Tadej Pogacars
neu bekanntgegebene Sponsoring-Vereinbarung gerät verstärkt unter Beobachtung, nachdem ein ausführlicher Bericht frühere juristische und regulatorische Probleme des Krypto-Unternehmens beleuchtet, mit dem er kooperiert.
Pogacar Sponsoring unter der Lupe
Anfang dieser Woche bestätigte Pogacar, dass er globaler Markenbotschafter der Krypto-Plattform KuCoin geworden ist – die jüngste Erweiterung seines wachsenden Sponsoring-Portfolios abseits des Rads.
Eine anschließende Recherche von road.cc stellt jedoch Fragen zur Vergangenheit der Börse und ihren früheren Auseinandersetzungen mit Aufsichtsbehörden.
Dem Bericht von road.cc zufolge bekannten sich KuCoin und zwei seiner Gründer im vergangenen Jahr in den USA schuldig, gegen Anti-Geldwäsche-Gesetze verstoßen zu haben. US-Behörden warfen der Plattform vor, für US-Nutzer keine wirksamen Know-Your-Customer- und Anti-Geldwäsche-Programme implementiert zu haben und Transaktionen in Milliardenhöhe abgewickelt zu haben, die später als illegal oder verdächtig eingestuft wurden.
In einer von road.cc zitierten Erklärung sagte US-Staatsanwältin Danielle Sassoon: „Über Jahre hinweg vermied es KuCoin, die erforderlichen Geldwäsche-Richtlinien umzusetzen, die kriminelle Akteure identifizieren und illegale Transaktionen verhindern sollen. Infolgedessen wurde KuCoin genutzt, um verdächtige Transaktionen in Milliardenhöhe zu erleichtern und mutmaßlich kriminelle Erlöse zu übertragen, darunter Gelder aus Darknet-Märkten sowie aus Malware-, Ransomware- und Betrugsschemata.“
Die Börse soll sich im Rahmen des Verfahrens bereit erklärt haben, erhebliche Geldstrafen zu zahlen und sich für einen festgelegten Zeitraum aus dem US-Markt zurückzuziehen. Der Bericht von road.cc führt zudem weitere Maßnahmen von Aufsichtsbehörden in anderen Rechtsräumen auf, darunter Bußgelder und Verbote wegen Betriebs ohne ordnungsgemäße Registrierung und Compliance.
Seltene Prüfung für eine Pogacar-Partnerschaft
Dass eine Partnerschaft von Pogacar derart kritisch beäugt wird, ist ungewöhnlich. Der vierfache Tour-de-France-Sieger hat sich bislang meist mit etablierten Equipment-, Performance- und Lifestyle-Marken verbunden, seine kommerziellen Beziehungen sorgten im Radsport selten für Kontroversen.
Der road.cc-Bericht ordnet den jüngsten Deal in ein breiteres Muster von Krypto-Sponsorings im Sport ein – ein Feld, das nach prominenten Börsen-Zusammenbrüchen und regulatorischen Eingriffen der vergangenen Jahre verstärkt im Fokus steht. Gegenüber road.cc zog Softwareingenieurin und Kryptowährungsforscherin Molly White Parallelen zu früheren Fällen, in denen Athleten Krypto-Plattformen bewarben.
„Persönlich halte ich es für unangebracht, wenn Sportler mit irgendeiner Krypto-Börse kooperieren, unabhängig davon, wie gut geführt sie angeblich ist“, sagte White. „Das erinnert in vielerlei Hinsicht an FTX. Zumindest in den USA ist Tom Brady und Steph Curry, die FTX als den ‚sicheren und einfachen Ort zum Kryptokauf‘ anpriesen, noch lange nicht vergessen.“
White ergänzte, dass diese Empfehlungen später Gegenstand von Klagen wurden, nachdem Anleger Verluste erlitten hatten – ein Hintergrund, der die öffentliche Skepsis gegenüber Krypto-Partnerschaften im Spitzensport geprägt hat.
Kein Kommentar aus Pogacars Umfeld
Laut road.cc lehnten Pogacars Vertreter eine Stellungnahme dazu ab, ob der Fahrer oder sein Managementteam vor der Ankündigung der Partnerschaft über die früheren juristischen Probleme von KuCoin informiert waren. Sein
UAE Team Emirates - XRG reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf Anfragen.
Weder Pogacar noch KuCoin sind seit Veröffentlichung des Berichts öffentlich auf die darin erhobenen Punkte eingegangen. Finanzielle Details der Botschafter-Vereinbarung wurden nicht genannt, ebenso wenig, wie die Partnerschaft aktiviert oder gesteuert werden soll.
Der Bericht hat jedoch eine öffentliche Debatte angestoßen, die mit Pogacars Aktivitäten abseits des Rads sonst kaum verbunden ist. Als einer der markantesten Werbeträger des Pelotons werden seine Sponsorenwahlen zunehmend breiter bewertet, insbesondere wenn sie über das traditionelle kommerzielle Ökosystem des Sports hinausreichen.