„Eine der schönsten Rundfahrten der Welt...“ – Giulio Pellizzari triumphiert auf der ersten Bergetappe der Tour of the Alps

Radsport
durch Nic Gayer
Dienstag, 21 April 2026 um 17:15
Giulio Pellizzari
Giulio Pellizzari galt als Topfavorit auf den Sieg der ersten Bergetappe der Tour of the Alps – und der Kapitän von Red Bull - BORA - hansgrohe wurde dieser Rolle eindrucksvoll gerecht. Der Italiener will im kommenden Monat beim Giro d’Italia ein Ausrufezeichen setzen, richtet seinen Fokus aktuell jedoch klar auf die Gesamtwertung der Rundfahrt in seiner Heimat.
„Ein verrückter Tag. Vor zwei Jahren wurde ich hier Dritter als bestes Ergebnis. Letztes Jahr war es Platz zwei, und endlich ist mir dieses Jahr der Sieg gelungen“, erklärte Pellizzari im Ziel. „Meiner Meinung nach ist das eines der schönsten Rennen der Welt. Ich muss meinen Teamkollegen danken, die einen unglaublichen Job gemacht haben. Vor dem letzten Anstieg war ich etwas müde, ich wusste nicht genau, wie die Beine sind, aber am Ende konnte ich gewinnen – auch dank ihnen.“

Red Bull - BORA - hansgrohe nutzt Überzahl am Schlussanstieg

Über weite Strecken des Tages führte die Strecke nahezu ausschließlich bergauf, dennoch hielten sich die Favoriten im Feld zunächst zurück und sparten ihre Kräfte für den entscheidenden Schlussanstieg nach Val Martello. Die steilen Rampen ließen zwar größere Zeitabstände erwarten, doch weil viele Fahrer direkt aus dem Höhentraining kamen oder erst kürzlich in den Rennrhythmus zurückgekehrt waren, blieb Raum für Überraschungen.
Giulio Pellizzari feiert auf der ersten Bergetappe der Tour of the Alps einen wichtigen Sieg im Kampf um die Gesamtwertung
Giulio Pellizzari feiert auf der ersten Bergetappe der Tour of the Alps einen wichtigen Sieg im Kampf um die Gesamtwertung
Derek Gee spielte im Finale keine Rolle, während Michael Storer am Berg zu kämpfen hatte. Dadurch verfügte Red Bull - BORA - hansgrohe, dessen Klettergruppe zuvor kaum Führungsarbeit geleistet hatte, plötzlich über eine zahlenmäßige Überlegenheit – begünstigt allerdings auch durch die individuelle Stärke der einzelnen Fahrer.
Zunächst konterte Lorenzo Finn eine Attacke von Thymen Arensman und Michael Storer. Später schloss Pellizzari zu ihnen auf und setzte selbst eine Attacke, wurde jedoch innerhalb der letzten zwei Kilometer wieder gestellt. Kurz darauf erreichte auch Aleksandr Vlasov die Spitzengruppe. Das Finale bot kaum taktische Optionen, doch Vlasovs Antritt beim Zusammenschluss und auf der leicht abfallenden Zielgeraden zwang INEOS dazu, mit Egan Bernal die Lücke zu schließen.

BORA dominiert erste Bergetappe

Im Windschatten vorbereitet, entschied Pellizzari anschließend den Sprint für sich. „Heute war hart; wir haben als Team ordentlich Druck gemacht. Ich habe mich nicht großartig gefühlt, aber als Team mussten wir alles geben“, sagte der Italiener gegenüber SpazioCiclismo. „Am letzten Anstieg habe ich wirklich gedrückt, aber man sah, dass wir alle ein bisschen auf waren. Im Finale muss ich Lorenzo und Vlasov danken, die mich lanciert haben.“
Mit diesem Erfolg feierte Pellizzari seinen ersten Saisonsieg, nachdem er bereits bei Tirreno-Adriatico mehrfach seine starke Form angedeutet hatte. „Es lief alles nach Plan. Wir hatten das Finale heute Morgen studiert; wir wussten, dass wir von hinten kommen müssen. Vlasov ging vor, Bernal schloss, dann bin ich auf den letzten 150 Metern gesprintet, und zum Glück hat mich keiner mehr überholt. Unter meinen Gegnern war Arensman besonders stark; er hat gezeigt, wie gut er drauf ist. Es kommen noch drei harte Etappen, wir müssen regenerieren. Die Tour of the Alps ist definitiv noch nicht entschieden.“
Große Zeitabstände zwischen den Favoriten bestehen zwar noch nicht, doch der Youngster trägt nun das Führungstrikot – und Red Bull - BORA - hansgrohe präsentiert sich bislang als stärkste Mannschaft im Rennen. Damit ist Pellizzari aktuell der Fahrer, den es zu schlagen gilt, zumal die dritte Etappe ohne jene späten, besonders schweren Anstiege auskommt, auf denen INEOS und möglicherweise auch Tudor ihn normalerweise unter Druck setzen könnten.
Auf den erst 19-jährigen Lorenzo Finn angesprochen, der auf einem eigentlich zu langen Schlussanstieg ein starkes Finale zeigte, ergänzte Pellizzari: „Ich freue mich für Lorenzo, er war wirklich stark und hat mir sehr geholfen, er ist gut. Wir müssen ruhig bleiben, in Italien gibt es immer ein bisschen Hektik, aber wir sollten Vergleiche vermeiden, die auf uns Athleten lasten könnten. Wir gehen unseren Weg; am Ende wollen wir auch gewinnen.“
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