„Remco muss Del Toro nachsetzen“ – belgischer Experte zur neuen Renndynamik bei der UAE Tour

Radsport
Dienstag, 17 Februar 2026 um 11:00
Remco Evenepoel
Die 1. Etappe der UAE Tour 2026 sendete ein klares Signal: Der Kampf um die Gesamtwertung dürfte intensiver werden als erwartet. Im ansteigenden Finale, das die reinen Sprinter aus dem Rampenlicht drängte, lieferte Isaac Del Toro eine beeindruckende Vorstellung ab und setzte sich mit Autorität durch, was seine ausgezeichnete Form bestätigt.
Zu den aufmerksamen Beobachtern zählte Jan Bakelants, der die unmittelbare Wirkung des Sieges des jungen Mexikaners und dessen mögliche taktische Folgen für die kommenden Renntage analysierte.

Mehr als nur ein Sieg, er gewann mit Autorität

Der Ausgang der Etappe wurde letztlich vom Streckenprofil geprägt. Das ansteigende Finale war selektiv genug und begünstigte klar die explosiveren Fahrer mit stärkerem Klettervermögen, während viele Sprinter im entscheidenden Moment ins Hintertreffen gerieten.
Genau das widerfuhr Del Toro. Der Mexikaner vom UAE Team Emirates - XRG kombinierte Kraft und Kontrolle, öffnete eine Lücke zu seinen Rivalen und ließ niemanden mehr herankommen.
Der Sieg stach umso mehr hervor im Kontrast zum Vorgehen einiger seiner Hauptkonkurrenten. Remco Evenepoel, einer der Topfavoriten für die Gesamtwertung, war beim entscheidenden Antritt schlecht positioniert und reagierte nicht auf die Aktion, die die Etappe entschied.
Für Jan Bakelants ist Del Toros Triumph kein isoliertes Resultat, sondern ein Faktor, der das Rennen spannender macht. „Del Toros Sieg schafft sofort eine interessante Dynamik“, sagt er gegenüber wielerkrant.
Der frühere belgische Profi betonte: „Das setzt Remco Evenepoels Gruppe unmittelbar unter Druck. In diesem 12,2-Kilometer-Zeitfahren kann er problemlos zehn Sekunden schneller fahren als Del Toro.“

Remco vs. Del Toro im EZF

Das Einzelzeitfahren wird damit zum ersten großen Korrekturpunkt in der Gesamtwertung. Ohne Zeitbonifikationen im Ziel kann jede gewonnene oder verlorene Sekunde entscheidend sein. Der Vorsprung, den Del Toro am Auftakttag herausfuhr, ist für sich genommen vielleicht nicht vorentscheidend, hat im GC-Kontext aber strategisches Gewicht.
Isaac Del Toro in Aktion
Isaac del Toro in action
Nach Bakelants dient die vom Mexikaner herausgefahrene Marge vor allem als defensives Polster und weniger als echter Vorteil. „Diese zehn Sekunden gleichen das Defizit aus, entscheiden aber nicht alles. Das macht das Rennen spannender, weil Evenepoel jetzt gezwungen ist, defensiver zu fahren“, sagte er.
Diese Lesart eröffnet ein besonders reizvolles taktisches Szenario. Anstatt dass einer der Hauptfavoriten das Rennen früh kontrolliert, könnte das Gleichgewicht länger bestehen bleiben. Das zwingt die Klassementfahrer, ihre Kräfte vorsichtiger zu dosieren und häufiger auf die Bewegungen der Konkurrenz zu reagieren.
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