Vom 20. bis 24. April steht die
Tour of the Alps im Rennkalender – traditionell eine der wichtigsten Generalproben für den Giro d’Italia. Gleichzeitig hat sich die Rundfahrt längst als eigenständiges Prestige-Rennen etabliert: Anspruchsvolle Hochgebirgsetappen und ein internationaler Streckenverlauf über mehrere Landesgrenzen hinweg prägen ihr Profil. Die 5. Etappe, zugleich das große Finale, startet voraussichtlich um 12:00 Uhr und endet gegen 15:15 Uhr CET.
Ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1962 zurück, als Enzo Moser die Premiere gewann. Nach einer längeren Unterbrechung wurde das Rennen 1980 neu belebt und entwickelte sich rasch zu einer wichtigen Plattform für italienische Rundfahrtspezialisten. Aufgrund ihrer Position im Kalender galt die Rundfahrt lange als ideale Vorbereitung für Giro-Anwärter. Namen wie Paolo Savoldelli, Gilberto Simoni, Damiano Cunego, Vincenzo Nibali, Ivan Basso, Michele Scarponi und Domenico Pozzovivo prägten das damalige Rennen, das noch unter dem Titel „Giro del Trentino“ ausgetragen wurde.
Der letzte italienische Gesamtsieg liegt inzwischen mehr als ein Jahrzehnt zurück und datiert aus dem Jahr 2013. Seitdem hat sich die Siegerliste deutlich internationalisiert und gleichzeitig weiter an sportlicher Qualität gewonnen. Cadel Evans, Richie Porte, Mikel Landa, Geraint Thomas, Thibaut Pinot, Pavel Sivakov, Simon Yates, Romain Bardet, Tao Geoghegan Hart, Juan Pedro López und zuletzt Michael Storer sicherten sich den Gesamtsieg.
Storer entschied die Rundfahrt im Vorjahr nach fünf besonders anspruchsvollen Etappen für sich. In einem Rennen mit zahlreichen Verschiebungen im Klassement setzte er sich letztlich im direkten Duell mit
Thymen Arensman durch.
Streckenprofil Etappe 5: Trento - Bozen
Trento - Bozen, 128,6 Kilometer
Die 5. Etappe bildet den Abschluss der Rundfahrt und ist mit nur 128 Kilometern vergleichsweise kurz, beginnt jedoch unmittelbar mit einem markanten Anstieg. Bevor das Rennen in Bozen endet, warten zwei anspruchsvolle Berge, die den Klassementfahrern noch einmal alles abverlangen dürften.
Zunächst steht der Montoppio auf dem Programm – 12,7 Kilometer mit durchschnittlich sieben Prozent Steigung. Seine Kuppe liegt rund 35 Kilometer vor dem Ziel und dürfte bereits eine erste Selektion im Feld auslösen. Anschließend folgt mit der Cologna di Sopra ein weiterer Schlüsselanstieg über acht Kilometer, der mit zweistelligen Steigungsprozenten beginnt und im mittleren Abschnitt einen Zwischensprint bereithält. Der Gipfel wird 16 Kilometer vor dem Ziel erreicht.
Gerade auf diesem Terrain kann sich das Gesamtklassement noch einmal entscheidend verändern. Die Etappe gilt klar als Herausforderung für die stärksten Kletterer im Feld. Auch die technische Abfahrt Richtung Ziel verlangt höchste Konzentration – denn auf den letzten Kilometern besteht weiterhin die Möglichkeit, das Rennen zu entscheiden oder noch zu verlieren.
Prognose Tour of the Alps 2026, Etappe 5:
***
Giulio Pellizzari, Thymen Arensman
** Egan Bernal, Aleksandr Vlasov, Michael Storer
* Mathys Rondel, Jakob Omrzel, Chris Harper, Tom Pidcock, Domenico Pozzovivo, Ben O'Connor, Derek Gee
Unser Tipp: Giulio Pellizzari
Wie: Solosieg
Original: Rúben Silva