„Auch mit Van Aert und Nys bleibt er der Maßstab“ – Wellens sieht van der Poel im Cyclocross wieder dominieren

Cyclocross
Dienstag, 17 Februar 2026 um 8:00
Mathieu van der Poel läuft mit seinem Crossrad bei der Exact Cross Mol 2026
Die Cross-Saison nähert sich dem Ende, und Bart Wellens hat die Gelegenheit genutzt, den Wettkampf-Winter einzuordnen. Der ehemalige belgische Profi, inzwischen 47, analysierte das Geschehen in der Disziplin und stellte eines klar: Mathieu van der Poel hat erneut seine Autorität durchgesetzt und wird, sollte er im kommenden Winter zurückkehren, den Sport voraussichtlich wieder dominieren.
„Wenn Van der Poel nächstes Jahr noch fährt, wird er weiterhin herausragen. Nys und Del Grosso mögen auf dem Niveau von Van Aert sein, aber Van der Poel wird immer noch eine Stufe darüber stehen“, sagte er dem Nieuwsblad.
In den vergangenen Jahren, und diese Saison machte da keine Ausnahme, gab es ein klares Davor und Danach, sobald Mathieu van der Poel ins Geschehen eingriff. „Es war eine Saison in drei Teilen: zuerst ohne Van der Poel, dann seine Dominanz, und zum Schluss wieder ohne ihn. Und diese Phase mit Van der Poel war nicht die spannendste. Nys hat phasenweise versucht zu folgen und ohne Van Aerts Sturz hätten wir in Mol wohl auch ein packendes Duell gesehen, aber ansonsten war Van der Poel klar der Beste. Das hört man auch vom Publikum: ‚Wenn Van der Poel fährt, gibt es keine Spannung.‘“
Der Niederländer hält nun acht Cyclocross-WM-Titel und setzt damit die Messlatte für die kommenden Jahre extrem hoch. Dennoch sieht Wellens darin kein Problem für den Sport. „Ich verstehe, dass die Leute das sagen, aber genau das macht ihn so besonders.“
In dieser Saison waren die Gesamttrophäen praktisch schon vor den Weltmeisterschaften in Hulst entschieden, was der Schlussphase die Würze nahm. Für viele sank damit der sportliche Reiz, da der Fokus stärker auf Einzelsiege als auf den Titelkampf rückte. Wellens widerspricht jedoch teilweise. „Hier und da hört man, dass der Cross nach den Weltmeisterschaften abbaut, weil Männer wie Van der Poel, Van Aert und Nys nicht mehr dabei sind. Dem stimme ich nicht zu. Besonders unglücklich war, dass die Wertungen vor der WM entschieden waren, sodass wir kein Rennen im Rennen bekamen und es nur noch um den Tagessieg ging.“
Wout van Aert und Mathieu van der Poel im direkten Duell bei der Exact Cross Mol 2026
Wout van Aert and Mathieu van der Poel head to head at the 2026 Exact Cross Mol
Bei allem Verständnis dafür, dass das Fehlen der größten Stars die Strahlkraft mindert, mahnt der Belgier Respekt für die Spezialisten an, die weiter im Einsatz sind. „Nach den Weltmeisterschaften fehlen die Jungs, die dem Cross etwas mehr Salz und Pfeffer geben, aber wir dürfen diejenigen, die noch da sind, nicht herabsetzen. Ich finde auch, dass Männer wie Niels Vandeputte oder Michael Vanthourenhout herausragende Fahrer sind. Wenn Niels in Oostmalle Erster oder Zweiter wird, schließt er das Jahr als Nummer eins der UCI-Rangliste ab. Chapeau dafür.“
Wellens sprach zudem den Unterschied zwischen reinen Disziplin-Spezialisten, die ausschließlich im Querfeldein leben und starten, und Fahrern an, die den Cross mit der Straße kombinieren, wie Van der Poel und andere Profis aus dem Straßenpeloton.
„Worin liegt der große Unterschied zum ‚Straßenfahrer, der querfährt‘? Für den Pur-Sang-Crosser ist es mental inzwischen deutlich einfacher.“
„Ihre größte Sorge ist, gesund zu bleiben und gut zu trainieren, aber sie müssen sich in Straßenrennen nicht zeigen, denn die sind vor allem Vorbereitung auf die Straßensaison. Wenn Fahrer von Pauwels Sauzen-Altez Industriebouw in ihrem ersten Straßenrennen abgehängt werden, ist das kein großes Thema. Wenn Van der Poel oder Del Grosso das im Kopf haben, herrscht Panik“, schloss er.
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