Portugiesischer Saisonauftakt, starker Klassiker-Fokus und Tour-de-France-Rückkehr: Julian Alaphilippes Fahrplan für 2026

Radsport
durch Nic Gayer
Mittwoch, 07 Januar 2026 um 16:00
alaphilippe
Julian Alaphilippe startet seine Saison 2026 mit einem präzise aufgebauten und klar strukturierten Programm. Ein Auftakt in Portugal, ein Frühjahr fast ausschließlich entlang der Klassiker und die fest eingeplante Rückkehr zur Tour de France markieren einen Kalender, der seine Stärken gezielt betont, statt sie zu verstreuen.
In seinem zweiten Jahr beim Tudor Pro Cycling Team spiegelt Alaphilippes Rennplan Erfahrung und klare Absicht wider. Keine Überschneidung zwischen flämischem Kopfsteinpflaster und Ardennen, keine kurzfristigen Ergänzungen, kein Experimentieren. Der Fokus liegt konsequent auf Rennen mit explosiven Anstiegen, wiederholten Intensitäten und der Härte von Eintagesprüfungen.

Ein Frühjahr zwischen Italien und den Ardennen

Alaphilippe eröffnet seine Saison bei der Volta ao Algarve, einem etablierten frühen Formtest mit starkem Teilnehmerfeld, jedoch ohne den Druck eines ersten Saisonhöhepunkts. Anschließend richtet sich der Blick sofort nach Italien.
Alaphilippe stand bei der Tour of Britain 2025 auf dem Schluss­podium
Alaphilippe stand bei der Tour of Britain 2025 auf dem Schluss­podium
Die Strade Bianche bilden im März erneut einen zentralen Fixpunkt, gefolgt von Tirreno-Adriatico und Milano-Sanremo. Diese Abfolge verbindet selektive Eintagesrennen mit hohem Etappenrennen-Tempo und hält Reisen wie Übergänge bewusst schlank.
Nach dem Italien-Block folgt mit der Itzulia Basque Country der letzte Rundfahrt-Impuls vor den Klassikern im April. Das Terrain im Baskenland spiegelt viele der Anforderungen der Ardennen wider und dient als gezielte Vorbereitung.
Die Ardennen-Klassiker bilden anschließend das Herzstück seines Frühjahrs. Amstel Gold Race, La Fleche Wallonne und Liege-Bastogne-Liege stehen als geschlossenes Ziel im Kalender, nicht als Teil eines breit gestreuten Klassikerprogramms. Auffällig fehlen erneut die flämischen Rennen - ein bewusster Schritt, um zwei sehr unterschiedliche Frühjahrskampagnen nicht zu vermischen.

Lehren aus 2025

Der Blick richtet sich klar auf 2026, doch die Struktur des Kalenders speist sich aus den Erfahrungen des Vorjahres. Alaphilippes erste Saison bei Tudor im Jahr 2025 diente vor allem der Rückkehr zu Konstanz und Vertrauen, weniger einer maximalen Ergebnisdichte. Das Team gab ihm Verantwortung, Freiraum und ein reduziertes Programm - ein Prinzip, das nun konsequent fortgeführt wird.
Die Saisonarchitektur zeigt klare Kontinuität. Der Kalender für 2026 vermeidet Überladung, definiert die Ziele scharf und lässt Raum für gezielte Formspitzen statt eines Durchrennens durch das Jahr.

Tour de France fest eingeplant

Die dritte Säule des Programms bildet die Tour de France. Nach dem Frühjahr wird Alaphilippe im Juli wie erwartet zum größten Rennen des Sports zurückkehren und damit eine Saison abrunden, die bewusst Qualität über Quantität stellt.
Für Tudor Pro Cycling Team zählt die Klarheit des Kalenders ebenso wie die Rennen selbst. Für Alaphilippe signalisiert dieser Plan einen Fahrer, der im Einklang mit seinen realen Siegchancen agiert. Ein portugiesischer Start, ein klassikerfokussiertes Frühjahr und die Rückkehr zur Tour de France ergeben ein stimmiges Gesamtbild - ohne Ablenkungen, mit klarem Fokus auf das Wesentliche.

Julian Alaphilippes Rennkalender im Jahr 2026

RennenDatum
Volta ao Algarve18–22 Februar
Strade Bianche7 März
Tirreno Adriatico9–15 März
Mailand-Sanremo21 März
Baskenland-Rundfahrt6–11 April
Amstel Gold Race19 April
Fleche Wallonne22 April
Lüttich-Bastogne-Lüttich26 April
Tour de France4–26 Juli
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