
Die Straßensaison 2025 ist offiziell zu Ende – und für jene Fahrer, die noch um einen neuen Vertrag kämpfen, sind die letzten Chancen auf der Straße vorüber. In anderen Disziplinen mag es noch Möglichkeiten geben, doch das Transferfenster der WorldTour schließt sich langsam. Während viele Teams ihre Kader für 2026 bereits absichern, befinden sich einige namhafte Profis weiterhin auf dem Markt – und das UAE Team Emirates – XRG könnte kurz davor stehen, einen der überraschendsten Transfers des Winters perfekt zu machen.
Anmeldungen
Das Ende von Arkéa – B&B Hotels hat zahlreiche Fahrer auf den Markt gebracht – und viele von ihnen fanden rasch ein neues Zuhause. Die meisten Schlüsselakteure hatten ihre Zukunft bereits früh gesichert: Ewen Costiou, wohl das größte verbliebene Talent des Teams, schließt sich Groupama–FDJ an, während der junge Norweger Embret Svestad-Bardseng überraschend bei den INEOS Grenadiers unterschreibt. Laurens Huys und Simon Guglielmi wechseln hingegen zu französischen Kontinentalmannschaften – Nice Métropole Côte d’Azur bzw. St Michel–Préférence Home–Auber93.
Auch auf anderen Ebenen des Pelotons herrscht Bewegung: Unibet Rose Rockets hat nicht nur einen neuen Sponsor vorgestellt, sondern zugleich zwei Kletterer verpflichtet – Teil eines ehrgeizigen Plans, über Wildcards bereits 2026 an der Tour de France teilzunehmen. Wout Poels wird seine Karriere im kommenden Jahr mit dem niederländischen Team beenden, während der tschechische Tour-Etappensieger Janis Peter als echtes Schnäppchen aus dem ProTeam-Bereich gilt.
Soudal–Quick-Step sicherte sich nach dem geplatzten Transfer von Edward Planckaert die Dienste von Laurenz Rex, während das künftig umbenannte Israel–Premier Tech nach dem Rückzug seines Hauptsponsors zwei Neuzugänge verkündete: Ryan Mullen und Pau Martí. Bei Uno-X verstärkt Anthon Charmig das Team nach seinem Wechsel von Astana, das seinerseits den Österreicher Marco Schrettl unter Vertrag nahm.
Decathlon AG2R La Mondiale gab zudem die Beförderung des französischen Supertalents Aubin Sparfel in die WorldTour-Mannschaft für 2027 bekannt. Und auch auf Kontinentalebene sorgt ein interessanter Transfer für Aufsehen: Der Mexikaner Cesar Macias, einer der auffälligsten Fahrer der Saison, wechselt zu Burgos–Burpellet BH.
Gerüchte
Die wichtigste Transfernachricht der Woche könnte die mögliche Verpflichtung von Benoît Cosnefroy durch das UAE Team Emirates – XRG sein. Während sich bei Decathlon AG2R La Mondiale mit dem Rücktritt von Nans Peters und der ungewissen Zukunft von Victor Lafay bereits ein Generationenwechsel andeutet, scheint nun auch die Ära von Cosnefroy bei der französischen Mannschaft zu Ende zu gehen. Laut Ciro Scognamiglio von La Gazzetta dello Sport ist der Wechsel bereits beschlossene Sache – lediglich die offizielle Bestätigung steht noch aus.
Der 30-jährige Franzose hat seine gesamte Profikarriere im AG2R-Trikot bestritten und sich dabei als einer der erfolgreichsten Fahrer des französischen Rennkalenders etabliert. Mit Siegen bei Rennen wie dem GP de Québec, dem Bretagne Classic, dem GP du Morbihan sowie zahlreichen Podestplätzen bei nationalen Klassikern und Etappenrennen galt Cosnefroy lange als „König der französischen Eintagesrennen“.
Doch in einer Ära, in der vielseitige Kletterer auch auf kurzen, explosiven Anstiegen dominieren, ist der klassische Puncheur-Typ zunehmend im Nachteil. Cosnefroy bleibt dennoch ein Ausnahmeathlet – ein offensiver Fahrer mit 21 Profisiegen und dem Instinkt für den richtigen Moment zum Angriff.
Die Saison 2025 verlief allerdings alles andere als ideal. Nach einer Knieverletzung begann Cosnefroy sein Rennjahr erst Ende April bei der Tour de Romandie, feierte kurz darauf einen Sieg beim GP du Morbihan, musste seine Saison aber bereits am 1. Juni beenden. Ein Sturz bei der Tour de Suisse ließ die alte Verletzung wieder aufbrechen – und stoppte seine Saison nach nur 13 Renntagen.
Gerade deshalb käme ein Wechsel zu den UAE überraschend – aber auch mit einer gewissen Logik. Das Team um Tadej Pogacar pflegt einen außergewöhnlich breiten Rennkalender, der vielen Fahrern individuelle Chancen bietet. Tim Wellens, Jhonatan Narváez oder Marc Hirschi haben gezeigt, dass offensive Allrounder in dieser Struktur aufblühen können. Ein gesunder Cosnefroy könnte in diesem Umfeld genau die richtige Rolle finden: als erfahrener, siegeshungriger Fahrer, der die ohnehin beeindruckende Siegstatistik des Teams noch weiter ausbaut.

Benoît Cosnefroy und die VAE waren nie ein wahrscheinliches Paar, aber es könnte passieren. @Sirotti
Vertragsverlängerungen
Das Movistar Team hat lange mit der Bekanntgabe seiner Vertragsverlängerungen gewartet – und nun mit einem echten Paukenschlag reagiert. Gleich sechs Fahrer wurden auf einmal bestätigt, um einen stabilen und wettbewerbsfähigen Block für die Saison 2026 zu formen.
Angeführt wird die Liste von Nairo Quintana, der seine Karriere auf WorldTour-Niveau um mindestens ein weiteres Jahr fortsetzen wird. Der Kolumbianer bleibt damit die Schlüsselfigur für das Team in den Bergen. Zudem verlängerte Movistar den Vertrag seines neuen Top-Sprinters Orluis Aular langfristig bis 2028 – ein klares Signal für die strategische Neuausrichtung des Teams.
Auch die erfahrenen Helfer Nelson Oliveira, Jorge Arcas, Albert Torres und Jefferson Alveiro Cepeda bleiben an Bord und bilden das Rückgrat einer Mannschaft, die in der kommenden Saison sowohl auf Kontinuität als auch auf taktische Flexibilität setzt.
Währenddessen sorgt auch das UAE Team Emirates – XRG weiter für Schlagzeilen auf dem Transfermarkt: Tim Wellens hat seinen Vertrag bis 2027 verlängert, nachdem er 2025 eines seiner stärksten Jahre in der WorldTour zeigte. Der Belgier bleibt eine wichtige Stütze im Team von Tadej Pogačar, das zudem auf seine bewährten nordischen Routiniers Vegard Stake Laengen und Julius Johansen auch 2026 zählen kann.
Beim XDS Astana Team wurden die Verträge von Max Kanter und Henok Mulubrhan verlängert, während TotalEnergies auf Kontinuität mit Mathieu Burgaudeau setzt. Auch das Tudor Pro Cycling Team hält an Roland Thalmann fest, und Caja Rural – Seguros RGA verlängerte mit dem vielseitigen Portugiesen Iuri Leitão.
Im Frauenpeloton gibt es ebenfalls Bewegung: SD Worx hat mit Marie Schreiber eine ihrer größten Nachwuchshoffnungen langfristig gebunden – ein deutliches Signal, dass das Team auch in Zukunft seine Vormachtstellung behaupten will.
Weiterlesen
Klatscht 0Besucher 0
Gerade In
Beliebte Nachrichten
Aktuelle Kommentare
- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
- Sorry für meine Vertipper. Seltsam, dass man nichtmal 5 Minuten lang editieren kann.Wurm25-10-2026
- Ich bon etwas verwirrt, das ganze Jahr hieß es "Ineos hat mit Netcompany nen 100 Millionen Euro Fisch an Land gezogen. Plus das Total Enerfie Geld sollte doch genug vorhanden sein. Oder hat ne absurde Ablöse für Onley alles verbraucht? Dann sollte dwe Verantwortliche evtl gehangen werden ;)Wurm25-10-2026
- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026










