Wout van Aert erlebte im Mannschaftszeitfahren der Tour Auvergne Rhône-Alpes 2026 einen schweren Tag. Der Belgier konnte in den ersten Kilometern das Tempo seiner Teamkollegen nicht halten und fiel sehr früh zurück – ein unerwartetes Szenario, das wenige Wochen vor der Tour de France Fragen zu seiner Form aufwirft.
Dennoch
fuhr Visma | Lease a Bike den Sieg ein dank der Bestzeit von Matteo Jorgenson. Das unterstreicht die Tiefe eines Aufgebots, das trotz des frühen Ausfalls eines seiner Führungskräfte triumphieren kann.
Nach der Etappe sagte Van Aert bei
Sporza, die Beine hätten sich anders angefühlt als erhofft, und erklärte, er habe von Beginn an Mühe gehabt, in der Gruppe zu bleiben: „Am ersten Anstieg war das Tempo für mich zu hoch. In einem Mannschaftszeitfahren kann man sich kaum verstecken.“
Dem Belgier erschien es seltsam, so früh abreißen zu lassen – zumal in einer Disziplin, in der er sonst mit seiner Wattleistung auffällt. Zwar stand er mit seinen Teamkollegen auf dem Podium und feierte den Teamsieg, dennoch fühlte er sich nicht als Protagonist. „Es ist schön, mit meinen Teamkollegen auf dem Podium zu stehen, aber ich habe nicht das Gefühl, heute viel zum Team beigetragen zu haben.“
Ein Sieg, der Vismas Stärke zeigt
Van Aert hob die Leistung der niederländischen Equipe hervor, die die Etappe trotz Rückschlägen auf der Strecke gewann.
Neben seinem eigenen Einbruch hatte auch Ben Tulett nach einem Reifenschaden Probleme. Dennoch setzte das Team die Tagesbestzeit.
„Wenn man mit Fahrern auf so hohem Niveau unterwegs ist, kann auch mal etwas schiefgehen. Wenn man sieht, dass ich nicht mein bestes Niveau abrufen konnte, dass Ben Tulett einen Plattfuß hatte und wir trotzdem die schnellste Zeit fahren, zeigt das, wie stark sie sind.“
Besonders lobte der Belgier die Arbeit von Fahrern wie Matteo Jorgenson, Bruno Armirail und Edoardo Affini, die entscheidend waren, um das Tempo hochzuhalten.
Der frühere Sturz wirkt noch nach
Van Aert räumte zudem ein, dass der Sturz vor dem Start der Tour Auvergne-Rhône-Alpes seine Vorbereitung beeinträchtigt habe, auch wenn er sich besser erwartet hatte. „Damit rechnet man nicht, aber wir müssen ruhig bleiben und die Dinge richtig angehen. Angenehm ist es nicht.“
Er wisse, so der Visma-Profi, dass er einige Tage brauche, um den Rennrhythmus wiederzufinden. Das Resultat im Mannschaftszeitfahren habe ihn dennoch überrascht. „Ich bin davon ausgegangen, dass es eine harte Woche wird, aber ich dachte, ich wäre besser vorbereitet, als ich es heute gezeigt habe.“
Optimismus trotz Rückschlag
Trotz der Zweifel nach dieser Vorstellung vermied Van Aert Dramatik und betonte, ein einzelner Tag bilde seine tatsächliche Verfassung nicht zwingend ab. „Jeder Tag ist eine Momentaufnahme; heute war keine gute.“
Wout van Aert vor Etappe 1 der Tour Auvergne-Rhône-Alpes 2026
Bis zum Start der Tour de France bleiben noch einige Wochen. Der Belgier ist zuversichtlich, weiter Substanz aufbauen zu können und die Grande Boucle in bestmöglicher Verfassung anzugehen – auch wenn sein unerwarteter Auftritt im Zeitfahren neue Fragen zu seiner Formkurve aufgeworfen hat.