Tibor del Grosso sieht seine Chance ohne van der Poel: „Ich kann auf eigene Karte fahren“

Radsport
Montag, 01 Dezember 2025 um 20:00
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Tibor del Grosso ist 2025 bei Alpecin–Deceuninck endgültig zum WorldTour-Profi gereift. Abseits des Scheinwerferlichts von Mathieu van der Poel etablierte sich der Niederländer als verlässlicher Klassikerfahrer – und blickt nun bereits auf 2026, wo er auf eigene Chancen hofft, wenn sein prominenter Teamkollege fehlt.
Neben einem starken Auftritt bei der Volta a Catalunya, bei der er zwei Etappenpodien einfuhr, überzeugte Del Grosso auch bei Dwars door Vlaanderen mit Rang sechs. „Schade, dass ich den drei Visma-Fahrern nicht folgen konnte. Dahinter war ich mit Mads Pedersen unterwegs – und ehrlich gesagt: Wenn selbst er nicht mitkommt, ist das für mich keine Schande“, sagte Del Grosso im Gespräch mit Wieler Revue.
„Es ist richtig cool, mit solchen Jungs Rennen zu fahren. Das sind Fahrer, die ich vor Kurzem noch im Fernsehen gesehen habe. Das macht richtig Lust auf mehr.“ Anschließend absolvierte er bewusst ein reduziertes Programm abseits der großen WorldTour-Frühjahrsklassiker. Diese Freiräume nutzte er für seinen ersten Profisieg bei der Tour of Turkey und wurde Vierter auf der Königsetappe der Renewi Tour in Geraardsbergen – ausgerechnet in dem Rennen, das van der Poel gewann.
Im Winter steht traditionell der Wechsel ins Querfeldein an, doch der Blick richtet sich bereits nach vorne: Wie sieht 2026 auf der Straße aus? „Das Team arbeitet noch am Programm, aber ich hoffe sehr, nun die großen Klassiker fahren zu dürfen. Einige Fahrer haben uns verlassen, daher denke ich, dass auch das Team Interesse daran hat. Mathieu fährt nicht jeden Frühjahrsklassiker – also bin ich sicher, dass ich meine eigenen Chancen bekommen werde.“
Angesichts seiner Qualitäten dürfte Del Grosso in ausgewählten Rennen tatsächlich Freiheiten erhalten. Gleichzeitig wird er mit dem Abgang von Gianni Vermeersch und Quinten Hermans wohl auch zu einer wichtigen Stütze für van der Poel bei der Flandern-Rundfahrt und Paris–Roubaix – zwei Rennen, die er bislang noch nicht bestritten hat, die aber künftig fest in seinem Kalender stehen dürften. „Es ist eine großartige Herausforderung, De Ronde und Roubaix gemeinsam mit dem Team zu gewinnen“, sagt er.
Auf dem Kopfsteinpflaster sieht sich der 22-Jährige ohnehin am stärksten. Seine Perspektive auf der Straße ist vielversprechend. „Dort sehe ich wirklich meine Zukunft. Ich bin inzwischen recht groß geworden, da werden die Ardennen eher schwierig – vor allem, wenn man dort gegen Tadej und Remco fahren muss.“
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