Wir blicken voraus auf die 5. Etappe der
Tour Down Under am 25.01.2026. Der Start ist für 01:41 CET angesetzt, das Ziel wird gegen 05:40 CET erwartet. Am Schlusstag nimmt
Jay Vine das Rennen im Führungstrikot auf, doch auf dem explosiven Rundkurs von Stirling wartet auf ihn und das ausgedünnte UAE Team Emirates - XRG eine anspruchsvolle Aufgabe.
Das Rennen endet in diesem Jahr in Stirling auf einem Kurs, der zwar zur
Tour Down Under gehört, jedoch völlig andere Dynamiken entfalten kann. Normalerweise gilt dieser Rundkurs mit mehreren welligen Anstiegen als Terrain für Sprinter und Puncheure, die am Ende eines harten Tages um den Etappensieg sprinten.
Explosiver Rundkurs mit vielen Optionen
Am finalen Tag steigen die Chancen für eine erfolgreiche Ausreißergruppe deutlich, da viele Fahrer im Gesamtklassement bereits Zeit verloren haben. Gleichzeitig bietet das hügelige Profil auch Klassementfahrern die Möglichkeit, mit einem Überraschungsangriff alles auf eine Karte zu setzen. Bonifikationssekunden und der Etappensieg könnten dabei eine entscheidendere Rolle spielen als an den Tagen zuvor.
Acht Runden stehen auf dem Programm, jede davon mit einem 3,7 Kilometer langen Anstieg bei durchschnittlich 3,8 Prozent Steigung, der rund vier Kilometer vor dem Ziel endet. Die letzten zwei Kilometer verlaufen im Schnitt mit 3,7 Prozent bergauf. Das sind keine klassischen Attackenberge, doch die Charakteristik erinnert an den Poggio di Sanremo – wenn also wirklich Tempo gemacht wird, kann das Rennen durchaus explodieren.
Etappe 5: Stirling - Stirling
Etappe 5: Stirling - Stirling, 169,8 Kilometer
Das Wetter
Karte der 5. Etappe der Tour Down Under 2026
Am Nachmittag erwarten die Fahrer erneut Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad. Es wird brutal heiß, auch wenn die Bedingungen nicht ganz so extrem ausfallen wie am Vortag. In Kombination mit dem ständigen leichten Klettern kann die Hitze dennoch unerwartet Fahrer aus dem Rhythmus bringen – zumal viele gerade erst aus dem europäischen Winter kommen und diese Temperaturen nur schwer verkraften.
Genau diese äußeren Faktoren erhöhen die Unberechenbarkeit des Rennens. Der Kurs fordert permanent Aufmerksamkeit, und kleine Schwächen können sich schnell summieren. Wer heute nicht perfekt mit Kühlung, Ernährung und Krafteinteilung umgeht, riskiert, den Anschluss zu verlieren.
Die Favoriten
Im Kampf um die Gesamtwertung könnte es ein heikler Tag werden. Unter normalen Down-Under-Bedingungen fallen entscheidende Bewegungen meist erst spät, doch diesmal wollen mehrere Teams aktiv Chancen erzwingen. Der Kurs ist hart genug, um Unterschiede zu machen, ohne so selektiv zu sein, dass er Attacken vieler Fahrer ausschließt.
Jay Vine startet mit mehr als einer Minute Vorsprung auf
Mauro Schmid und Harry Sweeny. Diese Minute wird er kaum direkt verlieren, problematisch könnten jedoch Hitzeanfälligkeit oder eine Rennsituation werden, in der UAE nicht verhindern kann, dass eine Gruppe mit direkten GC-Nachbarn entwischt.
Zwar verfügt Vine über ein komfortables Polster, doch hinter Schmid liegen viele Fahrer nur Sekunden auseinander. Insgesamt befinden sich 22 Fahrer innerhalb von zwei Minuten Rückstand. Spitzt sich die Lage zu, kann eine starke Gruppe an der Spitze – abhängig von Allianzen und Reaktionen von UAE – nur schwer zurückzuholen sein. Genau darin liegt der Kern des Tages. Schmid und Sweeny könnten mit ihren Teams kontrollieren, um ein Podium abzusichern, müssen zu Beginn jedoch keineswegs konservativ fahren.
Fahrer wie Ben O'Connor, Luke Plapp, Javier Romo, Santiago Buitrago oder Nicolas Prodhomme galten im Vorfeld als Kandidaten für vordere GC-Plätze, gehen aber nicht einmal in den Top 10 in den Schlusstag. Sie haben allen Grund, Risiko zu nehmen – sei es zur Verbesserung im Gesamtklassement oder im Kampf um den Etappensieg. Das gilt auch für zahlreiche weitere Fahrer mit hoher Qualität, und all diese Namen stellen potenzielle GC-Gefahren dar.
Auch Guillaume Martin, Pepijn Reinderink, Per Strand Hagenes und Simone Velasco sollte man im Auge behalten – entweder wegen ihrer bekannten Attackenlust oder wegen ihrer Klasse, falls sich der Rennverlauf öffnet.
Ich bezweifle, dass Team Visma - Lease a Bike für einen Matthew Brennan konsequent jagt, nachdem er bislang nicht überzeugen konnte. NSN verfügt mit Ethan Vernon über einen Fahrer in Topform, doch er hat bereits gewonnen und das Team ist personell ausgedünnt. Tobias Lund Andresen hat ebenfalls schon eine Etappe gewonnen und die Punktewertung praktisch sicher.
Umgekehrt wäre es nachvollziehbar, wenn Red Bull - BORA - hansgrohe gezielt Attacken nachsetzt. Laurence Pithie und Finn Fisher-Black sind sehr realistische Optionen für den Etappensieg, was den Aufwand an der Spitze des Feldes rechtfertigt. Sam Watson, Andreas Kron, Aaron Gate, Pierre Gautherat, Andrea Raccagni und Edoardo Zambanini verfügen ebenfalls über einen schnellen Sprint und kommen mit diesem Terrain bestens zurecht.
Prognose Tour Down Under 2026, Etappe 5
*** Edoardo Zambanini, Andrea Raccagni, Sam Watson
**
Mauro Schmid, Ethan Vernon, Andreas Kron
* Harry Sweeny, Luke Plapp, Santiago Buitrago, Tobias Lund Andresen, Finn Fisher-Black, Pierre Gautherat
Unser Tipp: Edoardo Zambanini
Wie: Sprint einer kleinen Gruppe.
Original: Rúben Silva