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Trotz großer Siege 2026: Portugiesisches Continental-Team Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua löst sich auf

Radsport
durch Nic Gayer
El Tavfer disuelve su estructura a final de año, no seguirá la temporada 2027 © Kike Abelleira
Der portugiesische Radsport verliert zur Saison 2027 eine seiner etablierten Continental-Mannschaften. Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua wird den Rennbetrieb nicht fortsetzen. Damit endet ein Projekt, das über viele Jahre zum festen Bestandteil des portugiesischen Pelotons gehörte und regelmäßig bei den wichtigsten Rennen des Landes vertreten war. Besonders eng ist die Geschichte der Mannschaft mit der Stadt Mortagua und einer Familie verbunden, die das Team auch nach dem Tod seines Gründers weiterführte.
Ins Leben gerufen wurde die Mannschaft aus der Region Beira Alta vom ehemaligen Sprinter Pedro Silva. In seiner Heimatstadt gründete er den Velo Clube do Centro mit dem Ziel, portugiesischen Fahrern eine sportliche Perspektive zu bieten. Nach seinem Tod im Juli 2021 übernahm sein Sohn Xavier Silva die Leitung des Projekts, während Gustavo Veloso für die sportliche Führung verantwortlich war. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass das Team weiterhin Bestand hatte und bei den bedeutendsten Rennen Portugals an den Start ging.

Überraschendes Aus trotz erfolgreicher Saison 2026

Umso überraschender kommt die Nachricht vom bevorstehenden Ende angesichts der sportlichen Leistungen in der Saison 2026. Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua hatte insbesondere bei der Volta a Portugal wieder auf sich aufmerksam gemacht und war nach längerer Zeit auf die oberste Stufe des Siegerpodests zurückgekehrt. Damit bewies die Mannschaft, dass sie auch gegen finanziell besser ausgestattete Konkurrenten um bedeutende Erfolge kämpfen konnte. Weitere internationale Siege schienen die sportliche Grundlage für eine Fortsetzung des Projekts zusätzlich zu stärken.
Leangel Linarez in Aktion.
Leangel Linarez bescherte Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua 2026 einen wichtigen Etappensieg bei der Volta a Portugal. Trotz dieses Erfolgs und zweier weiterer Siege bei der Volta a Venezuela wird das portugiesische Continental-Team 2027 nicht mehr an den Start gehen.
Doch selbst diese Resultate konnten die Zukunft des Teams nicht sichern. Wie das portugiesische Radsportmedium Top Cycling am 31. Oktober berichtete, wird Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua 2027 nicht mehr im Peloton vertreten sein. Für einen Großteil des Kaders bedeutet die Entscheidung, dass sich die Fahrer nach neuen Arbeitgebern umsehen müssen, um ihre Profikarriere fortzusetzen. Einige haben bereits eine neue Mannschaft gefunden.

Leangel Linarez sorgt für die letzten großen Erfolge der Teamgeschichte

Zu den wichtigsten Leistungsträgern der letzten Saison gehörte Leangel Linarez. Der venezolanische Sprinter bescherte Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua mit seinem Etappensieg in Elvas bei der Volta a Portugal einen besonders bedeutenden Erfolg. Entscheidend war dabei auch die geschlossene Mannschaftsleistung. Vor allem Joao Matias spielte bei der Vorbereitung des Sprints eine Schlüsselrolle und ebnete seinem Teamkollegen den Weg zum Sieg beim wichtigsten Rennen des portugiesischen Kalenders.
Linarez überzeugte darüber hinaus auch international. Bei der Volta a Venezuela gewann er zwei weitere Etappen und erhöhte seine persönliche Erfolgsbilanz damit auf drei Saisonsiege. Diese Resultate unterstrichen die Wettbewerbsfähigkeit der Mannschaft bei unterschiedlichen Rennen und auf internationaler Ebene.
Dennoch erwiesen sich die sportlichen Erfolge als unzureichend, um die Probleme zu überwinden, die schließlich zur Einstellung des Rennbetriebs führten. Das Aus von Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua verdeutlicht einmal mehr, wie schwierig es für Continental-Teams ist, langfristig eine stabile wirtschaftliche Grundlage zu schaffen – selbst wenn die Ergebnisse auf der Straße stimmen.

Zahlreiche Fahrer auf Teamsuche – Rafael Barbas wechselt nach Spanien

Besonders hart trifft die Entscheidung die Fahrer, deren sportliche Zukunft für 2027 noch ungeklärt ist. Ein großer Teil des bisherigen Kaders muss sich nun auf einem zunehmend umkämpften Transfermarkt nach neuen Möglichkeiten umsehen. Gleichzeitig verliert der portugiesische Radsport mit dem Ende der Mannschaft weitere Start- und Entwicklungsmöglichkeiten für einheimische Profis.
Zu den wenigen Fahrern, die bereits Planungssicherheit haben, gehört Rafael Barbas. Der Portugiese hat einen Vertrag beim spanischen Team Caja Rural-Seguros RGA unterschrieben und kann seine Karriere damit fortsetzen.
Barbas war bei der jüngsten Volta a Portugal der bestplatzierte Fahrer von Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua. Mit Rang 15 in der Gesamtwertung erzielte er das beste Ergebnis seiner Mannschaft im Kampf um das Gesamtklassement. Während er bei seinem neuen Team eine sportliche Perspektive gefunden hat, steht die Zukunft vieler seiner bisherigen Teamkollegen weiterhin offen.
Mit der Auflösung von Tavfer-Ovos Matinados-Mortagua geht eine besondere Geschichte des portugiesischen Radsports zu Ende. Das in Mortagua gegründete Projekt überstand den Tod seines Gründers Pedro Silva und blieb dank des Engagements seiner Familie über Jahre hinweg bestehen. Dass die Mannschaft ausgerechnet nach einer Saison mit mehreren bedeutenden Siegen Abschied nehmen muss, macht ihr Ende umso bemerkenswerter.
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