Tour de France in Alarmbereitschaft, da Waldbrände und extreme Hitze die Auftaktwoche bedrohen

Radsport
Sonntag, 05 Juli 2026 um 9:00
Gouvenou
Die Tour de France 2026 steht vor einer beispiellosen logistischen Herausforderung: extreme Hitze und Waldbrände schüren Sorgen um die Auftaktetappen in Spanien und Südfrankreich. Temperaturen bis zu 44°C haben beidseits der französisch-spanischen Grenze zahlreiche Brände entfacht. Die Organisatoren beobachten die Lage eng und bereiten Notfallpläne vor, falls sich die Bedingungen verschlechtern.
Nach Angaben der Rennleitung ist in der 113-jährigen Geschichte der Tour noch nie eine Etappe wegen Waldbränden oder extremer Hitze abgesagt worden. Streckenchef Thierry Gouvenou räumte jedoch ein, dass die aktuellen Verhältnisse alles bisher Erlebte übertreffen.
„Das bereitet uns große Sorge. Wir hatten schon Hitzewellen, aber die Lage ist jetzt deutlich kritischer, weil der Boden nach den außergewöhnlich hohen Temperaturen im Mai und Juni extrem ausgetrocknet ist“, sagte Gouvenou.
Tour-Direktor Christian Prudhomme bestätigte zudem, dass man in Alarmbereitschaft sei und die Streckenführung notfalls von einem Tag auf den nächsten anpassen werde.

Etappen 3 und 4 sind am stärksten bedroht

Die größten Bedenken richten sich auf die Etappen 3 und 4. Die Pyrenäen-Etappe am Montag von Granollers nach Les Angles endet in den Pyrénées-Orientales, nur wenige Dutzend Kilometer von großen Waldbränden bei Platja d'Aro und Calonge an der spanischen Costa Brava entfernt, wo rund 50.000 Einwohner unter Ausgangssperre stehen. Starker Wind könnte zudem Rauch in Richtung der Rennstrecke treiben.
Tadej Pogacar bei der Teampräsentation der Tour de France 2026
Tadej Pogacar bei der Teampräsentation der Tour de France 2026
Die Dienstags-Etappe von Carcassonne nach Foix führt durch Okzitanien, eine der von Dürre am stärksten betroffenen Regionen. Auch bei Béziers und Perpignan sind Brände ausgebrochen, die zu Straßensperrungen und der Evakuierung Tausender Camper geführt haben.
Die französischen Behörden haben seit Mai ein Hitze- und Sicherheitsprotokoll in Kraft. Bleiben die Brände außer Kontrolle oder verschlechtert sich die Luftqualität durch Rauch, könnte das Rennen unterbrochen werden. Die Organisatoren prüfen außerdem, ob die aktuell im Löscheinsatz stark gebundenen Rettungskräfte ausreichend Kapazitäten haben, um die Sicherheit des Rennens zu gewährleisten.
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