„Sie war ein komplettes Wrack“ – Lorena Wiebes verarbeitet Giro-Ausschluss erst am Strand, dann im Camper

Radsport
Montag, 01 Juni 2026 um 20:00
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Lorena Wiebes war ein „komplettes Wrack“, als am Samstagabend die Nachricht von ihrer Disqualifikation beim Giro d'Italia Women durchsickerte. Nachdem die Kommissäre entschieden hatten, dass ihr Rad nicht dem von der UCI vorgeschriebenen Mindestgewicht entsprach, wurden ihr Rosa Trikot, der Etappensieg und die gesamte Rennteilnahme überraschend aus den Resultaten gestrichen.
Die niederländische Meisterin hatte einen überzeugenden Sieg auf Etappe 1 gefeiert, das Rosa Trikot mit drei Radlängen Vorsprung souverän übernommen und ein klares Ausrufezeichen zum Auftakt gesetzt. Stunden nach der Siegerehrung und dem Blick auf die zweite Etappe erschütterte die Radsportwelt die Schockmeldung.
Die Disqualifikation der 27-Jährigen folgte, nachdem ihr Rad unter dem Mindestgewicht von 6,8 Kilogramm gelegen haben soll. Ihr Team bestätigte später, dass das Rad mit 6,78 Kilogramm gewogen worden sei. SD Worx-Protime kündigte an, die Entscheidung anzufechten und rechtliche Schritte zu prüfen.
Wiebes selbst hat sich seit ihrem Ausschluss nicht öffentlich geäußert. Elisa Balsamo wurde als Etappensiegerin und Trägerin des Rosa Trikots nachrangig gewertet und hat in Abwesenheit von Wiebes inzwischen zwei weitere Etappen gewonnen.

Reaktion von Lorena Wiebes auf den Ausschluss

Ihr Manager André Boskamp berichtete, die Sprinterin sei nach der Nachricht ein „komplettes Wrack“ gewesen. Er bestätigte jedoch, dass sie nach Hause in die Niederlande zurückgekehrt ist, um Zeit mit der Familie zu verbringen, bevor der Fokus auf den Copenhagen Sprint am 13.06. wechselt.
„Ich habe am Samstagabend sofort mit ihr gesprochen. Da war sie ein komplettes Wrack“, sagte Boskamp bei Wielerflits.
„Ich habe deswegen schlecht geschlafen. Aber Lorena hat ziemlich schnell ihren Rückflug organisiert. Sie ist am Sonntagmorgen in Schiphol gelandet, ihre Eltern haben sie abgeholt. Danach sind sie an den Strand gefahren, um den Kopf freizubekommen.“
„Und am Montagmorgen ist sie mit ihrem ganz besonderen Mercedes-Camper zu einem Campingplatz in Italien aufgebrochen, um die vielen Eindrücke erst einmal zu verarbeiten. Sie hatte sich immens auf diesen Giro gefreut, jetzt gönnt sie sich ein paar Tage Auszeit.“
„Lorena hat ihr Rad dabei, aber sie lässt das Meiste vor allem sacken. Und sie wird ein paar Tage nicht erreichbar sein, um darüber zu sprechen. Erst wieder zum Copenhagen Sprint am 13.06.“

Boskamp stellt Auswirkungen der Entscheidung auf die Glaubwürdigkeit des Radsports infrage

In seiner Reaktion hinterfragte Boskamp den Wiegeprozess der Kommissäre und betonte, dass das Rad zuvor bereits bei anderen Rennen die Gewichtskontrollen bestanden habe. Er stellte die Auswirkungen der Entscheidung auf die Glaubwürdigkeit des Sports in den Raum.
„Das ist so absurd… Was soll ich sagen? Lorena hat einfach ihr Rad genommen. Die wiegen das regelmäßig. Das Rad war immer in Ordnung, auch bei früheren Rennen. Es ist dasselbe Rad mit denselben Komponenten.
Er ergänzte: „Lorena hat selbst berichtet, dass jemand aus der anwesenden Teamleitung gesehen hat, wie die Kontrolleure wirklich mit der Waage herumhantierten. So, wie die Jury hier agiert hat… Damit schaden sie dem Radsport. Solche Entscheidungen untergraben die Glaubwürdigkeit des Radsports. Sehr fragwürdig.“
Kurzfristig steht Wiebes bereits in weniger als zwei Wochen wieder im Einsatz. Boskamp traut ihr zu, stärker zurückzukommen und den Sprintkonkurrentinnen für die kommenden Wochen ein Zeichen zu setzen.
Er schloss: „Sie muss ihre Ziele kurz anpassen. Aber Lorena kommt stark zurück. Mental ist sie sehr robust. Wer sie kennt, weiß: Sie geht daraus nur gestärkt hervor.
„Also: Anschnallen für den Copenhagen Sprint, und danach folgen schnell die nationalen Meisterschaften in Nijmegen. Ein sehr schöner Kurs für sie.“
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