„Tadej braucht nichts Neues, um gewinnen zu wollen“ – Mauro Gianetti sieht Tom Pidcock als neue Gefahr für Pogacars Gelbes Trikot

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 18 Juli 2026 um 17:46
pogacar gianetti
Mauro Gianetti ist überzeugt, dass Tadej Pogacar keine zusätzliche Herausforderung benötigt, um seine Motivation im Kampf um den Gesamtsieg bei der Tour de France 2026 aufrechtzuerhalten. Der Kapitän von UAE Team Emirates - XRG kontrolliert das Rennen um das Gelbe Trikot, sieht sich nach der 13. Etappe jedoch mit einer neuen Bedrohung konfrontiert.
UAE Team Emirates - XRG prägt bei dieser Tour nahezu jede Etappe auf die eine oder andere Weise. Während Pogacar und Isaac del Toro die Bergetappen und Bergaufsprints bestimmen, jagt die Mannschaft auch an Tagen ohne größere Bedeutung für das Gesamtklassement den Ausreißern hinterher. Die Präsenz des Teams ist allgegenwärtig.

UAE Team Emirates - XRG greift auch aus der Ausreißergruppe an

Auch auf der Freitags-Etappe suchte UAE Team Emirates - XRG offensiv seine Chance – diesmal sogar aus der Ausreißergruppe heraus. Tim Wellens und Brandon McNulty gehörten zu den Fahrern, die auf den Etappensieg setzten. In einem spektakulären Ausreißerfeuerwerk bildete sich zunächst eine 57 Fahrer starke Spitzengruppe, ehe zwei anspruchsvolle Kletterpassagen das Feld an der Spitze auf nur noch zehn Fahrer reduzierten.
Tadej Pogacar auf der 11. Etappe der Tour de France 2026.
Tadej Pogacar kontrolliert bei der Tour de France 2026 das Gelbe Trikot, bekommt mit Tom Pidcock im Gesamtklassement jedoch einen neuen Verfolger.
Obwohl UAE Team Emirates - XRG weiterhin mit zwei Profis vertreten war, konnten sich Mauro Schmid und Harold Tejada entscheidend absetzen. Das Duo hielt die Verfolger bis zum Ziel auf Distanz.
„Vorne sind sie gut gefahren, sie haben gut zusammengearbeitet“, erklärte Gianetti gegenüber Cyclism’Actu.
„Es war klar, dass sie auf Sieg fuhren. Alle dachten, jemand würde die beiden Ausreißer zurückholen. Ich finde, wir haben unseren Teil erledigt. Mauro Schmid hat diese Etappe verdient. Tejada ebenfalls.“

UAE geht leer aus, Pidcock rückt im Gesamtklassement vor

Nachdem sich die große Ausreißergruppe formiert hatte, schaltete das Hauptfeld einen Gang zurück und ließ die Fahrer an der Spitze ziehen. Im Ziel betrug der Vorsprung der Gruppe beinahe acht Minuten. Tom Pidcock hatte den Sprung in die Flucht geschafft und nutzte die Gelegenheit zu einem großen Zeitgewinn im Gesamtklassement. Der Brite liegt nun auf Rang vier und hat 4:15 Minuten Rückstand auf Pogacar.
„Wir müssen ein Ziel klar im Blick behalten: die Tour de France und damit den Gesamtsieg. Natürlich wollen wir Etappen gewinnen, und wir stehen gut da. Aber wir erwarten auch Angriffe anderer Teams.“
„Pidcock hat fünfeinhalb Minuten gutgemacht. Er ist zurück im Gesamtklassement. Damit wird er ein Stück weit zur Gefahr für uns – und für die anderen. Tadej braucht nichts Neues, um gewinnen zu wollen.“
Auf den Etappen 14 und 15 wartet auf Pogacar ein anspruchsvolles Bergprogramm, das den Fokus wieder vollständig auf das Hauptziel richten dürfte: das Gelbe Trikot zu verteidigen und den Vorsprung nach Möglichkeit weiter auszubauen. Gianetti betonte jedoch, dass die Belastungen der vergangenen Tage inzwischen im gesamten Fahrerfeld Spuren hinterlassen hätten – auch wenn die Temperaturen zuletzt niedriger waren.
Er ergänzte: „Das Plateau de Solaison ist ein sehr schöner Anstieg, neu und faszinierend. Die Etappe wird hart. Wir können zwei sehr interessante Tage erwarten. Die Ermüdung ist groß, aber die Fahrer können etwas freier atmen als zuvor. Es ist weniger heiß.“
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