„Ich konnte keinen Unterschied mehr machen“ – Demi Vollering bleibt beim Giro d’Italia Donne nur der Etappensieg; Anna van der Breggen übersteht Königsetappe

Radsport
Mittwoch, 03 Juni 2026 um 20:48
Vollering
Etappe 5 des Giro d'Italia Women bot stundenlang Hochspannung. In den Dolomiten wurde Anna van der Breggens Führung maximal geprüft, doch Team SD Worx - ProTime verteidigte sie überzeugend. Demi Vollering holte den Etappensieg, verbuchte gegen ihre Landsfrau und frühere Sportdirektorin jedoch nicht mehr als einen moralischen Erfolg.
„Es war ein langer, harter Tag. Wir sind früh offensiv gefahren und wollten in die Ausreißergruppe, was uns mit Lauren und Amber gelungen ist“, sagte Vollering im Ziel. Die Taktik von FDJ United - Suez war frühes Attackieren, damit die Frauen vorne ihre Offensivaktionen unterstützen konnten.
Am Einsatz mangelte es nicht: Vollering attackierte mehrfach über vier harte kategorisierte Anstiege, konnte aber keine Differenz herausfahren. „Sie und Amber haben wirklich einen großartigen Job gemacht. Ich konnte zu Lauren hinüberspringen, damit sie vorne weitermachen konnte. Im Nachhinein war es vielleicht etwas früh, denn bergauf konnte ich keinen Unterschied mehr machen.“
Als Reusser Richtung Finale zurückfiel, fanden die beiden eine Zweckallianz, denn beiden war klar, dass auf der Straße keine Zeit mehr gutzumachen war. Im Schlusssprint einer Vierergruppe holte jedoch die FDJ-Fahrerin den Sieg.
„Alles in allem war es dennoch ein schöner Tag, an dem wir mit allem gefahren sind, was wir hatten.“ Van der Breggens Vorsprung schrumpfte auf exakt 1 Minute, doch eine der gefährlichsten Etappen des Rennens ist abgehakt.

Anna van der Breggen verteidigt die Gesamtführung

Van der Breggen behielt an diesem brutalen Tag das Maglia Rosa und hielt ihren Rivalinnen stark stand. „Das Niveau im Frauenradsport ist gestiegen, die Abstände sind kleiner. Man kann in einem Rennen zu den Besten gehören, aber wenn man danach nicht in Topform ist, schafft man im nächsten kaum die Top 10 – oder nicht einmal das. Es hat etwas gedauert, bis ich wieder auf diesem Level war.“
Mit 36 Jahren bleibt die Niederländerin an der Spitze – und auf einem Niveau, das ihr Vorruhestandsjahr übertrifft. Ende 2021 hatte sie zunächst aufgehört und kehrte 2025 zurück.
„Ich glaube, ich bin jetzt besser als in den Jahren vor meinem Stopp. Das motiviert enorm. Ich bin froh, zurück zu sein, muss mich aber auch gegen eine junge Generation behaupten, die ebenfalls sehr stark ist. Ich freue mich, als eine der ältesten Fahrerinnen hier das Rosa Trikot zu tragen.“

Alter als Vorteil für van der Breggen

Mit dem Alter kommen Erfahrung und auch Ausdauer. 146 Kilometer mitten im Gebirge mit fast 3500 Höhenmetern und einem Peloton voller „Haie“, die auf ihre Führung aus sind, sind ein Kraftakt. Der Colle delle Finestre steht noch bevor, doch in den Dolomiten bestand sie die Prüfung mit Bestnote.
„Es ist eine Mischung aus vielem, denke ich. Ich habe auch meinen Trainingsstil etwas verändert. Es hilft, dass ich etwas älter bin und mehr Erfahrung habe, aber ich komme auch mit längeren Einheiten besser zurecht. Mental ebenfalls. In dieser Hinsicht ist Erfahrung ein Vorteil.“
Vier Etappen bleiben, die nächsten zwei überwiegend flach, was Erholung von den heutigen Mühen ermöglicht. „Wenn man jung ist, hat man andere Vorteile, aber das liegt hinter mir. Man muss mit dem arbeiten, was man hat und wer man ist.“
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