„Schaut jetzt: Ich gewinne hier bereits zum dritten Mal“: Demi Vollering emotional nach ihrem dritten Sieg bei Lüttich–Bastogne–Lüttich

Radsport
Sonntag, 26 April 2026 um 21:00
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Demi Vollering hat sich mit einem eindrucksvollen Solosieg bei Lüttich–Bastogne–Lüttich endgültig als unangefochtene Königin des Frauenradsports etabliert. Die amtierende Europameisterin setzte auf der Côte de la Redoute eine kühne Attacke aus der Distanz und sicherte sich damit ihren dritten Sieg bei diesem Monument. Sichtlich bewegt im Ziel, sprach der niederländische Star über ihre tiefe persönliche Verbindung zur Strecke, die hingebungsvolle Arbeit ihrer Teamkolleginnen und ihr wachsendes Selbstvertrauen mit Blick auf den Giro d’Italia und die Tour de France.

Ein Kindheitstraum, erneut erfüllt

Für Vollering ist Lüttich–Bastogne–Lüttich weit mehr als nur ein weiterer Termin im Kalender. Im Ziel erklärte die emotionale Siegerin, wie lange ihre Geschichte mit den Ardennen-Anstiegen zurückreicht – in eine Zeit, als Profi-Frauen hier noch gar nicht starten konnten.
„Das ist wirklich unfassbar. Ich wollte hier unbedingt wieder gewinnen“, sagte Vollering in einem Interview nach dem Rennen. „Ich liebe dieses Rennen. Ich habe hier so viele schöne Erinnerungen. Ich bin die Strecke schon zu Vereinszeiten abgefahren, als es noch gar kein Frauenrennen gab.“
Das Zuschauen bei den Männern inspirierte die junge Vollering, und die Entwicklung hin zu einer Frauen-Edition macht ihre aktuelle Dominanz für sie umso besonderer. „Damals träumte ich davon, eines Tages mitzufahren. Irgendwann wurde ich Profi, und dann gab es auch eine Frauen-Version. Und schaut jetzt: Ich gewinne hier bereits zum dritten Mal.“
Der entscheidende Moment kam an den steilen Rampen der Côte de la Redoute. Während manche auf die Schlusskilometer warten, wählte Vollering den langen Antritt – eine Taktik, die sie später als klar geplant bestätigte.
„Ja, die Idee war, an der Redoute wegzufahren“, erklärte sie. „Ich wollte einfach alles geben und hinterher nichts bereuen. Im Idealfall hätte ich danach noch auf eine Teamkollegin zählen können, aber dazu kam es nicht. Es war noch weit, aber ich war stark genug, es durchzuziehen.“
Demi Vollering bei der Streckenbesichtigung für Lüttich–Bastogne–Lüttich 2026
Demi Vollering during recon for Liege-Bastogne-Liege 2026

Lob für das ultimative Teamopfer

Auch wenn Vollering solo ins Ziel kam, hob sie sofort die Schlüsselrolle ihres Teams hervor. Ihre Mannschaft hatte enorme Arbeit geleistet, um sie perfekt für die entscheidende Attacke zu positionieren.
„Wir kennen uns mittlerweile sehr gut. Wir kennen die Stärken der jeweils anderen und richten unseren Plan danach aus“, betonte Vollering und unterstrich die taktische Disziplin ihrer Teamkolleginnen. „Ich bin sehr stolz auf die Mädels. Sie scheuen sich nicht, sich komplett aufzuopfern, damit wir hier gewinnen können.“
Mit nunmehr vier Frühjahrsklassiker-Siegen in dieser Saison geht Vollering in optimaler Form in die Etappenrennen. Sie ist die klare Favoritin für den kommenden Giro d’Italia und die Tour de France Femmes, bleibt aber vorsichtig mit Prognosen.
„Das gibt natürlich viel Vertrauen für die Tour, aber die ist noch weit weg. Man muss auch gesund und fit bleiben. Schaut nur auf das letzte Jahr“, schloss sie. „Das hier haben wir bereits in der Tasche. Jetzt werde ich das vor allem erst einmal ein bisschen genießen.“
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