La Flèche Wallonne kehrt mit vertrautem Drehbuch zurück: Spannung über weite Teile der Strecke und ein explosiver Showdown an der Mur de Huy. Im Vorfeld dreht sich die Analyse jedoch nicht nur um die Favoriten, sondern auch um Teamtaktik. In diesem Kontext nahm Ex-Profi Bobbie Traksel bei einem Gespräch mit Eurosport-Experten Decathlon unter die Lupe.
Anders als viele Rennen 2026, die von langgezogenen Attacken und frühen Finalen geprägt waren, deutet alles darauf hin, dass der wallonische Klassiker seiner Essenz treu bleibt – mit
Paul Seixas als Topfavorit. Traksel wird im
Kop Over Kop-Podcast deutlich: „Darauf kann man sich verlassen. Wir können zwar erwarten, dass einige Klassefahrer früh loslegen, aber… warum kompliziert machen, wenn es auch einfach geht?“
Jeroen Vanbelleghem teilt diese Sicht – mit einer wichtigen Einschränkung: dem Fehlen von Remco Evenepoel. „Ich hatte mich sehr darauf gefreut, dass Evenepoel das Rennen früh öffnet und hoffentlich einige Topfahrer mitzieht, um einen anderen Rennverlauf zu erzwingen“, erklärte der Kommentator.
Auch das Profil dieser Ausgabe dreht die Schraube an. „Für die Favoriten am Mittwoch wird es ein hartes Rennen, mit mehr Höhenmetern als in anderen Jahren“, so Vanbelleghem. Dennoch scheint das Finale vorgezeichnet: „Angesichts der Dichte im Feld ist klar, dass alle den letzten Anstieg der Mur de Huy anvisieren.“
Seixas im Zentrum der Debatte
Bei den herausragenden Namen setzt die Analyse Paul Seixas als klare Referenz. Traksel zögert nicht: „Für mich ja. Wenn man den Rest anschaut, aber vor allem, was er zuletzt gezeigt hat, würde ich klar auf ihn setzen.“
Über das individuelle Talent des Franzosen hinaus stellt sich die eigentliche Frage nach seinem Team. Nicht ohne Qualität, aber einigen Rivalen an Erfahrung unterlegen – mit den ebenfalls jungen Léo Bisiaux, Antoine L'Hôte und Noa Isidore als Helfern für Seixas.
Zweifel an Decathlon
Hier setzt Traksel an. „Wie werden sie das Rennen fahren? Sie müssen noch viel lernen“, sagt er und deutet an, dass die taktische Steuerung entscheidend sein wird. Der Niederländer erkennt das bisher gezeigte Potenzial an, sieht aber Entwicklungsspielraum: „Wir haben es gesehen: In Rundfahrten haben sie es gut gelöst, indem sie eng bei ihm geblieben sind. Vor allem aber hat er enorme Stärke gezeigt.“
Offen bleiben viele Fragen: „Wie gehen sie den Start an? Versuchen sie, von Anfang an hart zu fahren? Trauen sie sich das? Oder geben sie anderen auch die Freiheit, das Rennen zu prägen?“
In diesem Szenario sieht Traksel Chancen für die Konkurrenz: „Eigentlich müssen sie dafür sorgen, dass Seixas schnell isoliert ist, damit er sich eingekesselt fühlt. Ich bin gespannt, ob das alle ernsthaft verfolgen.“
Internationaler Ausblick
Vanbelleghem weitet den Blick und setzt auf ausländische Schlagkraft: „Das wird eine französische Party mit Skjelmose. Das wird spannend.“
Mattias Skjelmose came close to a victory at the 2026 Amstel Gold Race
Der Belgier verteidigt zudem den Platz dieses Renn-Typs im Kalender: „Die Action muss nicht immer 80 Kilometer vor dem Ziel beginnen. Auch nicht 50 oder 100. Ich finde, diese Rennformate haben ihren Platz im Kalender. So wissen die Leute mittwochs, wenn wenig Zeit ist: ‚Okay, wir schauen einfach die letzten fünfzehn Minuten.‘“
Mit allen Zutaten auf dem Tisch verspricht La Flèche Wallonne erneut ein explosives Finale… und viele taktische Fragen, die es zu beantworten gilt.