„Jemand muss es tun“ – Nico Denz über den Albtraum, Remco Evenepoel auf dem Zeitfahrrad zu folgen

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 30 Januar 2026 um 15:00
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Red Bull - BORA - hansgrohe durfte am Donnerstag beim Trofeo Ses Salines einen wichtigen Sieg feiern. Doch der Erfolg hatte seinen Preis. Nico Denz schilderte eindrücklich, wie anspruchsvoll es war, über die kompletten 24 Kilometer das Hinterrad von Remco Evenepoel zu halten.
Auf dem Papier stellte die deutsche Mannschaft das stärkste Aufgebot – und bestätigte diese Rolle auch auf der Straße. Der Vorsprung auf Movistar Team betrug beim Überqueren der Ziellinie durch die ersten vier Fahrer lediglich drei Sekunden, doch das reichte. Der knappe Erfolg bescherte Evenepoel ein perfektes Debüt im neuen Team und lieferte zugleich eine Blaupause für Abläufe, die man bei der Tour de France im Sommer wiederholen will.

Ein Zeitfahrblock für die Tour de France

Das Team-„7“ bestand aus sechs Fahrern, die intern bereits als nahezu gesetzt für die Tour gelten: Evenepoel, Florian Lipowitz, Maxim van Gils, Mattia Cattaneo, Gianni Moscon und Denz selbst. Das Ergebnis unterstrich den Anspruch, mit genau diesem Kern auch bei den großen Rundfahrten eine zentrale Rolle zu spielen.
Denz nahm im Mannschaftszeitfahren eine Schlüsselposition ein. Er fuhr direkt hinter Evenepoel und vor Lipowitz – eine Rolle, die maximale Konzentration erforderte. „An seinem Hinterrad zu sitzen oder selbst einen Zug zu fahren, von der Leistung her war es fast das Gleiche“, erklärte Denz nach dem Rennen gegenüber Het Nieuwsblad. Evenepoels extrem aerodynamische Position, ein wesentlicher Faktor seines Zeitfahrerfolgs, bietet den Hintermännern nur begrenzten Windschutz. Das bekam Denz deutlich zu spüren.
Trotzdem erreichte der Deutsche gemeinsam mit Evenepoel, Lipowitz und van Gils das Ziel. „Einer muss es ja machen“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Aus dem Team hieß es, Evenepoel habe laut Tagesplan längere Führungen übernehmen sollen, um die Gesamtbelastung innerhalb der Formation auszugleichen.
Evenepoel selbst zog ein positives Fazit: „Es war kein schwerer Kurs, was die Höhenmeter betrifft, aber ein Mannschaftszeitfahren ist immer hart. Wir hatten einen ziemlich strukturierten Plan und der ging auf, daher können wir zufrieden sein.“ Für Red Bull - BORA - hansgrohe war es ein Sieg mit Signalwirkung – und ein erster Härtetest auf dem Weg zu den großen Zielen des Jahres.
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