Maxim van Gils beendete den GP de Quebec auf dem zwölften Platz und erreichte gemeinsam mit
Paul Seixas das Ziel. Vor dem GP de Montreal hat der Belgier ausgerechnet den jungen Franzosen als den Mann ausgemacht, den es zu schlagen gilt. Gleichzeitig weiss van Gils, dass Red Bull - BORA - hansgrohe am Freitag in Kanada der Konkurrenz einen Schritt voraus war.
„Es war nicht superexplosiv oder völlig offen. Das Finale zog sich, und die Rennkonstellation war schwer zu lesen“, erklärte van Gils gegenüber
Wielerflits. „Ich glaube, wir waren an den Anstiegen vielleicht nicht die Stärksten. Also musstest du das Rennen hart machen und auf den flachen Passagen die richtigen Bewegungen mitgehen.“
Van Gils über schwieriges Rennen und Jetlag
Durch den neuen, anspruchsvolleren Rundkurs ist der GP de Quebec taktischer geworden. Das Streckenprofil kommt sowohl kletterstarken Fahrern als auch Klassikerspezialisten entgegen, die bereits aus größerer Distanz die Initiative ergreifen können.
Remco Evenepoel kam den übrigen Favoriten mit seiner Attacke zuvor, setzte sich gemeinsam mit Giulio Ciccone ab und profitierte anschließend davon, dass die beiden Teams der Spitzenfahrer die Verfolgung auf dem explosiven Kurs kontrollierten.
Remco Evenepoel feierte beim GP de Quebec einen überzeugenden Sieg und bestätigte bei seinem Comeback eindrucksvoll seine starke Form.
Für van Gils kam erschwerend hinzu, dass die Anpassung an die Zeitverschiebung noch nicht vollständig abgeschlossen war. „Wir sind seit zwei Tagen in Kanada. Du weisst selbst, wie sich Jetlag anfühlt. Mir hat ein bisschen was gefehlt. Aber am Ende sind wir ein gutes Rennen gefahren.“
Van Gils spielt wichtige Rolle bei Evenepoels Sieg
Van Gils selbst befand sich in einer entscheidenden Phase des Rennens genau dort, wo Red Bull - BORA - hansgrohe ihn brauchte. „Ich war zur richtigen Zeit vorne, als Remco attackierte, dadurch konnte ich mich zurückhalten und die Verfolgung etwas stören“, erklärte der Belgier. Seine taktische Rolle kam dabei letztlich auch seinem eigenen Ergebnis zugute. Dass Evenepoel tatsächlich um den Sieg fahren würde, war angesichts der Rückmeldungen vor und während des Rennens allerdings keineswegs selbstverständlich.
„Nach hundert Kilometern fuhren wir zusammen, und er sagte: ‚Ich fühle mich nicht gut.‘ Aber selbst wenn Remco sich nicht gut fühlt, ist er immer noch einer der besten Fahrer im Peloton“, berichtete van Gils.
Umso überzeugender war Evenepoels Erfolg gegen Giulio Ciccone bei seinem Comeback. Dass der Olympiasieger dieses Mal nicht als Solist ins Ziel kam, spielte für van Gils keine Rolle. „Du musst nicht immer solo wegfahren. Hauptsache, wir haben gewonnen, und darüber sind wir sehr glücklich.“
Paul Seixas beeindruckt van Gils
Vor dem GP de Montreal am Sonntag will van Gils die Favoritenrolle auf dem noch anspruchsvolleren Kurs allerdings nicht bei Red Bull - BORA - hansgrohe sehen. Stattdessen richtet er den Blick auf einen Fahrer, dem er im Finale von Quebec immer wieder folgte: Paul Seixas.
„Dieser junge Franzose ist die Anstiege wirklich schnell gefahren. Er hat mich am meisten beeindruckt, weil er in den entscheidenden Momenten nicht in jeden Zug sprang. Aber er ist definitiv der Mann, den es am Sonntag zu schlagen gilt“, schwärmte van Gils von Seixas.
Ähnlich viel Respekt hat der Belgier vor Quinn Simmons. „Er ist ein superstarker Fahrer, das hat er auch bei der Tour gezeigt. Er ist am Sonntag ebenfalls sehr gefährlich. Eigentlich ist das gesamte Team Lidl-Trek gefährlich.“
Van Gils selbst dürfte in Montreal eher eine Helferrolle einnehmen und Evenepoel beim wichtigen Formtest vor den Weltmeisterschaften unterstützen. Nach dem Erfolg in Quebec kann Red Bull - BORA - hansgrohe dem zweiten kanadischen Klassiker allerdings mit Selbstvertrauen entgegenblicken. „Es ist nie leicht. Es wird immer schwieriger, Rennen zu gewinnen. Aber du hast zwei Chancen. Wenn du eine der beiden holst, kannst du sehr zufrieden sein.“