Tadej Pogačar startet heute in Barcelona in die Tour de France 2026 und jagt mit UAE Team Emirates – XRG erneut Gelb. Vor dem Grand Départ schickte seine Partnerin Urška Žigart auf Instagram eine persönliche Nachricht: Er solle das Rennen genießen, Erinnerungen mit den Teamkollegen sammeln und „vor allem gesund bleiben“.
Der Post folgte nur wenige Wochen nach Žigarts heftigem Sturz bei der Tour de Suisse Women, wo sie sich im Finale der 2. Etappe in Locarno einen Kieferbruch zuzog. Pogačar erklärte später, es gehe ihr deutlich besser und sie fahre bereits wieder draußen.
„Der Publikumsliebling ist zurück“, schrieb Žigart auf Instagram. „Eine weitere Reise um die Sonne, ein weiterer Pre-Tour-Post. Es geht schnell… manchmal zu schnell. Zu schnell mit Blick aufs Nächste, zu schnell, um zu begreifen, dass das Jetzt und unsere Momente zählen.“
Žigarts Botschaft vor Pogačars Tour-Comeback
Pogačar geht als Titelverteidiger und Topfavorit auf ein weiteres Gelbes Trikot ins Rennen, während Jonas Vingegaard erneut als Hauptgegner gilt. Die Rundfahrt beginnt in Barcelona nicht mit einer Straßenetappe, sondern mit einem Mannschaftszeitfahren – ein Highspeed-Test für alle Klassementfahrer gleich am ersten Tag.
Žigarts Beitrag blieb fern von Prognosen und Erwartungen. Ihre Worte rückten die Arbeit hinter dem erneuten Tour-Aufbau und das Gleichgewicht in den Fokus, das Pogačar sich dabei bewahrt hat.
„Du hast schon so viel erreicht und arbeitest dennoch weiter hart, bist da, wenn anderen die Motivation fehlen würde, und bleibst dabei stets bescheiden“, schrieb sie weiter. „Danke, dass du kompromisslos du selbst bist, dass du weißt, wie man die Balance hält, und dass du dir immer Zeit nimmst, die kleinen Dinge zu genießen.“
„Vor allem gesund bleiben“
Žigarts eigener Weg zurück aufs Rad folgte auf den Sturz, der ihre Tour de Suisse Women vorzeitig beendete. Die 28-jährige Slowenin wurde nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht; das Team bestätigte später den Kieferbruch, weitere Verletzungen wurden nicht festgestellt. „Ich hoffe, du genießt die diesjährige Runde, machst mit den Jungs schöne Erinnerungen und vor allem bleibst du gesund“, schrieb sie und verlinkte Pogačar im Beitrag.
Zum Schluss fügte Žigart eine slowenische Zeile des Dichters Josip Osti an: „Ko si daleč od mene, sem tudi jaz daleč od sebe.“ Auf Deutsch entspricht das in etwa: „Wenn du weit weg von mir bist, bin auch ich weit weg von mir selbst.“
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Für Pogačar beginnt die Tour mit der ersten Chance auf Gelb in Barcelona und drei Wochen anhaltendem Druck dahinter. Žigarts Botschaft schickt ihn mit einem einfachen Wunsch ins Rennen: die Runde genießen, Erinnerungen sammeln, gesund bleiben.
Pascal MichielsSEO-Manager, Sportjournalist und Editor-in-chief
In meiner Nachbarschaft wuchs man mit der Tour de France auf. Sie war überall – es waren die letzten großen Jahre von Eddy Merckx. Wir waren Kinder, trugen Trikots und spielten die gesamte Rundfahrt nach. Zwei Brücken wurden zu unseren „Bergen“, und wir rasten über Straßen, als Autos noch nicht den Ton angaben. Mit 13 Jahren war mein Herz endgültig dem Radsport verfallen. In einem Urlaub in Frankreich durfte ich nach langem Drängen eine echte Bergetappe fahren – mit meinem Fahrrad von zu Hause, drei Gängen, Licht, dicken Reifen und Schutzblechen.
Ich brach früh auf, fuhr den Col de Joux Plane und anschließend Morzine-Avoriaz. Proviant: eine Tüte Kirschen, kein Wasser, keine Erfahrung. Von Les Gets aus wurde es trotzdem der glücklichste Tag meines Lebens. Als ich die Häuser auf halber Höhe des Joux Plane erreichte, wusste ich, dass ich nicht aufhören würde zu treten. Oben angekommen trank ich an einem Baumstamm – und spürte eine Freude, die ich bis heute mit dem Radsport verbinde. Im Tal stand die Entscheidung an: zurück oder weiter nach Avoriaz. Ich fuhr weiter, ohne anzuhalten, und schaffte auch den zweiten Anstieg. Mit meinem knallroten, eigentlich lächerlichen Rad überholte ich Fahrer auf echten Rennrädern. Wieder dieses Glück.
Dieses unverfälschte Gefühl begleitet mich bis heute – und es ist der Ursprung meiner Arbeit. Ich bin Chefredakteur von Radsportaktuell.de und verantworte die redaktionelle Ausrichtung der Plattform: Themenpriorisierung, Qualitätsstandards, Faktenprüfung und die konsequente Aktualisierung von Inhalten, sobald neue, verifizierte Informationen vorliegen. Neben der Leitung der Redaktion schreibe und editiere ich selbst und lege besonderen Wert auf klare Einordnung, präzise Sprache und nachvollziehbare Analysen.
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