„Das lässt sich nicht rechtfertigen“ – ASO eines ‚großen Fehlers‘ bezichtigt, nachdem die Unibet ROSE Rockets bei der Wildcard-Vergabe für die Tour de France 2026 zugunsten von Caja Rural übergangen wurden

Radsport
Freitag, 30 Januar 2026 um 19:00
Unibet Rose Rockets und Team um Bas Tietema mit Glücksspiel-Sponsoring im Radsport
Die Entscheidung der ASO, für die Tour de France 2026 eine Wildcard an Caja Rural statt an Unibet ROSE Rockets zu vergeben, ist als schwerer sportlicher Fehler bezeichnet worden. Der dänische Radsportexperte Emil Axelgaard argumentiert, die Wahl lasse sich leistungsmäßig nicht verteidigen.

ASO-Entscheidung verstehen warum Caja Rural Unibet überholt

Gegenüber TV2 sprach Axelgaard von einer „gigantischen Überraschung“, zumal Unibet vor der Saison 2026 sportlich massiv aufgerüstet hat und die Konkurrenz um die Ermessensplätze in diesem Jahr relativ gering ist.
„Aus sportlicher Sicht ist das nicht zu rechtfertigen“, sagte Axelgaard, nachdem die ASO Caja Rural als eine der Wildcard-Auswahlen bestätigt und Unibet außen vor gelassen hatte.
Die Entscheidung fiel im Kontext der bereits fixierten Tour-Zusammenstellung auf. Mit den automatischen WorldTeam-Plätzen gesetzt und den bestplatzierten ProTeams sicher dabei, blieben der ASO nur wenige Wildcards im Ermessensbereich. Diese gingen letztlich an etablierte, traditionelle Teams statt an das stark verstärkte Unibet-Projekt.

Axelgaard stellt die sportliche Logik hinter dem ASO-Beschluss infrage

Axelgaard machte deutlich, dass er Unibet ROSE Rockets in diesem Jahr nahezu automatisch erwartet hatte – gestützt auf Kaderstärke und strategische Positionierung.
„Ich hielt es für nahezu sicher, dass sie Unibet in diesem Jahr nominieren, wo die Konkurrenz um Plätze sehr gering ist“, sagte er. „Das Team hat sogar eine französische Lizenz erhalten und sich klar für die kommende Saison verstärkt – mit Namen wie Groenewegen, Poels und sogar einem französischen Helden wie Lafay.“
Unibets Wintertransfers brachten bewährte Tour-Etappensieger und etablierte Grand-Tour-Fahrer in den Kader und rückten die Mannschaft durch den Lizenzwechsel zugleich näher an die französische Identität der Tour de France. Aus Axelgaards Sicht hätte diese Kombination im Wildcard-Prozess erhebliches Gewicht haben müssen.
„Sportlich haben sie daher deutlich mehr beizutragen als Caja Rural“, ergänzte er und verwies auf Unibets starke Frühform in Spanien als weiteren Beleg der Wettkampftauglichkeit.

Prinzip vor Leistung in der Wildcard-Logik der ASO

Nach Axelgaard basiert die Entscheidung der ASO weniger auf unmittelbarem sportlichem Mehrwert als auf langjährigen organisatorischen Prinzipien. Er deutete an, dass die Tour-Veranstalter Teams zunächst in Rennen wie Paris–Nizza oder dem Critérium du Dauphiné bewerten, bevor sie ihnen Zugang zur Tour de France gewähren.
Dieser Ansatz spielte Caja Rural in die Karten, das in den vergangenen Saisons bereits unter ASO-Bedingungen getestet wurde, während Unibet trotz rascher Fortschritte in der absoluten Spitze noch relativ neu ist. Der spanische Grand Départ 2026 könnte den geografischen Appeal von Caja Rural zusätzlich gestärkt haben, auch wenn Unibet inzwischen unter französischer Lizenz fährt.
Dennoch, so Axelgaard, dürften diese Faktoren die Qualität auf der Straße nicht überwiegen.
„Ich halte das aus sportlicher Sicht für einen großen Fehler“, sagte er. „Caja Rural kann schlicht nicht das bieten, was Unibet kann.“

Kluft in der Kaderbreite zwischen beiden Teams

Axelgaard verwies explizit auf die personelle Tiefe bei Unibet, um zu begründen, warum die Wildcard-Entscheidung aus seiner Sicht verfehlt ist. Er hob die Anzeichen eines Aufschwungs bei Dylan Groenewegen hervor, die schnelle Entwicklung von Lukas Kubis sowie Victor Lafays ermutigendes Comeback nach Verletzung.
Im Gegensatz dazu räumte er ein, dass Caja Rural bei der Vuelta a España Lichtblicke zeigte, als Fahrer wie Abel Balderstone und Jaume Guardeno Durchbruchsmomente hatten. Er stellte jedoch infrage, ob diese Leistungen den Anforderungen der Tour de France standhalten.
„Sie hatten bei der Vuelta einen kleinen Durchbruch, aber bei der Tour werden sie zu kurz kommen“, sagte Axelgaard. „Das ist aus sportlicher Sicht nicht zu rechtfertigen.“

Eine Entscheidung, die weiter diskutiert werden wird

Da Unibet ROSE Rockets massiv in ihr sportliches Projekt investieren und sich klar mit Blick auf die Tour de France positionieren, dürfte ihr Fehlen im Rennen von 2026 die Saison über ein Thema bleiben.
Axelgaards Einschätzung trifft den Kern der Debatte. Während die Wildcard-Philosophie der ASO Kontinuität und kontrollierte Entwicklung priorisieren mag, argumentieren Kritiker, die Tour riskiere, Teams mit größerem sportlichem Impact zugunsten sicherer, vertrauter Optionen außen vor zu lassen.
Vorerst bleibt die Entscheidung der ASO bestehen. Doch während Unibet weiter punkten will und Caja Rural sich auf die größte Bühne des Sports vorbereitet, wird die Frage, ob sich diese Wildcard tatsächlich verteidigen lässt, kaum verstummen.
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