Tadej Pogačar hat auf jüngste Aussagen von Lance Armstrong reagiert, nachdem der US-Amerikaner angedeutet hatte, sein aberkanntes Rekordpaket von sieben Tour-de-France-Siegen stehe dem dominanten Slowenen im Kopf.
Der Fahrer von UAE Team Emirates ist klar auf Kurs zu seinem fünften Tour-de-France-Titel, einem Triumph, der ihn neben Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault und Miguel Indurain in den exklusiven Kreis der fünffachen Sieger stellen würde.
Wir haben gesehen, wie Pogačar seine Saison 2026 darauf ausrichtet, bislang fehlende Rennen abzuräumen. Der Weltmeister erweiterte seine Palmares um Milano-Sanremo, die Tour de Romandie und die Tour de Suisse.
Doch laut dem einstigen Tour-Rekordhalter peilt Pogačar nicht fünf Titel als Gipfel an, sondern habe vielmehr sieben als Ziel.
„Ich habe diese Frage heute Morgen bekommen“, sagte Pogačar auf seiner Pressekonferenz mit Blick auf die Aussagen. „Ich weiß es nicht. Ich kann dazu nichts sagen.“
Pogačar sagt, er konzentriere sich nicht auf Rekorde
Zu Armstrongs Thesen blieb Pogačar wortkarg. Er betonte, Rekorde seien für ihn kein Thema. Sein einziges Ziel sei in diesem Jahr das Gelbe Trikot.
„Ich jage keine Rekorde. Ich will diese Tour in Paris im Gelben Trikot beenden. Das ist der Fokus.“
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um in der Rangliste mitzumachen.
Armstrong erklärte mit Blick auf Pogačars möglichen fünften Sieg in Frankreich, der Slowene orientiere sich tatsächlich an seinem aberkannten Rekord und nicht an den fünf Titeln der vier anderen Fahrer.
„Und dann müssen wir überall lesen, dass er den ‘Allzeit’-Rekord eingestellt hat und diesem erlesenen Klub beigetreten ist. Aber wisst ihr was? Er selbst glaubt das gar nicht. Überhaupt nicht. Er weiß, was der Rekord ist.“
Armstrong ist der Meinung, dass die Rekordbücher nicht die ganze Geschichte erzählen. Von 1999 bis 2005 gewann der Amerikaner sieben Tour-de-France-Ausgaben in Serie und dominierte das Rennen. Seine Siege wurden jedoch 2012 nach einer Dopingermittlung aus den Annalen gestrichen, bevor er 2013 Doping zugab.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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