„Mit einem anderen Team hätte ich die Volta ao Algarve verloren“ – Juan Ayuso startet 2026 mit einem Paukenschlag

Radsport
durch Nic Gayer
Donnerstag, 26 Februar 2026 um 11:30
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Besser hätte Juan Ayuso sein neues Kapitel nicht eröffnen können. Gleich bei seinem ersten Einsatz für LIDL-Trek nach dem Abschied vom UAE Team Emirates gewann der Spanier die Gesamtwertung der Volta ao Algarve. Zudem holte er bei seinem makellosen Debüt einen Etappensieg im Gelben Trikot.
Im Gespräch mit Marca zieht Ayuso eine klare Bilanz: „Die Volta ao Algarve hat mir sehr gute Gefühle hinterlassen. Über den Sieg hinaus bleibt mir vor allem in Erinnerung, wie wir ihn geholt haben, denn am Schlusstag haben sie uns bis hinunter zum Arztwagen attackiert.“ Den Erfolg schreibt er vor allem der Mannschaft zu: „Die Mannschaft hat optimal reagiert: erst, indem sie eine große Flucht verhinderte, und dann im Finale, indem sie Attacken sämtlicher Teams neutralisierte. Ich bin sehr glücklich, fühle enorme Unterstützung, und die Atmosphäre ist fantastisch.“

Ein Umfeld, das den Unterschied macht

In den ersten Monaten übertraf der Wechsel seine Erwartungen, vor allem menschlich. „Vor allem nehme ich die Leute mit. Außerdem investiert LIDL-Trek spürbar, um mehr Ressourcen aufzubauen: ein Küchen-Truck, Recovery-Tools… Nicht alles ist schon da, aber alles deutet auf ein sehr positives Ergebnis hin.“
Der LIDL-Trek-Star Juan Ayuso
Der LIDL-Trek-Star Juan Ayuso
Ayuso betont, dass es ihm an nichts fehlt: „Als Struktur fehlt mir nichts; ich habe sogar mehr Ressourcen zur Verfügung als zuvor. Wenn ich eines wählen muss, dann die Menschen, weil sie mich sehr wohl fühlen lassen und absolute Profis sind.“
Als Beispiel nennt er die Arbeit an seiner Aerodynamik: „Im Windkanal haben wir meine Zeitfahrposition erneut verbessert, etwas, das aus meiner Sicht schwer zu verfeinern war und das ich lieber nicht angefasst hätte; dank ihnen habe ich dennoch einen weiteren Schritt gemacht.“

Die Stärke der Einheit

Der Erfolg an der Algarve bestätigt für ihn den eingeschlagenen Weg. „Mit einem anderen Team hätte ich die Volta ao Algarve verloren“, sagt er offen.
Mit Blick auf Paris–Nizza, das Criterium du Dauphine und die Tour de France unterstreicht er die Bedeutung des Mannschaftszeitfahrens: „Jetzt kommen Paris–Nizza, das Dauphine und die Tour - alle drei mit Teamzeitfahren - und wir bringen ein Aufgebot, das, wenn nicht klarer Siegkandidat, doch hoch wettbewerbsfähig ist. Beim Blick auf die Strecke von Paris–Nizza könnte das MZF 70% der Gesamtwertung entscheiden, und mit der Equipe, die wir aufstellen, wird unsere Kollektivstärke uns ganz nach vorn bringen. Ich bin sehr froh, Teil einer Gruppe zu sein, die mir den Rest der Etappen deutlich erleichtern wird.“

Ein Schritt nach vorn in 2026

Individuell erkennt Ayuso klare Fortschritte im Kampf gegen die Uhr. „Im Zeitfahren habe ich dank einer kleinen Positionsänderung und dem neuen Material noch einmal zugelegt - der neue Helm liegt mir wirklich.“ In anderen Bereichen bleibt er fokussiert: „Im Übrigen wie immer: überall besser werden und Details schleifen. Da steckt weniger Geheimnis drin, als viele denken.“

Neue Rivalen am Horizont

Zu den Namen, die er im Blick hat, zählt Paul Seixas. An dessen Entwicklung zweifelt er nicht: „Seixas wird bald um die Grand Tours mitfahren; wenn nicht dieses Jahr, dann nächstes. Ein Gegner mehr, mit dem man rechnen muss.“
Zugleich verweist er auf die außergewöhnliche Konkurrenz im Peloton: „Wir sind es gewohnt, gegen Fahrer anzutreten, die eine Ära prägen: Tadej, Remco, Vingegaard…“

Vorbilder und Anspruch

Auch Vergleiche mit Alejandro Valverde und Alberto Contador greift Ayuso auf. „Ich wäre glücklich, einem von beiden zu ähneln. Der Radsport verändert sich, und das Fahrerprofil, das man braucht, um eine Grand Tour zu gewinnen, ist anders als vor zehn Jahren.“
Wenn er sich entscheiden muss, fällt seine Wahl klar aus: „Wenn ich mich festlegen soll, sehe ich mich eher bei Valverde, weil ich diesen Sprint habe, der mir Siege ermöglicht. Was Alberto in den Hochalpen gezeigt hat, ist jedoch ebenso essenziell, um im heutigen Radsport erfolgreich zu sein. Ich unterschreibe eine Mischung aus beiden“, sagt er mit einem Lächeln.

Ein klarer Wunsch

Für den weiteren Saisonverlauf formuliert er ein klares Ziel: „Ich wünsche mir, dass alles so weiterläuft wie bisher: weiter verbessern, Rückschläge vermeiden und sehen, wie weit mein Level ohne die Hakerl der vergangenen Jahre tragen kann.“
Das große Highlight wird sein Tour-Debüt: „Ich werde versuchen, eine gute Tour zu fahren, da es meine erste sein wird. Möge das Glück auf unserer Seite sein, und möge mein Niveau das Ergebnis bestimmen.“
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