Jonas Abrahamsen bleibt
Uno-X Mobility langfristig erhalten. Der norwegische Tour-de-France-Etappensieger hat seinen Vertrag bis Ende 2030 verlängert und sich damit für zwei weitere Jahre an die Mannschaft gebunden. Der 31-Jährige verfolgt dabei ehrgeizige Ziele: Neben Siegen bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix träumt er davon, eines Tages mit Uno-X um den Gesamtsieg bei der
Tour de France zu kämpfen.
Für Abrahamsen ist die Vertragsverlängerung weit mehr als eine sportliche Entscheidung. Seit 2017 fährt er für die norwegische Organisation und hat deren Entwicklung von einer vergleichsweise kleinen Mannschaft bis zum Aufstieg in die WorldTour hautnah miterlebt. Nun will er diesen Weg fortsetzen und sich bei den größten Eintagesrennen der Welt endgültig in der absoluten Spitze etablieren.
Vom Schlüsselbeinbruch zum Tour-Triumph: Abrahamsens besonderer Weg
Die sportliche Entwicklung von Jonas Abrahamsen ist eng mit dem Aufstieg von Uno-X verbunden. Einen der größten Momente der Teamgeschichte erlebten beide bei der Tour de France 2025. Nur vier Wochen nach einem Schlüsselbeinbruch gelang dem Norweger ein außergewöhnliches Comeback: Auf der elften Etappe in Toulouse setzte er sich durch und bescherte Uno-X den ersten Etappensieg bei der Frankreich-Rundfahrt.
Jonas Abrahamsen bleibt Uno-X Mobility bis Ende 2030 treu. Der norwegische Tour-de-France-Etappensieger will künftig bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix um Spitzenplätze kämpfen und die Entwicklung seiner Mannschaft weiter mitgestalten.
Auch wenn Abrahamsen in der Saison 2026 keinen weiteren Sieg feiern konnte, bewies er insbesondere bei den Frühjahrsklassikern seine Konkurrenzfähigkeit. Mit Platz fünf bei der E3 Saxo Classic und Rang neun bei Gent-Wevelgem unterstrich er, dass er auf den anspruchsvollen belgischen Straßen zu den Fahrern gehört, mit denen im Kampf um die Spitzenplätze gerechnet werden muss.
Die langfristige Vertragsverlängerung wurde
am Donnerstag, dem 29. Oktober, von Uno-X Mobility offiziell bekannt gegeben. Sie bindet Abrahamsen bis zu seinem 35. Lebensjahr an die Mannschaft und schafft damit die Grundlage für seinen nächsten sportlichen Entwicklungsschritt.
„Ich träume davon, ein Monument zu gewinnen“ – Flandern und Roubaix als große Ziele
Seine Ambitionen formulierte Abrahamsen in der offiziellen Mitteilung ausgesprochen deutlich. „Ich träume davon, ein Monument zu gewinnen, aber auch davon, Teil eines Teams zu sein, das eine Grand Tour gewinnt – am liebsten die Tour de France. Das ist vielleicht der größte Traum für das Team. Mit harter Arbeit ist alles möglich“, erklärte der Norweger.
Vor allem zwei Klassiker stehen auf seiner persönlichen Wunschliste. „Ich hoffe, die Flandern-Rundfahrt oder Paris-Roubaix zu gewinnen. Zunächst möchte ich unter die ersten fünf fahren und mich dann Schritt für Schritt an das bestmögliche Ergebnis herantasten.“
Dass Abrahamsen das Potenzial für Spitzenresultate bei den Frühjahrsklassikern besitzt, hat er bereits mehrfach bewiesen. Schon 2024 wurde er bei Dwars door Vlaanderen Zweiter. Im März 2026 folgte ein weiterer Achtungserfolg bei der E3 Saxo Classic. Dort gehörte er einer vierköpfigen Verfolgergruppe an, die Mathieu van der Poel auf dem letzten Kilometer beinahe noch eingeholt hätte. Am Ende überquerte Abrahamsen die Ziellinie lediglich drei Sekunden hinter dem Niederländer und belegte Rang fünf.
Bei den beiden Monumenten, die er künftig gewinnen möchte, besteht allerdings noch deutliches Verbesserungspotenzial. Bei der Flandern-Rundfahrt kam er 2026 nicht über Platz 26 hinaus, bei Paris-Roubaix belegte er Rang 43. Der Weg vom konkurrenzfähigen Klassikerfahrer zum ernsthaften Siegkandidaten bei diesen beiden Rennen bleibt damit eine anspruchsvolle Aufgabe.
Abrahamsen weiß, dass dafür neben körperlicher Stärke vor allem taktische Erfahrung entscheidend ist. Als wichtigen Einfluss nennt er seinen früheren Teamkollegen Alexander Kristoff, der während seiner Karriere sowohl Mailand-Sanremo als auch die Flandern-Rundfahrt gewinnen konnte.
„Es geht meiner Meinung nach darum, im Training die richtigen Dinge zu tun. Klüger zu arbeiten und vor allem weiter von erfahrenen Leuten zu lernen – so wie ich es bei Alexander Kristoff getan habe“, erklärte Abrahamsen. „Gleichzeitig muss man eigene Erfahrungen sammeln, denn gerade bei der Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix ist Erfahrung besonders wichtig.“
Von 20 auf rund 100 Mitarbeitende: Uno-X träumt von der Weltspitze
Mit seinem neuen Vertrag wird Abrahamsen bis in seine 14. Saison bei Uno-X gehen. Als er 2017 zur Mannschaft stieß, war die norwegische Organisation noch weit von ihrer heutigen Größe entfernt. Der 31-Jährige erinnert sich deshalb besonders gern an die Anfänge zurück.
„Es macht unglaublich viel Spaß, von Anfang an dabei gewesen zu sein, als wir insgesamt etwa 20 Leute waren – Mechaniker, Fahrer, Sportliche Leiter und Betreuer eingeschlossen. Heute sind es wahrscheinlich rund 100“, sagte er.
Aus dem kleinen Projekt ist inzwischen eine WorldTour-Mannschaft geworden. Doch Abrahamsen möchte sich mit diesem Aufstieg nicht zufriedengeben. Sein Ziel ist es, Uno-X in den kommenden Jahren unter den erfolgreichsten Teams des internationalen Radsports zu etablieren.
„Jetzt sind wir in der WorldTour, und ich möchte, dass wir zu den fünf besten Teams der WorldTour gehören. Das ist zumindest das Ziel“, betonte er. „Dafür müssen wir Leute und Fachwissen ins Team holen – genau das tun wir bei Uno-X.“
Wie groß die Ambitionen mittlerweile sind, zeigt auch sein Traum von einem Tour-de-France-Gesamtsieg. Im Sommer 2025 feierte Uno-X durch Abrahamsen seinen ersten Etappenerfolg bei der Frankreich-Rundfahrt. Der Kampf um das Gelbe Trikot wäre allerdings eine völlig neue Dimension. Zumal die Mannschaft 2027 erst ihre zweite Saison auf WorldTour-Niveau bestreiten wird.
Für Abrahamsen liegt gerade darin ein besonderer Reiz. Er möchte nicht nur seine eigene Karriere vorantreiben, sondern auch weiterhin Teil der langfristigen Entwicklung des Teams sein. Die Möglichkeit, gemeinsam mit Uno-X neue sportliche Grenzen zu erreichen, zählt für ihn zu den wichtigsten Gründen für seine Vertragsverlängerung.
„Ich bin seit 2017 im Team und habe mich natürlich stark weiterentwickelt. Das bedeutet mir vielleicht am meisten: dass ich mich weiterentwickeln und neue Schritte machen kann“, erklärte der Norweger. „Das motiviert mich am meisten, und ich hoffe, dass ich das fortsetzen kann.“
Thor Hushovd lobt Abrahamsen: „Er ist ein Workaholic“
Auch innerhalb der Teamführung genießt Abrahamsen inzwischen einen besonderen Stellenwert. Uno-X-Teammanager
Thor Hushovd sieht in dem 31-Jährigen längst nicht mehr nur einen erfolgreichen Rennfahrer, sondern eine wichtige Führungspersönlichkeit, die den sportlichen Anspruch der gesamten Organisation mitprägt.
„Jonas ist für Uno-X enorm wichtig. Er ist einer der Führungskräfte im Team und ein Workaholic, der sowohl seine Teamkollegen als auch unsere Mitarbeitenden motiviert“, erklärte der ehemalige Straßenweltmeister. „Er liebt es, Grenzen zu verschieben, und hat damit die Messlatte für das, was ein norwegischer Radfahrer erreichen kann, höher gelegt. Wir freuen uns sehr über diese Vertragsverlängerung.“
Neben seinen eigenen sportlichen Zielen möchte Abrahamsen künftig auch eine größere Verantwortung gegenüber den jüngeren Fahrern übernehmen. Nachdem er selbst von der Erfahrung Alexander Kristoffs profitieren konnte, will er sein Wissen nun an die nächste Generation weitergeben.
„Wenn ich älter werde, möchte ich ein gutes Vorbild sein und vielleicht auch als Mentor für die jungen Fahrer dienen, die nachkommen“, sagte Abrahamsen. „Man macht leicht Fehler und glaubt vielleicht, selbst am besten Bescheid zu wissen. Ich habe aber gelernt, dass es klug ist, auf Menschen mit mehr Erfahrung zu hören. Hoffentlich kann ich künftig etwas davon weitergeben.“
Die kommenden Jahre bei Uno-X Mobility sollen für Abrahamsen deshalb von zwei Zielen geprägt sein: selbst den nächsten Schritt bei den großen Klassikern zu schaffen und gleichzeitig die Entwicklung der Mannschaft aktiv mitzugestalten. Die Lehren aus seiner Zusammenarbeit mit Kristoff könnten ihm dabei helfen, seinen Traum von einem Monument-Sieg zu verwirklichen. Zugleich will er als erfahrener Profi dazu beitragen, dass auch die nächste Generation norwegischer Fahrer neue Maßstäbe setzt.