Startliste Cadel Evans Great Ocean Road Race 2026 – Adam Yates, Ben O'Connor, Sam Welsford und Titelverteidiger Mauro Schmid führen das Feld an
Radsport
Während sich der WorldTour-Tross nach dem Tour Down Under in seinen australischen Rhythmus einpendelt, bietet die Cadel Evans Great Ocean Road Race eine ganz andere Formprüfung. Kein Sprintfestival. Kein reiner Bergtest. Sondern ein nervöses, vom Wind gezeichnetes, beinharte Positions- und Timingduell rund um Geelong, wo der wiederholte Stich der Challambra Crescent traditionell offenlegt, wer wirklich bereit ist und wer noch nach Rhythmus sucht.
Die Startliste 2026 deutet auf eine der taktisch offensten Ausgaben seit Jahren hin. Titelverteidiger Mauro Schmid kehrt mit Team Jayco AlUla zurück und wird von einem starken australischen Kern flankiert, darunter Ben O'Connor und Luke Plapp. Das Heimteam ist damit gewappnet, sollte das Rennen an den Anstiegen oder in den Küstenwindkanten zerfallen.
Darüber hinaus ist der Mix aus schnellen Finisseurs, Klassikerspezialisten und Opportunisten ungewöhnlich tief. INEOS Grenadiers bringen mit Sam Welsford und Michal Kwiatkowski Tempo und Erfahrung. Red Bull - BORA - hansgrohe führt mit dem Vorjahressieger Laurence Pithie einen Fahrer, der perfekt zu diesem Terrain passt. UAE Team Emirates - XRG ergänzt mit Adam Yates Kletterstärke und Rennintelligenz, während Soudal - Quick-Step und Lidl - Trek mit Aufgeboten anreisen, die je nach Selektion mehrere Karten spielen können.
Dazu kommen Außenseiter, die auf diesem Kurs selten lange Außenseiter bleiben. Michael Gogl für Alpecin - Premier Tech, Santiago Buitrago für Bahrain Victorious, Andreas Kron für Uno-X Mobility sowie eine Reihe junger, angriffslustiger Fahrer von Decathlon CMA CGM Team, EF Education - EasyPost und Tudor Pro Cycling Team sehen hier die ideale Bühne, um das Rennen zu öffnen, statt auf einen Sprint zu warten, der womöglich nie kommt.
Das ist die stille Wahrheit der Cadel Evans-Rundfahrt. Auf dem Papier wirkt sie kontrollierbar. In der Praxis verwandelt die Kombination aus Profil, Wind und wiederholten Druckpunkten sie in eine Denksport-Klassikerin, in der Timing ebenso entscheidend ist wie Kraft. Mit dieser Startliste hat 2026 alle Zutaten, um dieses Drehbuch erneut zu bestätigen.
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Finale Startliste Cadel Evans Great Ocean Road Race 2026
Team Jayco AlUla
1 Schmid, Mauro
2 Durbridge, Luke
3 Porter, Rudy
4 O'Brien, Kelland
5 O'Connor, Ben
6 McKenzie, Hamish
7 Plapp, Luke
UAE Team Emirates XRG
12 Laengen, Vegard Stake
13 Molano, Sebastián
15 Oliveira, Ivo
17 Yates, Adam
Team Visma - Lease a Bike
21 Brennan, Matthew
22 Fiorelli, Filippo
23 Hagenes, Per Strand
24 Schiffer, Anton
26 Mattio, Pietro
27 Rex, Tim
Lidl - Trek
31 Bagioli, Andrea
32 Ghebreigzabhier, Amanuel
33 Konrad, Patrick
34 Mosca, Jacopo
35 Oomen, Sam
36 Sobrero, Matteo
Soudal - Quick-Step
41 Dainese, Alberto
42 Eenkhoorn, Pascal
43 Raccagni, Andrea
44 Reinderink, Pepijn
45 Pedersen, Casper
46 Bossche, Fabio Van den
47 Zana, Filippo
INEOS Grenadiers
51 Haig, Jack
52 Hamilton, Lucas
53 Kwiatkowski, Michal
54 Svestad-Bårdseng, Embret
55 Swift, Ben
56 Watson, Sam
57 Welsford, Sam
Red Bull - BORA - hansgrohe
61 Drizners, Jarrad
62 Etxeberria, Haimar
63 Fisher-Black, Finn
64 Pithie, Laurence
65 Thornley, Callum
66 Tuckwell, Luke
67 Poppel, Danny van
Alpecin - Premier Tech
71 Ballerstedt, Maurice
72 Busatto, Francesco
73 Glivar, Gal
74 Gogl, Michael
75 Marsman, Tim
76 Plowright, Jensen
77 Sentjens, Sente
Decathlon CMA CGM Team
81 Andresen, Tobias Lund
82 Chamberlain, Oscar
83 Gautherat, Pierre
84 Gudmestad, Tord
85 L'Hote, Antoine
86 Prodhomme, Nicolas
87 Scotson, Callum
Bahrain Victorious
91 Buitrago, Santiago
92 Eržen, Zak
93 Miholjević, Fran
94 Stannard, Robert
95 Stockwell, Oliver
97 Zambanini, Edoardo
Groupama - FDJ United
101 Bower, Lewis
102 Cavagna, Rémi
103 Donnenwirth, Tom
104 Fontaine, Titouan
105 Geniets, Kévin
106 Martin-Guyonnet, Guillaume
107 Paleni, Enzo
EF Education - EasyPost
111 Leonard, Michael
112 Cepeda, Alexander
113 Lee, Jardi van der
114 Sweeny, Harry
115 Walker, Max
116 Mackellar, Alastair
117 Lamperti, Luke
Lotto - Intermarché
121 Fox, Matthew
122 Rutsch, Jonas
123 Taminiaux, Lionel
124 Thompson, Reuben
126 Zimmermann, Georg
127 Veistroffer, Baptiste
NSN Cycling Team
131 Bennett, George
132 Gilmore, Brady
133 Schultz, Nick
134 Clarke, Simon
135 Strong, Corbin
136 Vernon, Ethan
137 Smith, Dion
Movistar Team
141 Cepeda, Jefferson Alveiro
142 Moro, Manlio
143 Novák, Pavel
144 Romo, Javier
145 Serrano, Gonzalo
146 Tesfatsion, Natnael
147 Torres, Albert
XDS Astana Team
151 Kajamini, Florian
152 Romele, Alessandro
153 Schrettl, Marco
154 Bekkum, Darren van
155 Velasco, Simone
156 Toneatti, Davide
157 Gate, Aaron
Team Picnic PostNL
161 Dinham, Matthew
162 Hamilton, Chris
163 Knox, James
164 Märkl, Niklas
165 Peace, Oliver
166 Haquin, Henri-François
167 Uden, Casper van
Uno-X Mobility
171 Kron, Andreas
172 Charmig, Anthon
173 Skaarseth, Anders
174 Fredheim, Stian
175 Resell, Erik
176 Ingebrigtsen, Storm
177 Bugge, Martin Urianstad
Tudor Pro Cycling Team
181 Brenner, Marco
182 Kelemen, Petr
184 Stork, Florian
185 Suter, Joel
186 Wirtgen, Luc
187 Zijlaard, Maikel
ARA Australian Cycling Team
191 Harper, Chris
192 Eddy, Patrick
193 Walsh, Liam
194 Bleddyn, Oliver
195 Greenwood, Matthew
196 Stevenson, Lucas
197 Baudry, Julian

Franco PerezRedakteur
Franco Perez ist seit 2025 Redakteur bei Radsportaktuell.de und arbeitet von Deutschland aus. Er berichtet über den professionellen Radsport mit Schwerpunkt auf der WorldTour, den großen Klassikern und den Grand Tours – darunter die Tour de France, der Giro d’Italia und La Vuelta a España – sowie über den internationalen Cyclocross-Kalender. Seine Arbeit umfasst Vorberichte und Rennberichte, in denen er Renndynamik, Taktik und Entwicklungen im Peloton klar und nachvollziehbar einordnet.
Neben eigenen Beiträgen unterstützt Franco die Redaktion vor allem redaktionell: Er überarbeitet Texte, strukturiert Inhalte und achtet auf Konsistenz und Qualität, damit Berichte präzise, verständlich und sachlich belastbar bleiben. In seiner redaktionellen Arbeit legt er Wert auf sorgfältige Quellenprüfung, klare Einordnung und aktualisiert Inhalte, sobald neue, gesicherte Informationen vorliegen.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








