„Simon lebt auf seine Weise“: Warum Sepp Kuss der Rücktritt von Simon Yates überrascht – aber nicht schockt

Radsport
durch Nic Gayer
Samstag, 24 Januar 2026 um 14:00
SimonYates
Die Mentalität von Profis unterscheidet sich von Fahrer zu Fahrer, und im Peloton existieren verschiedene Ansätze für Rennen, Training und Kommunikation. Auch innerhalb von Team Visma - Lease a Bike prallen unterschiedliche Typen aufeinander. Simon Yates galt intern als eher zurückhaltend, und Sepp Kuss räumt ein, dass ihn dessen Rücktritt zwar überraschte, die Entscheidung für ihn rückblickend aber nicht unlogisch wirkt.
Kuss startet in ein weiteres Jahr bei Visma, in dem er Jonas Vingegaard bei der Volta a Catalunya, in Höhentrainingslagern vor dem Giro dItalia sowie beim Giro dItalia und bei der Tour de France unterstützt. Es wird eine volle Saison für den Amerikaner, der grundsätzlich das Potenzial besitzt, das Jahr 2023 zu wiederholen, als er alle drei Grand Tours bestritt. Priorität bleibt jedoch klar: Vingegaard bei dessen Angriff auf zwei Grand Tours helfen und selbst weitere Entwicklungsschritte machen.

Neuer Kalender, neue Motivation

„Er ist motivierter als in den vergangenen Jahren, als sein Programm immer gleich war. Wenn es in Richtung Tour nicht lief, fühlte es sich an, als hätte man das ganze Jahr verloren“, sagte Kuss gegenüber AS. Diese Einschätzung gilt als einer der Hauptgründe für die Anpassung von Vingegaards Rennkalender, auch wenn viele den Schritt nach dessen Sieg bei der Vuelta a Espana ohnehin als logisch einordneten – als einziger Grand-Tour-Triumph fehlt ihm noch der Giro.
Kuss war in den vergangenen Jahren ein zentraler Edelhelfer für Vingegaard und fand 2025 zu seinem besten Niveau zurück. Besonders bei Tour und Vuelta überzeugte er mit starken Kletterleistungen und belegte in Spanien selbst Rang sieben.
„Sein Giro-Start nimmt viel Druck raus und rückt die Tour in ein anderes Licht. Jonas wollte schon letztes Jahr zum Giro, aber für das Team war das nicht einfach“, erklärt Kuss. „Die Tour ist für alle das wichtigste Rennen, und ein Giro-Start birgt Risiken. Aber er ist motiviert, und es ist gut, dass er neue Herausforderungen annimmt und seine Komfortzone verlässt.“

Kuss über den Rücktritt von Simon Yates

Die Rolle von Kuss im Team gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da die Mannschaft die Saison ohne einen ihrer besten Kletterer begann. Simon Yates gab Anfang Januar überraschend sein Karriereende bekannt und dominierte damit den Medientag von Visma. Viele beschrieben ihn als introvertierten Charakter, der sich offenbar schon länger mit dem Gedanken an den Rücktritt beschäftigt hatte.
„Wenn man ihn kennt, ist es nicht so ungewöhnlich. Simon lebt auf seine Weise, und der Gedanke aufzuhören ist ihm wohl schon früher gekommen“, sagt Kuss. Die beiden waren nur ein Jahr Teamkollegen, doch Kuss verbrachte Zeit mit dem Briten, der nach seinem Giro-dItalia-Sieg nur wenige Tage zum Feiern und Regenerieren hatte, bevor er direkt in ein Höhentrainingslager für den Tour-Block ging.
Kuss wird nun noch mehr Verantwortung tragen, da Yates weder beim Giro dItalia noch bei der Tour de France an der Seite von Vingegaard stehen wird. „Es kam überraschend, und es ist schade, dass wir ihn aus unseren Tour-Plänen verlieren, aber wir müssen ohne ihn weitermachen.“
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