Tadej Pogacar kündigt drei große Ziele für 2027 an: Historischer Tour-Rekord, Radsport-WM und Vuelta-Revanche
Radsport
Tadej Pogacar hat seine wichtigsten Ziele für die Saison 2027 bereits festgelegt. Der slowenische Superstar will mit seinem sechsten Gesamtsieg bei der Tour de France zum alleinigen Rekordhalter aufsteigen, das Regenbogentrikot bei der Radsport-WM zurückerobern und erstmals die Vuelta a Espana gewinnen. Besonders die Spanien-Rundfahrt hat für den 28-Jährigen eine große Bedeutung: Sie ist die einzige Grand Tour, die noch in seiner beeindruckenden Erfolgssammlung fehlt. In diesem Jahr hatte ein schwerer Sturz seine Titelambitionen beendet, als er das Rennen bereits anführte.
Über seine ehrgeizigen Pläne sprach Pogacar bei einer Wohltätigkeits-Golfveranstaltung im slowenischen Volcji Potok, wie RTV Slovenia berichtet. Der angestrebte Dreifach-Erfolg stellt ihn vor eine besondere Herausforderung: Zwischen dem Straßenrennen der Radsport-WM und dem Start der Vuelta a Espana liegen lediglich sechs Tage. Zuvor möchte der Kapitän von UAE Team Emirates - XRG bereits bei der Tour de France Radsportgeschichte schreiben.
Pogacar trainiert bereits wieder – Comeback noch im November geplant
„Die meisten in unserem Team sind noch in dieser Saison im Einsatz, aber meine Saisonpause ist eigentlich schon vorbei“, erklärte Pogacar bei der Veranstaltung. Während zahlreiche seiner Teamkollegen noch ihre letzten Renneinsätze absolvieren, hat der Slowene seine Vorbereitung auf die kommende Saison bereits aufgenommen.

Tadej Pogacar hat für 2027 gleich drei große Ziele im Visier: Mit seinem sechsten Tour-de-France-Sieg will der Slowene Geschichte schreiben, bei der Radsport-WM das Regenbogentrikot zurückerobern und erstmals die Vuelta a Espana gewinnen.
Noch vor dem Jahreswechsel möchte Pogacar auch wieder eine Startnummer am Rücken tragen. Gemeinsam mit Urska Zigart plant er am 29. November einen Start beim BeKing-Wohltätigkeitskriterium in Monaco. Eine Rückkehr, die nach seinem schweren Sturz keineswegs selbstverständlich war: UAE Team Emirates - XRG hatte noch im September mitgeteilt, dass Pogacar aufgrund seiner Verletzungen für den gesamten verbleibenden Saisonverlauf ausfallen werde.
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Inzwischen hat der Tour-Sieger das regelmäßige Training jedoch wieder aufgenommen – und das sogar deutlich früher als in den vergangenen Jahren. „Ich trainiere jetzt seit einer Woche wieder regelmäßig, einen Monat früher als in den vergangenen Jahren“, berichtete er über seinen aktuellen Trainingsstand.
Sechster Tour-de-France-Sieg würde Pogacar zum alleinigen Rekordhalter machen
Mit seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France im vergangenen Juli erreichte Pogacar eine historische Marke. Er zog mit den bisherigen Rekordhaltern Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain gleich, die ebenfalls jeweils fünfmal die Frankreich-Rundfahrt gewinnen konnten. Sollte der Slowene 2027 erneut triumphieren, wäre er der erste Fahrer der Radsportgeschichte mit sechs anerkannten Tour-Gesamtsiegen. Die vergangenen drei Austragungen konnte Pogacar bereits für sich entscheiden.
Die konkreten Vorbereitungen auf seinen nächsten Rekordversuch laufen noch vor der offiziellen Präsentation der vollständigen Tour-Strecke, die für Donnerstag, den 22. Oktober, in Paris angesetzt ist. Fest steht bereits, dass die Frankreich-Rundfahrt 2027 mit einem Grand Depart in Großbritannien beginnt. Der Startschuss fällt am 2. Juli in Edinburgh. Anschließend führt die Strecke durch England und Wales, bevor das Peloton nach Frankreich übersetzt. Das Finale ist für den 25. Juli vorgesehen.
Nur fünf Wochen nach dem Ende der Tour de France möchte Pogacar bei der Radsport-WM erneut nach dem Regenbogentrikot greifen. Bereits 2024 und 2025 hatte sich der Slowene den Titel im Straßenrennen gesichert. Seine Hoffnungen auf eine weitere erfolgreiche Titelverteidigung wurden in diesem Herbst allerdings durch die schweren Verletzungen bei der Vuelta a Espana zunichtegemacht. Bei der Radsport-WM in Montreal trat schließlich sein UAE-Teamkollege Brandon McNulty die Nachfolge an.
Die Radsport-WM 2027 findet in der französischen Region rund um Sallanches und Domancy statt. Dort hatte Bernard Hinault bereits 1980 den Titel im Straßenrennen gewonnen. Die Organisatoren haben für das Männer-Eliterennen einen äußerst anspruchsvollen Parcours mit 20 Runden, insgesamt 265 Kilometern und 5.700 Höhenmetern bestätigt. Eine zentrale Rolle spielt dabei die 2,5 Kilometer lange Cote de Domancy, die mit einer durchschnittlichen Steigung von 9,4 Prozent mehrfach bewältigt werden muss.
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Nur sechs Tage zwischen Radsport-WM und Vuelta: Pogacar plant die Revanche
Das Straßenrennen der Männer bei der Radsport-WM ist für den 29. August angesetzt. Bereits am 4. September beginnt die Vuelta a Espana, sodass Pogacar nach dem Kampf um das Regenbogentrikot kaum Zeit zur Erholung bleiben würde. Aufgrund der gemeinsam ausgetragenen Titelkämpfe wird die Spanien-Rundfahrt 2027 vollständig in den September verlegt. Ihr Finale ist für den 26. September geplant.
Mit der Vuelta hat Pogacar nach seinem bitteren Ausscheiden in diesem Jahr noch eine Rechnung offen. Der Slowene hatte bereits drei Etappen gewonnen und lag in der Gesamtwertung an der Spitze, als er auf der achten Etappe schwer stürzte und das Rennen aufgeben musste. Bei dem Unfall erlitt er einen Schlüsselbeinbruch, eine stabile Fraktur eines Halswirbels sowie eine Gehirnerschütterung. Damit endete sein Versuch, nach seinem Giro-d'Italia-Triumph von 2024 und seinen fünf Tour-de-France-Siegen auch die dritte große Landesrundfahrt in seine Erfolgsliste aufzunehmen.
Die Folgen des Sturzes verhinderten anschließend nicht nur seine Teilnahme an der Radsport-WM, sondern auch einen Start bei der Europameisterschaft vor heimischem Publikum. Zwischenzeitlich hatte Pogacar durchaus mit einem Comeback bei den Titelkämpfen in Slowenien geliebäugelt. Letztlich entschied er sich jedoch gegen eine verfrühte Rückkehr ins Renngeschehen. „Als sich meine Schulter beruhigt hatte, begann ich auf dem Heimtrainer zu trainieren. Schon bald bekam ich Lust, bei den Europameisterschaften in Slowenien zu starten. Die Angst vor einem erneuten Sturz hielt mich jedoch davon ab“, erklärte der Slowene.
In den kommenden Tagen reist Pogacar für verschiedene Team- und Sponsorentermine in die Vereinigten Arabischen Emirate. Im Rahmen dieser Verpflichtungen bietet sich zugleich die Gelegenheit, gemeinsam mit den Verantwortlichen von UAE Team Emirates - XRG die weitere Rennplanung für die Saison 2027 abzustimmen.
Wann und wo Pogacar seine kommende Saison beginnen wird, ist bislang ebenso offen wie die konkrete Gestaltung seines Frühjahrsprogramms. Ein weiteres großes Ziel könnte dabei erneut Paris-Roubaix sein. Der Kopfsteinpflaster-Klassiker ist das einzige der fünf Monumente, das dem Slowenen noch in seiner beeindruckenden Siegerliste fehlt. Bei seinem Debüt 2025 musste er sich Mathieu van der Poel geschlagen geben, ehe ihn Wout Van Aert im April dieses Jahres erneut auf den zweiten Platz verwies.

Nic GayerRedakteur
Nic Gayer ist seit 2022 im Journalismus tätig und begann seine Laufbahn als freier Redakteur im Lokaljournalismus für eine Tageszeitung. Für Radsportaktuell.de berichtet er über den professionellen Radsport und begleitet das Geschehen von der WorldTour bis zu wichtigen nationalen und internationalen Rennen. Sein Schwerpunkt liegt auf Vorberichten, Rennzusammenfassungen und Analysen, mit denen er Entwicklungen im Peloton klar einordnet.
Bei seiner Arbeit wird Nic von den Kolleginnen und Kollegen der Schwesterplattform CyclingUpToDate unterstützt, wodurch er regelmäßig direkten Zugang zu Teams, Fahrern und offiziellen Terminen erhält. Er arbeitet aus der Nähe von München und steht kurz vor dem Abschluss als Bachelor of Arts in Sportjournalismus. In seiner Berichterstattung legt er großen Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, präzise Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Also bitte, 1 MRT und man weiß bescheid. Vorausgesetzt die Ärzte sind keine Vollpfosten. Ich schreibe das, weil schon wieder PPNl das Thema ist.Wurm30-10-2026
- Wer ist Kimi Antonelli und hat Mercedes jetzt ein Radteam?Wurm29-10-2026
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- Hoffe sie setzen sich durch, ist überfällig und so kann's ja echt nicht weitergehen.Bonos10-10-2026
- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









