Uno-X Mobility soll im Einspruch gegen die UCI Bilder von
Jonas Vingegaard,
Tadej Pogacar und
Remco Evenepoel herangezogen haben, nachdem
Anthon Charmig nach seinem Sieg auf Etappe 2 der
Tour Auvergne-Rhône-Alpes eine Gelbe Karte erhalten hatte.
Charmig wurde von der Jury wegen einer regelwidrigen Fahrhaltung sanktioniert, nachdem er während der Etappe die Unterarme auf dem Lenker abgelegt haben soll. Die Strafe beeinflusste das Ergebnis nicht, der Däne behielt seinen Sieg in Le Puy-en-Velay nach einem perfekt getimten späten Angriff aus der Ausreißergruppe.
Laut Eurosport-Kommentator Anders Mielke, der mit Charmig gesprochen hat, legte Uno-X anschließend bei den UCI-Kommissären Protest ein und verwies auf Beispiele mit drei der größten Namen des Sports.
Eurosport berichtete, das Team habe Bilder von Vingegaard, Pogacar und Evenepoel in derselben Position wie Charmig gezeigt, um zu untermauern, dass diese Haltung im Peloton regelmäßig zu sehen sei.
Uno-X richtet den Fokus auf Charmigs Sieg
Uno-X hat die Angelegenheit öffentlich nicht weiter eskaliert. Auf Anfrage von Eurosport gab das Team eine kurze Antwort und stellte klar, dass Charmigs Etappensieg Priorität habe. „Wir haben der Sache nichts hinzuzufügen. In erster Linie sind wir sehr glücklich über den Sieg und wollen den Fokus darauf behalten“, teilte Uno-X mit.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Die Geschichte ist nicht, dass Uno-X Vingegaard, Pogacar oder Evenepoel Fehlverhalten vorwirft. Es geht Berichten zufolge um Konsequenz in der Regelauslegung, wobei das Team diese Beispiele nutzt, um zu hinterfragen, warum Charmig für eine Position bestraft wurde, die ihrer Ansicht nach häufig in Rennen zu sehen ist.
Für Charmig kam die Gelbe Karte am Ende seines bislang größten Tages der Saison. Er verbrachte weite Teile der Etappe in der Fluchtgruppe, lauerte im Finale auf mehrere Attacken, setzte sich am letzten Anstieg ab und nutzte die Abfahrt nach Le Puy-en-Velay, um den Sieg zu sichern.
Debatte um Gelbe Karte nach Etappensieg 2
Das UCI-System der Gelben Karte hat Juryentscheidungen eine weitere Ebene hinzugefügt, mit nun sichtbaren Sanktionen für Vergehen außerhalb des Reglements. Im Fall von Charmig ging es nicht um einen Sprintversatz, gefährliches Fahren oder einen Sturz, sondern um seine Position auf dem Rad.
Genau das macht den Vergleich mit Vingegaard, Pogacar und Evenepoel so aufsehenerregend. Wenn ähnliche Positionen im Peloton häufig vorkommen, zielt der Einspruch von Uno-X offenbar darauf ab, wie konsequent die Regel angewandt wird.
Vorerst bleibt das offizielle Ergebnis unverändert. Charmig hat seinen Etappensieg bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes, die Gelbe Karte steht im Jurybericht, und Uno-X legt öffentlich den Schwerpunkt weiterhin auf den Erfolg statt auf die anschließende Auseinandersetzung.