Mit 19 Jahren sorgt das Potenzial und die Vorfreude auf die Entwicklung von
Paul Seixas für eine außergewöhnliche Dynamik im Profiradsport. Doch wo lässt sich im April 2026 die Messlatte anlegen? Der Franzose meint, es könnten die Vergleiche mit
Tadej Pogacar sein – zumal die beiden an diesem Sonntag bei Lüttich–Bastogne–Lüttich direkt aufeinandertreffen.
Nachdem das Duo bei Strade Bianche Erster und Zweiter wurde und Seixas die Baskenland-Rundfahrt dominierte, wird er – neben Remco Evenepoel – als Hauptgegner für Pogacars Dominanz bei La Doyenne gehandelt. Das Finale der Ardennenklassiker begünstigt eine Mischung aus Kletterer und Klassiker-Spezialist, ein Profil, das allen drei Fahrern liegen sollte.
Zunächst aber steht für Seixas an diesem Mittwoch La Flèche Wallonne im Programm, wo Pogacar und Evenepoel fehlen. „Ich bin hier, um meinen Punch zu testen. Das ist etwas Neues für mich. Ich habe es so oft gesehen, aber tatsächlich noch nie selbst gefahren“, sagte Seixas gegenüber
Sporza.
In einer starken Startliste ist er jedoch keineswegs der Mann, den es zu schlagen gilt. „Diese kurzen Belastungen von zwei oder drei Minuten sind etwas anderes. Ich muss erst herausfinden, wie ich darauf reagiere. Ich habe ein bisschen daran gearbeitet, aber nicht spezifisch für dieses Rennen. Ich verspüre keine Pflicht zu siegen. Ich sehe mich nicht als Topfavoriten“, gibt er zu.
Fahrer wie Romain Grégoire, Mattias Skjelmose, Lenny Martínez und Kévin Vauquelin teilen sich die Favoritenrolle und peilen einen Sieg an, der die Richtung ihrer Karrieren verändern kann – eine anspruchsvolle Mission für den Franzosen.
Duell mit Tadej Pogacar bei Lüttich–Bastogne–Lüttich
Das Ergebnis an der Mauer von Huy am Nachmittag kann den Blick auf Lüttich deutlich verschieben, ändert aber nichts an den Trends der vergangenen Monate. Das Rennen am Wochenende liegt den Kletterern besser: mehr Distanz, deutlich mehr Höhenmeter und voraussichtlich Strategien von UAE und Red Bull - BORA, früh für Ermüdung zu sorgen, um ihren Kapitänen Vorteile zu verschaffen.
Seixas könnte in einem so langen, positionsintensiven Rennen weniger aufblühen. Selbst wenn er darin glänzen würde, nimmt er den Vergleich mit Tadej Pogacar direkt auf: „Wir reden hier womöglich über den besten Fahrer aller Zeiten. Im Moment habe ich nicht das Niveau, um ihn zu schlagen“, sagt er unverblümt.
Der damit verbundene Druck könnte gewöhnlich zerstörerisch wirken, doch das Decathlon CMA CGM Team steuert ihn bislang souverän, entwickelt sich weiter und fährt trotz des grellen Scheinwerferlichts konstant Ergebnisse ein. Seixas weiß, dass er seinen Wert im Peloton beweisen muss. „Ich arbeite daran, der Beste zu werden, aber das musst du Schritt für Schritt in den Rennen belegen“, schließt er.