Neue Details zum schweren Sturz von Urška Žigart bei der
Tour de Suisse Women sind bekannt geworden. Teamchefin Jolien D'hoore von AG Insurance – Soudal berichtete, die Slowenin sei bewusstlos gewesen, als sie sie als Erste erreichte.
Žigart hatte sich nach einem Sturz im letzten Kilometer der 2. Etappe im vergangenen Monat einen Kieferbruch zugezogen. Der Vorfall brachte sie ins Krankenhaus und störte ihre Vorbereitung auf die
Tour de France Femmes. D'hoore, die zu den Ersten am Unfallort gehörte,
gab das Update bei Vive le Velo.
„Der Sturz sah gar nicht gut aus“, sagte D'hoore. „Ich war als Erste bei ihr, und sie war bewusstlos.“
„Ich musste kurz wegtreten, es war das erste Mal, dass ich so etwas gesehen habe“, setzte sie ihre Schilderung fort. „Ich stand völlig unter Schock. Die Szene war äußerst unangenehm.“
„Mehrere Fahrerinnen wurden buchstäblich in die Luft katapultiert“
Der Sturz ereignete sich kurz vor der roten Flamme des letzten Kilometers, wo eine Bodenwelle im Feld Chaos auslöste. D'hoore sagte, das Team habe die Fahrerinnen per Funk gewarnt, doch das Peloton erreichte das Hindernis mit rund 60 km/h.
„Es war unfassbar. Auf den Bildern sah man, wie mehrere Fahrerinnen buchstäblich in die Luft katapultiert wurden“, sagte D'hoore. „Wir haben vor der Gefahr auch per Funk gewarnt, aber vergeblich. Wenn man mit etwa 60 Kilometern pro Stunde auf so ein Hindernis zufährt, ist das schlicht lebensgefährlich.“
Žigart schlug hart auf und wurde später mit einem Kieferbruch diagnostiziert. Ihr Team bestätigte inzwischen, dass keine Operation nötig ist, doch die Folgen des Sturzes prägen ihre Vorbereitung noch Wochen später.
Žigart trainiert wieder, kann aber noch keine feste Nahrung zu sich nehmen
Zwar sitzt Žigart wieder auf dem Rad und trainiert derzeit im Höhentrainingslager, ihre Genesung bleibt jedoch komplex. Laut dem jüngsten Update kann die AG Insurance – Soudal-Fahrerin weiterhin keine feste Nahrung essen und muss ihre Mahlzeiten in flüssiger oder pürierter Form zu sich nehmen.
„Sie trainiert, aber sie muss ihr Essen noch in Puddingform zu sich nehmen“, sagte D'hoore. „Das ist natürlich nicht ideal, körperlich fühlt sie sich sonst aber gut. Jetzt müssen wir abwarten, ob sie rechtzeitig rennbereit wird.“
Die Tour de France Femmes beginnt am 01.08.2026 mit einer Eröffnungsetappe Lausanne–Lausanne, gefolgt von Etappe 2 von Aigle nach Genf. Žigart nimmt an den Vorbereitungen teil, ihr Start bleibt jedoch ungewiss. „Sie macht die gesamte Tour-Vorbereitung mit, aber wir müssen noch klären, ob ein Start für sie überhaupt möglich ist“, sagte D'hoore.
Das Update zu Žigarts Genesung kommt, während Tadej Pogačar, ihr Partner, nach den ersten acht Etappen die Männer-Tour de France anführt. Vor Rennbeginn hatte Žigart ihm eine persönliche Nachricht mit auf den Weg gegeben, er solle „vor allem gesund bleiben“. Nach D'hoores Schilderung des Sturzes in der Schweiz bekommen diese Worte noch mehr Gewicht.