Etappe 3 der
Tour de France 2026 steht nicht mehr massiv auf der Kippe. Die Offiziellen wollten bis Sonntagabend entscheiden, ob der erste Bergtest am Montag trotz der großen Waldbrandlage in den Pyrénées-Orientales stattfinden kann.
Aktualisierung am 19:17
Die 3. Etappe der
Tour de France 2026 kann stattfinden, allerdings nur in angepasster Form und ohne Zuschauer. Die Waldbrand-Notlage in Südfrankreich erzwingt massive Einschränkungen für das Rennen.
Die Etappe soll die erste Bergankunft der diesjährigen Tour in Les Angles bringen, rund 70 Kilometer von den derzeit in Südfrankreich wütenden Waldbränden entfernt. Die Feuer haben bereits etwa 1.500 Hektar Wald zerstört, weshalb die lokalen Behörden prüfen mussten, ob das Rennen wie geplant sicher fortgesetzt werden kann.
Pierre Regnault de la Mothe, Präfekt der Region Pyrénées-Orientales, hatte am Sonntagnachmittag angekündigt, dass bis zum Ende des Tages eine Entscheidung fallen werde. Nun steht fest: Die Etappe wird ausgetragen, allerdings ohne Werbekarawane auf französischem Gebiet und mit stark beschränktem Zugang. „Auf französischem Gebiet wird die Werbekarawane nicht starten“, heißt es im jüngsten Update. „Die Straße wird nur für die Fahrer und die für die Durchführung des Rennens notwendigen Fahrzeuge zugänglich sein.“
Auch die Zuschauer wurden aufgefordert, sich weder entlang der Strecke noch im Zielbereich zu versammeln. „Die Zuschauer werden gebeten, sich nicht entlang der Strecke oder im Zielbereich zu positionieren“, heißt es weiter.
Zugleich wächst die Sorge um die 4. Etappe, die am Dienstag in Carcassonne starten soll. Den jüngsten Prognosen zufolge könnten die Temperaturen dort im Schatten auf bis zu 41 Grad steigen. Sollten die lokalen Behörden eine rote Warnstufe ausrufen, wäre ein Rennen nicht möglich.
Ein Dokument des französischen Innenministeriums an die lokalen Behörden, das inzwischen in der Tour-Karawane kursiert, hält fest, dass eine Etappe unter außergewöhnlichen Umständen abgesagt werden kann, wenn die gesundheitlichen oder operativen Bedingungen die Sicherheit von Zuschauern und Personal nicht mehr gewährleisten oder wenn die öffentlichen Rettungsdienste nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren können.
Tour-Veranstalter ASO hat bislang noch keine offizielle Reaktion veröffentlicht. Renndirektor Christian Prudhomme sagte, die Lage werde laufend beobachtet, und verwies auf das bestehende Hitzeprotokoll, das Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit berücksichtigt.
Die 3. Etappe ist damit vorerst nicht mehr unmittelbar von einer Absage bedroht. Dennoch bleibt die Tour in Alarmbereitschaft, da Waldbrände, die Belastung der Rettungsdienste und extreme Hitze die ersten Renntage weiter prägen.
Ursprüngliche Meldung
Die 195,9 km lange Etappe soll in Granollers, Spanien, starten, dann nach Südfrankreich führen und in Les Angles enden. Statt eines geordneten ersten Klettertermins für Jonas Vingegaard, Tadej Pogacar, Remco Evenepoel und die übrigen Klassementfahrer steckt der Tag nun in einer akuten Sicherheitslage.
Ein großer Brand im Département hat bereits rund 1.500 Hektar verbrannt und wird etwa 70 Kilometer von Les Angles entfernt gemeldet, wo die Zielankunft gegen 17:00 Ortszeit vorgesehen ist.
Präfekt der Pyrénées-Orientales, Pierre Regnault de la Mothe, bestätigte am Sonntag, dass die Lage vor einer finalen Entscheidung zur Etappe geprüft werde. „Das ist ein Thema, an dem wir heute Nachmittag arbeiten. Wir werden bis zum Ende des Tages eine Entscheidung treffen können“, sagte er bei einem Pressebriefing.
Straßensperrung weckt Zweifel an der Montagsstrecke
Der Brand hat bereits zur Sperrung der Hauptverbindung von der Küste zur Montagsstrecke der Tour geführt. Der Präfekt erklärte, die Maßnahme diene sowohl der Unterstützung der Einsatzkräfte als auch dem Schutz der Öffentlichkeit.
„Sie ist zunächst geschlossen, weil wir die Arbeit der Rettungsdienste erleichtern müssen“, sagte er. „Zweitens müssen wir die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer selbst gewährleisten.“
Auf die Frage, ob die Straße am Montag weiter gesperrt bleibe, antwortete Regnault de la Mothe nicht direkt. Er verwies stattdessen auf die Prognose, die etwas günstigere Bedingungen erwarten lasse. Am Montag, so sagte er, „werden wir etwas weniger Wind haben, also sollte es eine kurze Atempause geben“.
Damit wartet die Tour nur gut 24 Stunden vor einer der wichtigsten Etappen der ersten Woche auf grünes Licht der Behörden. Etappe 3 soll das Peloton über 3.850 Höhenmeter führen, darunter den Col de Toses, den Col du Calvaire und den abschließenden Anstieg nach Les Angles.
Jonas Vingegaard trägt nach Etappe 1 das Maillot Jaune
Erster Bergtest von Hitze und Brandgefahr geprägt
Die Waldbrandgefahr trifft die Tour inmitten großer Hitze. Das Eröffnungswochenende in Spanien war von hohen Temperaturen geprägt, während Südfrankreich nach einer harten Frühsommer-Hitzewelle mit Hitze- und Brandwarnungen zu kämpfen hat.
Laut Vorabberichten von Reuters wurden französische Regionalbehörden zudem informiert, dass Etappen bei einer roten Hitzewarnung abgesagt werden könnten. Die unmittelbare Sorge rund um Etappe 3 betrifft jedoch die Waldbrandlage, die Erreichbarkeit der Strecke sowie die Sicherheit von Anwohnern, Zuschauern, Rennverkehr und Einsatzkräften in den Pyrénées-Orientales.
Les Angles selbst dürfte aufgrund der Höhe kühler sein als Start und Talpassagen, doch das Département steht weiter unter Druck durch Hitze, Wind und Brandrisiko. Eine Bergankunft ist nur möglich, wenn Strecke, Zufahrten und Einsatzführung den Tross der Tour, die Zuschauermengen und die Renninfrastruktur sicher aufnehmen können.
Vingegaard startete nach dem Sieg von Team Visma | Lease a Bike im Mannschaftszeitfahren in Gelb, Pogacar liegt nach Etappe 1 bereits 12 Sekunden zurück. Der Montag war als erster echter Klettertest der Tour 2026 vorgesehen. Am Sonntagnachmittag stellte sich jedoch vor allem die Frage, ob die Etappe überhaupt stattfindet.