Paris-Nizza 2026, Etappe 7: Vorschau, Profile, Favoriten und Prognosen – Jonas Vingegaard nimmt das Bergfinale im Gelben Trikot in Angriff

Radsport
durch Nic Gayer
Freitag, 13 März 2026 um 18:00
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Die diesjährige Ausgabe von Paris–Nizza findet vom 08. bis 15. März statt und zählt traditionell zu den wichtigsten Frühjahrsrennen im Radsportkalender. Die Rundfahrt bietet jedes Jahr Chancen für Kletterer, Sprinter und Klassiker-Spezialisten gleichermaßen.
Im Fokus steht diesmal die siebte Etappe der Rundfahrt. Start und Ziel sind für 11:40 Uhr beziehungsweise 14:55 Uhr CET angesetzt.
Paris–Nizza wurde erstmals 1933 ausgetragen. Der Belgier Alfons Schepers gewann die Premieren-Ausgabe.
Aufgrund seiner Streckenführung – von Paris bis an die Mittelmeerküste nach Nizza – trägt das Rennen seit Jahrzehnten den Beinamen „Rennen zur Sonne“. Auf der Straße wird dieser Titel oft sogar wörtlich genommen.
Im Laufe der Jahrzehnte haben zahlreiche Legenden des Radsports dieses achttägige Rennen gewonnen. Zu den bekanntesten Siegern gehören Jacques Anquetil, Tom Simpson, Eddy Merckx, Raymond Poulidor, Joop Zoetemelk und Sean Kelly.
Der Ire Kelly ist bis heute Rekordsieger der Rundfahrt. Er gewann das Rennen siebenmal in Folge – von 1982 bis 1988.
Auch in späteren Jahren blieb Paris–Nizza ein Rennen für die größten Namen des Sports. Miguel Indurain und Laurent Jalabert gehören ebenfalls zu den Siegern.
Auch in der jüngeren Vergangenheit konnte die Rundfahrt große Champions in ihre Siegerliste eintragen. Alberto Contador, Tony Martin, Bradley Wiggins, Geraint Thomas, Primoz Roglic und Tadej Pogacar haben Paris–Nizza ebenfalls gewonnen.
2025 sicherte sich Matteo Jorgenson den Gesamtsieg. Er überzeugte mit konstant starken Leistungen in unterschiedlichstem Terrain und verteidigte seine Führung über die gesamte Rundfahrt hinweg.

Streckenprofil Etappe 7: Nizza - Auron

Etappe 7: Nizza - Auron, 138,7 Kilometer
Etappe 7: Nizza - Auron, 138,7 Kilometer
Die siebte Etappe wird häufig als mögliche Königsetappe bezeichnet. Ganz so eindeutig ist diese Einordnung jedoch nicht.
Im vergangenen Jahr endete eine Etappe ebenfalls in Auron, doch sie erwies sich nicht als entscheidender Faktor für das Gesamtklassement. Normalerweise enthält Paris–Nizza eine klare Hochgebirgsetappe, doch in dieser Ausgabe gilt die siebte Etappe als die schwierigste Prüfung.
Trotzdem fällt die Distanz vergleichsweise kurz aus. Die Strecke misst nur 138 Kilometer und startet in Nizza. Direkt zu Beginn stehen zwei kategorisierte Anstiege auf dem Programm.
Nach dem Auftakt mit den beiden Anstiegen verläuft der Großteil des Tages relativ flach. Die Strecke führt zwar von etwa 150 Metern Höhe auf rund 1100 Meter bis zum Fuß des Schlussanstiegs nach Auron, doch das Profil ist keineswegs extrem.
Das Terrain ist nicht vollständig flach, doch ohne ein besonders hohes Tempo wird der Abschnitt kaum für ein sehr kräftezehrendes Rennen sorgen. Hinzu kommt die insgesamt kurze Etappenlänge.
Der finale Anstieg nach Auron ist 7,4 Kilometer lang und weist eine durchschnittliche Steigung von sieben Prozent auf. Diese Werte reichen aus, um Unterschiede zwischen den Fahrern zu erzeugen, gelten aber nicht als extrem anspruchsvoll. Der Anstieg wird häufig mit Geschwindigkeiten von mehr als 25 km/h gefahren – in einem Bereich, in dem Windschatten eine wichtige Rolle spielt.
Gerade deshalb könnten reine Kletterer Schwierigkeiten haben, sich entscheidend von explosiveren Fahrern abzusetzen. Für das Gesamtklassement bleibt der Schlussanstieg dennoch ein wichtiger Moment.
Ein großes Fragezeichen stellt derzeit das Wetter dar. In der Region wurde heftiger Schneefall gemeldet, begleitet von sehr niedrigen Temperaturen. Am Gipfel werden Minustemperaturen erwartet. In der Nacht kann es in Auron sogar bis zu minus sieben Grad kalt werden. Unter diesen Bedingungen ist derzeit unklar, ob die Etappe überhaupt wie geplant stattfinden kann.
Sollte die Etappe dennoch ausgetragen werden, dürfte sich lange Zeit wenig im Rennen bewegen. Das Profil ist vor dem Schlussanstieg relativ flach, sodass entscheidende Aktionen wahrscheinlich erst im Finale erfolgen.
Die Fahrer werden vor allem mit der Kälte zu kämpfen haben. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass eine Ausreißergruppe Erfolg hat – ähnlich wie im vergangenen Jahr, als Michael Storer eine Etappe gewann.
Normalerweise entstehen an diesem Schlussanstieg keine besonders großen Zeitabstände. Über sieben Kilometer ist die Steigung nicht steil genug, um extreme Differenzen zu erzeugen. Zudem spielt bei dem hohen Tempo der Windschatten eine wichtige Rolle.

Die Favoriten

Leistungsmäßig ragt Jonas Vingegaard derzeit aus dem Feld heraus. Wenn er angreifen möchte, wird er das auch versuchen.
Allerdings scheint das Rennen insgesamt bereits entschieden zu sein. Die Etappe stellt keine lange Belastung dar und erinnert nicht an eine klassische Grand-Tour-Prüfung – auch wegen der schwierigen Wetterbedingungen.
Eine maximale Belastung bei extremer Kälte, kombiniert mit anschließenden Podiumsverpflichtungen, könnte sogar ein gesundheitliches Risiko darstellen. Deshalb werden viele Fahrer dieses Risiko vermutlich vermeiden.
Sollte es zu einem Sprint aus einer reduzierten Gruppe kommen, gilt Vingegaard als klarer Favorit auf den Sieg. Große Veränderungen im Gesamtklassement sind aufgrund der bereits bestehenden Zeitabstände jedoch kaum zu erwarten.
Kévin Vauquelin dürfte versuchen, Georg Steinhauser anzugreifen, um sich einen Platz auf dem Podium zu sichern.
Lenny Martínez scheint als einer der wenigen Fahrer die Form zu haben, um offensiv zu fahren. Bereits im vergangenen Jahr zeigte er an diesem Anstieg eine starke Leistung.
Auch Harold Tejada und Valentin Paret-Peintre könnten erneut überzeugen. Beide Fahrer besitzen genügend Freiheit in der Gesamtwertung, um offensiv zu agieren.
Die Frage bleibt, ob sich eine Fluchtgruppe durchsetzen kann. Mehrere Fahrer bringen dafür gute Voraussetzungen mit.
Aleksandr Vlasov, Igor Arrieta, Jefferson Alveiro Cepeda, Nicolas Prodhomme und Andreas Leknessund zählen zu den Fahrern, die aus einer Ausreißergruppe heraus erfolgreich sein könnten – vorausgesetzt, sie schaffen es überhaupt in die entscheidende Flucht.

Prognose Paris–Nizza 2026 Etappe 7

*** Jonas Vingegaard, Nicolas Prodhomme
** Lenny Martínez, Kévin Vauquelin, Aleksandr Vlasov, Jefferson Alveiro Cepeda
* Harold Tejada, Valentin Paret-Peintre, Daniel Martínez, Georg Steinhauser, Ion Izagirre, Igor Arrieta, Andreas Leknessund
Unser Tipp: Nicolas Prodhomme
Wie: Ausreißersieg
Original: Rúben Silva
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