„Das Ziel sind die Tour de France und das Grüne Trikot“ – Anfahrer-Legende Mark Renshaw skizziert Olav Kooijs Zielsetzung für 2026 nach dem Visma-Abschied

Radsport
Mittwoch, 07 Januar 2026 um 17:00
Olav Kooij
Ambition wird beim Decathlon CMA CGM Team nicht kaschiert. Mit einer neuen Sprintstruktur im Aufbau und einem klar definierten Tour-de-France-Ziel skizziert Mark Renshaw ein Programm, das auf Siege auf höchstem Niveau ausgerichtet ist – nicht auf bloße Präsenz.

Decathlon CMA CGM setzt auf Siege: Renshaws Plan für Sprints und Tour

In von IDL Pro Cycling aufgezeichneten Aussagen machte Renshaw unmissverständlich klar, warum er zum französischen WorldTour-Team gestoßen ist und woran Erfolg gemessen wird.
„Ich denke, meine Rolle ist gut dokumentiert: Ich werde überwiegend das Programm mit Olav Kooij fahren, und das Ziel ist, bei der Tour de France zu gewinnen und das Grüne Trikot ins Visier zu nehmen.“
Diese Klarheit setzt den Ton für ein Sprintprojekt, das von Beginn an auf Ergebnisse statt auf schrittweises Erwartungsmanagement ausgelegt ist.

Ein Sprintprojekt auf Sieg gebaut

Renshaws Einstieg in die Decathlon-Struktur markiert eine deutliche Akzentverschiebung im Team. Statt Konstanz oder kleinen Schritten steht der Sieg klar im Mittelpunkt – ein Punkt, den er bei seiner Motivation für die Aufgabe hervorhob.
„Der Hauptpunkt war die Möglichkeit, mit reinen, hochklassigen, weltweit anerkannten Sprintern zu arbeiten“, sagte er mit Blick auf die Tiefe des Kaders. „Die Chance, mit diesen Jungs zu arbeiten – und nicht auf Top Fünf oder Top Zehn zu schauen, sondern auf den Sieg.“
Diese Haltung geht mit der Bereitschaft einher, den Druck anzunehmen, der mit höchsten Sprintambitionen einhergeht. „Es ist offensichtlich mehr Druck, aber ich liebe… Ich sage immer, es gibt ein Sprichwort: Druck erzeugt Diamanten, und das liebe ich.“
Erwartung wird hier nicht als Bürde, sondern als notwendiger Bestandteil des Wettkampfs an der Spitze des Sports verstanden.
Mark Renshaw
Renshaw war Teil von XDS Astana, bevor er zu Decathlon wechselte

Erst Kohäsion, dann Resultate

Trotz des klaren Tour-Ziels rahmt Renshaw den Saisonauftakt bewusst als Prozess, nicht als fertiges Produkt. Die unmittelbare Aufgabe sei nicht Dominanz, sondern Harmonie.
„Das sind wirklich gute Rennfahrer“, sagte er über die Sprintgruppe. „Jetzt müssen wir sie zusammenbringen, eine Kultur und Vertrauen schaffen und jedem Fahrer Erfahrung im gemeinsamen Fahren geben, damit wir das maximale Potenzial aus jedem herausholen.“
Kommunikation und Vertrautheit sind zentrale Elemente dieses Ansatzes. „Wie wir dort hinkommen, wird in der ersten Saisonhälfte ein Lernprozess sein – es geht darum, die Kommunikation und das Vertrauen untereinander zu verbessern.“
Die Botschaft: Geduld in der Umsetzung, aber nicht in der Zielsetzung.

Tour-de-France-Realismus und die Gleichung des Grünen Trikots

Mit Blick auf die Tour de France vermied Renshaw Überversprechen, unterstrich aber den Glauben an das Machbare. „Realistisch gesehen gibt es vielleicht sechs, vielleicht sieben Chancen“, sagte er zu den Sprintoptionen, bevor er weiter konkretisierte. „Die Zahlen sagen: wahrscheinlich fünf reine Sprints bei der Tour. Reine Sprints bedeuten, dass es während der Etappe keine größeren Störungen gibt.“
Diese Einschätzung führt direkt zur Debatte ums Grüne Trikot, ein Ziel, das in den letzten Jahren komplexer geworden ist. Renshaw verwies auf Änderungen bei Platzierung und Wertung der Sprints und erkannte zugleich den Einfluss von Allroundern wie Tadej Pogacar auf den Wettbewerb an. „Wenn man sich die Bonus-Sprints anschaut, ein Sprint pro Tag, sollte das die Sache etwas mehr zugunsten eines reinen Sprinters verschieben“, sagte er. „Aber entscheidend ist die Konstanz.“
Es ist ein nüchterner Blick, der auf Zahlen und Renndynamik basiert statt auf Rhetorik.
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