„Normalerweise kann man gegen ihn wenig ausrichten“ – Ex-Profi aus den Niederlanden setzt auf Vingegaard als Sieger, sieht aber Thymen Arensman als größte Gefahr

Radsport
Freitag, 15 Mai 2026 um 15:30
Jonas Vingegaard
Am Freitagmittag tritt der Giro d’Italia in seine entscheidende Phase ein: Das Peloton bestreitet die längste Etappe der Rundfahrt, zugleich wartet der erste Schlussanstieg. Der Blockhaus zählt zu den härtesten Anstiegen im Apennin und dürfte Jonas Vingegaard, Giulio Pellizzari, Thymen Arensman und den übrigen Favoriten zeigen, wo sie im Kampf um Rosa stehen.
„Ich bin zuversichtlich. Er (Thymen Arensman, Anm.) sollte weniger auf Jonas Vingegaard schauen, sondern mehr auf den Rest“, erklärte Erik Breukink, in den 1980er-Jahren zweimal auf dem Giro-Podium, im Gespräch mit Wielerflits.
Der Ex-Profi aus den Niederlanden sieht einen Landsmann zurück im Rennen um die Top 10, in einem Feld, das bereits mehrere Gesamtwertungsfahrer verloren hat. Schon vor der Grande Partenza mussten João Almeida, Richard Carapaz und Mikel Landa aus unterschiedlichen Gründen schweren Herzens passen.
Im Rennen selbst sorgte der Massensturz auf Etappe 2 für das Aus von Santiago Buitrago; am Folgetag stieg auch Adam Yates nach einer diagnostizierten Gehirnerschütterung aus.

Arensman und Pellizzari wohl die größten Podiumsanwärter neben Vingegaard

Breukink hebt Vingegaard vor dem Gang ins Hochgebirge auf ein eigenes Niveau: „Der Däne ist der beste Kletterer und der Topfavorit auf den Gesamtsieg“.
„Ich schätze auch Giulio Pellizzari hoch ein, aber er ist noch sehr jung. Er muss sich noch ein Stück weit beweisen. Dahinter fällt aber sehr schnell auch der Name Thymen Arensman. Ich sehe ihn definitiv als Kandidaten für das Schluss­podium in Rom. Gleichzeitig ist die Gruppe derer, die dafür infrage kommt, recht groß.“
Der Anstieg zum Blockhaus wird eine klare Hierarchie im Gesamtklassement schaffen; das Zeitfahren auf Etappe 10 gilt als nächste Schlüsselprüfung mit größeren Abständen.
„Ich nehme Vingegaard etwas aus der Gleichung, denn er könnte am Freitag einen großen Schlag landen. Thymen orientiert sich vor allem an Pellizzari. Wenn er nicht zu weit hinter ihm liegt und bei den übrigen GK-Fahrern bleibt, kann er darauf aufbauen. In diesem Feld kann er ums Podium fahren. Und wer weiß, vielleicht sogar mehr.“
Auch Fahrer wie Michael Storer und Felix Gall werden als potenzielle Podiumsanwärter erwartet; Egan Bernal bleibt eine Wundertüte – vor allem nach seinen deutlichen Problemen auf Etappe 4.

Ist Vingegaard im Kampf um Rosa wirklich so sicher?

„Vingegaard hat ebenfalls keine Garantie, unbeschadet durch den Kampf zu kommen. Normalerweise kannst du gegen ihn wenig ausrichten, denn er hat mich dieses Jahr sehr beeindruckt“, ergänzt Breukink. Die Zahlen sprechen klar für den Visma-Profi; endgültig entschieden wird es aber auf der Straße.
Der Niederländer traut Thymen Arensman beim Giro d’Italia viel zu, nicht zuletzt mit Blick auf dessen Tour de France 2025, bei der er zwei Bergetappen gewann – die zweite im direkten Duell mit dem Dänen.
„Abgesehen von ihm gibt es in diesem Giro niemanden, mit dem Arensman nicht fertig wird. Alter und Momentum sprechen für etwas Großes.“
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