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Remco Evenepoel setzt seine Weltreise fort: Von Los Angeles nach Tokio – Red-Bull-Kapitän tauscht das Rad gegen Laufschuhe

Radsport
durch Nic Gayer
Remco Evenepoel
Remco Evenepoel hat seine Profisaison 2026 möglicherweise bereits abgeschlossen, doch von einer klassischen Saisonpause kann beim Belgier bislang keine Rede sein. Nach seinem Triumph beim Chrono des Nations am 18. Oktober hat der 26-Jährige von Red Bull - BORA - hansgrohe eine kleine Weltreise angetreten. Zunächst führte ihn sein Weg nach Los Angeles, inzwischen ist er in Tokio angekommen. Auch fernab des Pelotons bleibt der Zeitfahrspezialist dabei sportlich aktiv.
Hinter Evenepoel liegt ein Saisonfinale mit zahlreichen Höhen und Tiefen. Zu seinen größten Erfolgen zählten der Sieg beim prestigeträchtigen Chrono des Nations in Frankreich, der Titel bei der Europameisterschaft und sein Triumph beim GP de Quebec. Damit stellte der Belgier zum Abschluss des Rennjahres noch einmal seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis.

Zwischen Erfolgen und Enttäuschungen: Evenepoel arbeitet bereits an seiner Zukunft

Allerdings verliefen nicht alle wichtigen Rennen nach seinen Vorstellungen. Sowohl bei der Radsport-WM als auch bei der Lombardei-Rundfahrt musste Evenepoel Enttäuschungen hinnehmen. Umso größer dürfte seine Motivation sein, die wettkampffreie Zeit für weitere Fortschritte zu nutzen. Von einer längeren Ruhephase ist bei dem ambitionierten Belgier jedenfalls bislang wenig zu erkennen.
Remco Evenepoel winkt.
Remco Evenepoel bleibt auch nach seinem Saisonfinale beim Chrono des Nations aktiv. Während der Belgier durch die Welt reist, wecken die zahlreichen Zeitfahrkilometer der Tour de France 2027 neue Hoffnungen im Kampf gegen Tadej Pogacar.
Unmittelbar nach seinem souveränen Erfolg beim Chrono des Nations reiste Evenepoel in die Vereinigten Staaten. Dort absolvierte er neben verschiedenen Sponsorenterminen auch ein Fotoshooting. Darüber hinaus nutzte er den Aufenthalt in Los Angeles, um sich die Zeitfahrstrecke der Olympischen Spiele 2028 genauer anzusehen. Ergänzt wurde das Programm durch Tests im Windkanal, bei denen er nach weiteren Möglichkeiten suchte, seine ohnehin herausragenden Zeitfahrqualitäten zu verbessern.

Statt Rennrad und Windkanal: Evenepoel erkundet Tokio in Laufschuhen

Seine nächste Station führte Evenepoel offenbar nach Japan. In der Hauptstadt Tokio tauschte der Belgier das Fahrrad gegen seine Laufschuhe und absolvierte zwei Trainingseinheiten über mittlere Distanzen. Auf seinem Strava-Profil dokumentierte er am Sonntag einen Lauf über 10,56 Kilometer. Am Montag folgte eine weitere, locker absolvierte Einheit über 11,82 Kilometer durch die japanische Metropole.
Die Reise fällt in eine Phase, in der auch die Planungen für die kommende Tour de France zunehmend Gestalt annehmen. Erst in der vergangenen Woche wurde die Strecke für die Ausgabe 2027 vorgestellt. Besonders auffällig sind die insgesamt 71 Zeitfahrkilometer, die deutlich über dem Umfang der Tour de France 2026 liegen und damit vor allem den Spezialisten im Kampf gegen die Uhr entgegenkommen könnten.
Zwar dürfte Tadej Pogacar auch im kommenden Jahr als großer Favorit auf das Gelbe Trikot an den Start gehen, doch die veränderte Streckenführung könnte Evenepoel neue Möglichkeiten eröffnen. Neben den zusätzlichen Zeitfahrkilometern fällt auf, dass der Parcours offenbar weniger Gelegenheiten bietet, sich über eine klassisch geprägte Streckenführung schrittweise an die großen Hochgebirge heranzutasten. Damit könnten die beiden Einzelzeitfahren im Kampf um die Gesamtwertung eine besonders wichtige Rolle spielen.

„Zwei Minuten auf Pogacar“ – Bakelants sieht große Chance für Evenepoel

Besonders optimistisch blickt der ehemalige belgische Radprofi Jan Bakelants auf die Zeitfahrkilometer der Tour de France 2027. In seiner Kolumne für die belgische Zeitung Het Laatste Nieuws hob er insbesondere die beiden Einzelzeitfahren hervor. Bereits auf der siebten Etappe wartet mit dem 38 Kilometer langen Kampf gegen die Uhr von Blois nach Chambord eine erste große Gelegenheit, entscheidende Zeitabstände zwischen den Favoriten herauszufahren.
Für Bakelants steht außer Frage, dass Evenepoel in dieser Disziplin über außergewöhnliche Vorteile verfügt. Unter der Voraussetzung, dass der Belgier seine absolute Bestform erreicht, hält er sogar einen beträchtlichen Zeitgewinn gegenüber Pogacar für möglich.
„Remco ist wirklich der beste Zeitfahrer der Welt. Ich würde nicht ausschließen, dass er Pogacar in den beiden Zeitfahren insgesamt zwei Minuten abnimmt – vorausgesetzt, er erreicht wieder das Niveau, das er bei der Radsport-WM gezeigt hat“, erklärte Bakelants.
Allerdings betonte der ehemalige Profi zugleich, dass Evenepoel dafür über die gesamte Rundfahrt hinweg in herausragender Verfassung sein müsse. Denn auch Pogacar hat längst bewiesen, dass er bei der Tour de France nur schwer zu bezwingen ist.
„Das ist entscheidend: Er muss so stark fahren wie in Montreal, denn auch Pogacars Bilanz bei der Tour de France ist beeindruckend“, gab Bakelants zu bedenken.
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