Victor Campenaerts hat die Eneco Tour 2026 gewonnen und damit einen besonderen Meilenstein seiner Karriere erreicht. Der Belgier von Visma - Lease a Bike sicherte sich erstmals in seiner Profillaufbahn den Gesamtsieg bei einer Rundfahrt. Während Campenaerts auf der Schlussetappe nach Arnhem seinen Triumph perfekt machte, feierte
Tim Merlier im Massensprint seinen zweiten Tagessieg bei der diesjährigen Austragung.
Campenaerts ging auf dem letzten Teilstück kein Risiko mehr ein und erreichte das Ziel sicher im Hauptfeld. Als Zehnter verteidigte er souverän das Führungstrikot, das er sich mit einer offensiven Vorstellung auf der dritten Etappe erkämpft hatte. Damit krönte der erfahrene Belgier eine bemerkenswerte Rennwoche, in der er nicht nur seine Angriffslust, sondern auch seine Qualitäten als Rundfahrer unter Beweis stellte.
Campenaerts verteidigt Führung und feiert ersten Rundfahrtsieg seiner Karriere
Mit einem Vorsprung von 15 Sekunden auf Wessel Mouris war Campenaerts in die letzte Etappe gestartet. Finn Fisher-Black folgte mit 30 Sekunden Rückstand auf dem dritten Gesamtrang. Nachdem der Visma-Profi seine Führung bereits am Samstag auf dem anspruchsvollen Teilstück zum Col du VAM erfolgreich verteidigt hatte, musste er am Sonntag nur noch die letzte Hürde meistern. Die Entscheidung im Massensprint spielte ihm dabei in die Karten und ließ seine Gesamtführung unangetastet.
Für den Belgier besitzt dieser Erfolg eine besondere Bedeutung. Vor der Eneco Tour hatte Campenaerts in seiner gesamten Profikarriere noch nie das Führungstrikot einer Rundfahrt getragen. Nun gelang ihm auf Anhieb der Sprung vom erstmaligen Gesamtführenden zum Rundfahrtsieger. Sein Triumph fiel zudem in eine Woche, in der die Fahrer von Visma - Lease a Bike ein besonderes Zeichen der Solidarität setzten: Die Mannschaft hatte angekündigt, ihr gesamtes bei der Eneco Tour gewonnenes Preisgeld an die Wohltätigkeitsorganisation „Ieder kind een fiets“ („Jedem Kind ein Fahrrad“) zu spenden.
Tim Merlier gewinnt Schlussetappe in Arnhem vor Dylan Groenewegen
Während Campenaerts den Gesamtsieg absicherte, stand auf der letzten Etappe erneut Tim Merlier im Mittelpunkt. Der Belgier von Soudal - Quick-Step hatte bereits den Auftakt in Ede für sich entschieden und bewies nun auch beim Finale in Arnhem seine Sprintstärke. Mit einem weiteren kraftvollen Antritt setzte er sich gegen die Konkurrenz durch und verwies Dylan Groenewegen sowie Davide Donati auf die Plätze zwei und drei.
Die entscheidende Phase des Rennens wurde zunächst von Unibet Rose Rockets geprägt. Die Mannschaft übernahm in den letzten Kilometern mit mehreren Fahrern die Kontrolle an der Spitze des Pelotons und bereitete den Massensprint vor. Merlier wartete dagegen geduldig auf seine Gelegenheit und eröffnete seinen entscheidenden Sprint auf den letzten 400 Metern.
Zuvor hatten Rick Ottema, Marijn Maas und Mattanja Woets das Rennen aus einer dreiköpfigen Ausreißergruppe heraus bestimmt. Später setzte sich Michiel Mouris aus dem Hauptfeld ab und schloss zu Maas an der Spitze auf. Doch die Bemühungen der Angreifer blieben letztlich ohne Erfolg: Innerhalb der letzten acht Kilometer wurde die Flucht beendet, sodass die Sprintermannschaften die Entscheidung unter sich ausmachen konnten. Im geschlossenen Feld erwies sich Merlier einmal mehr als der Schnellste. Hinter den drei Erstplatzierten belegte Jakob Söderqvist Rang vier, gefolgt von Elmar Reinders und Lukas Kubis.
Campenaerts überquerte die Ziellinie als Zehnter zeitgleich mit dem Etappensieger und konnte damit seinen ersten Gesamterfolg bei einer Rundfahrt feiern. Besonders bemerkenswert ist dieser Triumph angesichts des Rennverlaufs: Zu Beginn der Woche hatte Jakob Söderqvist mit Siegen in beiden Zeitfahren das Geschehen dominiert. Doch Campenaerts gelang es, das Blatt mit seinem Angriff auf der dritten Etappe zu wenden und seine Führung anschließend bis ins Ziel von Arnhem zu behaupten.