne, und der Kampf um das Gelbe Trikot verspricht Hochspannung. Sämtliche Top-Spezialistinnen für die Gesamtwertung aus dem Frauenpeloton sind bei dem Rennen vertreten, das oftmals als Saisonhöhepunkt bezeichnet wird. An der Spitze des Favoritinnenkreises steht möglicherweise Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot, die den Sieg erneut nach Frankreich holen möchte. Zu ihren größten Herausforderinnen gehört Giro-Donne-Siegerin Demi Vollering, die nach zwei zweiten Plätzen in Folge wieder nach dem Gesamtsieg greift.
Auch Vuelta-Siegerin Paula Blasi ist am Start. Gemeinsam mit Elisa Longo Borghini kämpft sie um den Gesamtsieg und möchte die erfahrenen Tour-Siegerinnen herausfordern. Marlen Reusser, Anna van der Breggen und Katarzyna Niewiadoma verfügen allesamt über viel Erfahrung. Sie gehören zu den großen Podiumskandidatinnen und besitzen ebenfalls das Potenzial, das Rennen zu gewinnen.
Prognose für die Gesamtwertung der Tour de France Femmes 2026
*** Demi Vollering, Pauline Ferrand-Prévot
** Marlen Reusser, Elisa Longo Borghini, Paula Blasi, Anna van der Breggen
* Niamh Fisher-Black, Katarzyna Niewiadoma, Feme de Vries, Dominika Włodarczyk, Antonia Niedermaier, Kim Le Court, Lotte Kopecky
Tipp: Pauline Ferrand-Prévot
Vorschau Etappe 4
Dieses Zeitfahren lässt sich nur schwer einschätzen. Die Fahrerinnen folgen keiner konstanten Wattzahl über die gesamte Distanz, sondern müssen auf einen entscheidenden Anstieg in der Streckenmitte und eine anschließende Abfahrt reagieren. Dabei wechseln sich Abschnitte ohne Tretbewegung mit Passagen ab, die sich lockerer angehen lassen. Taktik spielt deshalb eine wichtige Rolle, und Überraschungen sind durchaus möglich. Dennoch dürften sich die Gesamtklassement-Fahrerinnen an die Spitze setzen, denn der Kampf um die Gesamtwertung bestimmt klar das Renngeschehen des Tages.
Sigrid Haugset startet mit zwei Minuten Vorsprung auf ihre Rivalinnen ins Zeitfahren – als starke Fahrerin könnte ihr das reichen, um das Gelbe Trikot zu verteidigen. Dahinter gilt Marlen Reusser als Top-Favoritin auf den Tagessieg. Das Gelbe Trikot scheint für die Weltmeisterin schwer erreichbar, doch vor den Bergetappen kann sie sich mit einer Initiative durchaus in Stellung bringen. Zoe Bäckstedt dürfte auf flachem Terrain die Einzige sein, die ihr Paroli bieten kann – die Steigung macht es jedoch für alle schwer, nah heranzukommen. Auch Anna van der Breggen bringt auf dem Papier starke Zeitfahrwerte mit.
Besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf Demi Vollering und Pauline Ferrand-Prévot, die beiden Erstplatzierten des Vorjahres. Die Niederländerin wirkte heute stärker, und auf dem größtenteils schnellen Kurs bekommt es die Titelverteidigerin gegen die Uhr mit einer echten Herausforderung zu tun.
Vorhersage Tour de France Femmes 2026 stage 4:
*** Marlen Reusser
** Anna van der Breggen, Demi Vollering
* Zoe Bäckstedt, Pauline Ferrand-Prévot, Noëmi Ruegg, Elisa Longo Borghini, Katarzyna Niewiadoma
Etappe 4 (ITT): Geverey-Chambertin - Dijon
Gevrey-Chambertin - Dijon, 21 Kilometer
Die vierte Etappe der Tour de France Femmes 2026 steht ganz im Zeichen des Kampfes gegen die Uhr. Wie bereits bei der Tour de France der Männer setzen die Organisatoren auf ein anspruchsvolles Einzelzeitfahren. Die 21 Kilometer lange Strecke führt von Gevrey-Chambertin nach Dijon und bietet deutlich mehr als ein klassisches Flachzeitfahren.
Zur Streckenmitte wartet der entscheidende Anstieg des Tages. Über zwei Kilometer hinweg beträgt die durchschnittliche Steigung 6,7 Prozent und verlangt den Fahrerinnen einen gelungenen Wechsel zwischen Kletter- und Zeitfahrqualitäten ab.
Gerade auf diesem Profil überschneiden sich die Stärken vieler Zeitfahrspezialistinnen mit denen der Klassementfahrerinnen. Reine Kraft-Zeitfahrerinnen könnten am Anstieg jedoch wertvolle Sekunden einbüßen.
Nach der Kuppe folgt eine schnelle und weitgehend geradlinige Abfahrt, die technisch keine besonderen Schwierigkeiten bereithält. Insgesamt bietet das Zeitfahren ideale Voraussetzungen, um bereits früh in der Rundfahrt spürbare Zeitabstände im Gesamtklassement herauszufahren.
Vorschau Etappe 6 Tour de France Femmes 2026
Ein Tag, der sich kaum kontrollieren lässt. Zwar könnten Fahrerinnen wie Marianne Vos oder Kim Le Court auch aus einer kleinen Gruppe heraus einen Sprintsieg einfahren, doch zwei Teams können an einem solchen Tag unmöglich bis zum Schluss eine organisierte Verfolgungsjagd durchziehen. Nur wenn sich Gesamtklassement-Fahrerinnen nach vorne setzen, dürften auch deren Teams mitziehen – dann wäre ein Sprint aus kleinerem Peloton denkbar.
Dieses Szenario bleibt jedoch schwer vorstellbar. Das Gesamtklassement könnte erneut auseinanderbrechen, und angesichts der vielen eng beieinander liegenden Fahrerinnen sind neue Angriffe auf die Wertung durchaus möglich. Demi Vollering dürfte Marlen Reusser erneut auf die Probe stellen, denn sie muss sich das Gelbe Trikot irgendwann im Rennverlauf holen und braucht dafür die Berge, um den Unterschied zu machen.
Opportunistische Angriffe können jederzeit erfolgen, besonders bei den Teams mit großer Kaderbreite – und davon gibt es einige. Das Rennen kann dadurch richtig spannend werden. Auf einem Terrain, das eine organisierte Verfolgung erschwert, und angesichts der bereits entstandenen Zeitabstände im Rennen bleibt ein Sieg aus einer Ausreißergruppe dennoch das wahrscheinlichste Szenario – auch wenn schwer abzuschätzen ist, wer am Ende vorne mit dabei sein wird.
Prognose Tour de France Femmes 2026 Etappe 6:
*** Noemi Rüegg, Puck Pieterse
** Demi Vollering, Kim Le Court, Évita Muzic
* Célia Gery, Marlen Reusser, Katarzyna Niewiadoma, Elisa Longo Borghini, Magdeleine Vallières, Maeva Squiban, Riejanne Markus
Etappe 6: Montbrison - Tournon-sur-Rhône
Montbrison - Tournon-sur-Rhône, 153,6 Kilometer
Die sechste Etappe der Tour de France Femmes 2026 verspricht einen der offensten Rennverläufe der gesamten Rundfahrt. Ob ein Sprint einer reduzierten Gruppe, der Erfolg einer Ausreißergruppe oder sogar ein Schlagabtausch der Klassementfahrerinnen – auf diesem Profil scheint nahezu jedes Szenario möglich. Der Renntag beginnt in Montbrison und führt die Fahrerinnen schon kurz nach dem Start in anspruchsvolles Terrain.
Insgesamt stehen sechs kategorisierte Anstiege auf dem Programm. Dabei wechseln sich erneut kurze, steile Rampen mit längeren Kletterpassagen ab und sorgen für einen unruhigen Rennverlauf.
Eine zentrale Rolle dürfte der Col de Lalouvesc spielen. Der Anstieg ist 8,6 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von 4,9 Prozent auf. Da sein Gipfel rund 48 Kilometer vor dem Ziel liegt und sich unmittelbar eine lange, teils steile Abfahrt anschließt, bietet er ideale Voraussetzungen für erste ernsthafte Attacken.
Anschließend rückt die Côte de Boucieu-le-Roi in den Fokus. Der 3,9 Kilometer lange Anstieg mit durchschnittlich 5,6 Prozent Steigung endet lediglich 16 Kilometer vor dem Ziel und könnte zur entscheidenden Stelle des Tages werden. Zusätzlich wartet neun Kilometer vor dem Ziel noch eine kurze Bergaufpassage mit einem Bonussprint, die weitere offensive Aktionen begünstigen könnte.
Zwischen den letzten Anstiegen geht es überwiegend bergab, ehe die Fahrerinnen die Schlusskilometer nach Tournon-sur-Rhône in Angriff nehmen. Dort dürfte sich entscheiden, welche Fahrerin sich auf einer der taktisch interessantesten Etappen der Tour de France Femmes 2026 durchsetzt.