„Um Evenepoel bin ich nicht besorgt. Trifft Almeida sein Topniveau, ist er es“ – Dänischer Experte sieht den UAE-Kapitän als größte Gefahr für Jonas Vingegaard in Katalonien

Radsport
Dienstag, 24 März 2026 um 14:00
Jonas Vingegaard and Joao Almeida
Jonas Vingegaard mag auf Etappe 1 der Katalonien-Rundfahrt sechs Bonussekunden an Remco Evenepoel abgegeben haben, doch das frühe Gesamtklassement wird bereits unterschiedlich interpretiert.
Gegenüber Eurosport.dk spielte der dänische Radsport-Experte Jesper Worre nicht nur die Bedeutung von Evenepoels Vorteil herunter, sondern verwies auch auf Joao Almeida als potenziell entscheidenderen Gegner im weiteren Rennverlauf. „Jonas Vingegaard macht den Unterschied in den Bergen“, erklärte Worre und relativierte die Bedeutung der in Sant Feliu de Guíxols verlorenen Zeit. Aus seiner Sicht sind Bonussekunden selten ausschlaggebend, wenn der Däne in Bestform ist.
Diese Perspektive widerspricht dem unmittelbaren Eindruck der Auftaktetappe, auf der Evenepoel hinter Dorian Godon zu Rang zwei sprintete und frühzeitig einen Vorsprung auf einen seiner wichtigsten Gesamtklassement-Rivalen herausfuhr.
Für Worre ist die Lehre aus Rennen wie Paris–Nizza jedoch eindeutig. „Wenn Vingegaard in Topform ist, hat er in der Regel keine Probleme mit Bonussekunden, weil er in den Bergetappen den Unterschied macht.“

Kontrollierte Aggressivität im Finale

Vingegaards Fahrt offenbarte zugleich viel über seinen Ansatz. Statt sich im Getümmel eines technischen, schnellen Finales einzwängen zu lassen, fuhr der Visma-Kapitän auf der Abfahrt nach vorne und kontrollierte seine Positionierung selbst. „Er hat genau das gemacht, was er vorher gesagt hat. Er wollte bis ins Ziel sicher bleiben“, bemerkte Worre.
Diese Entscheidung brachte Vingegaard rund anderthalb bis zwei Kilometer an die Spitze des Feldes. Der Move verband Positionierung mit Risikomanagement statt mit dem kompromisslosen Angriff auf den Etappensieg. „Der sicherste Platz in einer Abfahrt ist tatsächlich vorne, und das hat er ohne unnötiges Risiko umgesetzt.“
Während Fahrer wie Evenepoel und Tom Pidcock den bergauf führenden Sprint um den Sieg voll ausfuhren, agierte Vingegaard abwägender. Er wurde schließlich Elfter, nahe genug, um Lücken zu vermeiden und doch fern vom volatilsten Teil des Finales. „Er ist sogar einen guten Sprint gefahren, obwohl er zuvor Führungsarbeit geleistet hatte. Man kann immer Lücken fürchten, aber er kam sicher durch.“
Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Tom Pidcock und Mattias Skjelmose fahren gemeinsam bergauf bei der Volta a Catalunya 2026
Jonas Vingegaard, Remco Evenepoel, Tom Pidcock und Mattias Skjelmose fahren gemeinsam bergauf bei der Volta a Catalunya 2026

Almeida entpuppt sich als eigentliche Gefahr

Wenn Evenepoels früher Vorteil kein Grund zur Sorge ist, hebt Worre stattdessen einen anderen Namen als größere Bedrohung im Kampf um das Gesamtklassement hervor. „Um Evenepoel bin ich nicht so besorgt. Eher um Almeida, wenn er sein Topniveau trifft.“
Diese Einschätzung fügt der Renndynamik eine weitere Ebene hinzu. Während Evenepoel Vingegaard bereits über Bonussekunden Zeit abgenommen hat, bleibt Joao Almeida als konstanter und potenziell entscheidender Gegner über die Woche hinweg stark positioniert.
Mit einem weiteren fordernden Finale auf Etappe 2 könnte sich das frühe Muster des Rennens wiederholen. Sollte Warres Analyse zutreffen, zählen die an der Costa Brava ersprinteten Margen am Ende womöglich weniger als das, was sich später in den Bergen abspielt.
Klatscht 0Besucher 0
loading

Gerade In

Beliebte Nachrichten

Loading