
Tadej Pogacar hat soeben die wohl größte Saison in der Geschichte des Radsports hinter sich gebracht. Er überragt den Sport mit einer dreifachen Krone, die Siege bei Monumenten, Klassikern und Etappenrennen umfasst. Pogacars Leistung ist im modernen Radsport unübertroffen und lässt die Konkurrenz hinter sich. Eine Meinung von Fin Major von CyclingUpToDate.
Es sei jedoch daran erinnert, dass es nur ein Jahr zuvor Jonas Vingegaard war, der Pogacar bei der Tour de France 2023 demontierte, was die Frage aufwirft: Muss Jonas Vingegaard unnötige Kritik einstecken, vor allem im Vergleich zum slowenischen Superstar?
Pogacar's Tanzpartner
Es ist nur natürlich, dass Vingegaard als Pogacars engster Rivale regelmäßig mit dem Leader des UAE Team Emirates verglichen wird. Immerhin haben sie sich bei der Tour de France einen Schlagabtausch geliefert, aus dem Vingegaard sowohl 2022 als auch 2023 als Sieger hervorging. Trotz seiner unglaublichen Erfolge wurde der Däne jedoch auch kritisiert, insbesondere wegen seines defensiven Fahrstils und seiner Abwesenheit bei den Eintagesrennen, bei denen Pogacar erfolgreich ist.
In einer kürzlichen Episode des Podcasts The Move sprach Johan Bruyneel über den Triumph von Pogacar bei der Lombardei-Rundfahrt und darüber, ob das Ergebnis anders ausgefallen wäre, wenn Vingegaard dabei gewesen wäre. "Bei Il Lombardia? pfft nein", sagte Bruyneel abweisend. "Jonas wäre höchstens mit Remco zusammen gewesen. Ich meine, erstens ist er kein Ein-Tages-Rennfahrer. Er könnte es sein, besonders bei dieser Art von Rennen, aber es sieht so aus, als ob er kein Interesse daran hat."
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Bruyneels Äußerungen spiegeln eine gängige Kritik am Fahrer des Teams Visma - Lease a Bike wider: Er sei nicht so vielseitig wie Pogacar. Der Slowene hat bewiesen, dass er in einer Vielzahl von Rennformaten gewinnen kann, während Vingegaard dazu neigt, sich vor allem auf Etappenrennen zu konzentrieren. Auch wenn dieser Unterschied im Rennstil als Makel empfunden werden könnte, ist es wichtig anzuerkennen, dass Vingegaard seine speziellen Fähigkeiten genutzt hat, um Pogacar im prestigeträchtigsten Rennen überhaupt, der Tour de France, zu schlagen.
Im selben Podcast wurde darauf hingewiesen, dass Vingegaards Abwesenheit von den Rennen der letzten Saison auch mit seinem Privatleben zusammenhängt, da der dänische Fahrer vor kurzem ein neues Kind in seiner Familie willkommen geheißen hat. "Ja, aber ein Kind zu haben ist nicht wirklich ein Grund, die Saison zu beenden", konterte Bruyneel. "Ich meine, nach der Tour de France hat er die Polen-Rundfahrt gewonnen. Er hat keine einzige Etappe gewonnen, aber er hat die Gesamtwertung gewonnen. Aber er hat seine Saison ziemlich früh abgebrochen."
Es stimmt zwar, dass Vingegaards Saison früher als erwartet zu Ende ging, aber dabei wird übersehen, dass seine Leistungen bei der Tour de France nichts weniger als spektakulär waren. Schließlich war es Vingegaard, der den Eindruck der Unbesiegbarkeit von Pogacar bei der Tour de France 2022 zerstörte, indem er am Col du Granon eine Meisterleistung ablieferte, die die Radsportwelt verblüffte.
Vor der Tour 2022 galt Pogacar als nahezu unschlagbar. Das änderte sich, als Vingegaard am mächtigen Col du Granon (11,28 km, 9,20 %) 4 Kilometer vor dem Ziel angriff, Pogacar knackte und das Gelbe Trikot übernahm. Dieser Moment war entscheidend für die Umgestaltung der Rivalität zwischen den beiden Fahrern und zeigte, dass Pogacar doch nicht unantastbar war.

Jonas Vingegaard
Bei der Tour 2023 konnte Vingegaard seine Überlegenheit auf ein neues Niveau heben. Das mit Spannung erwartete Einzelzeitfahren auf der 16. Etappe sollte ein entscheidendes Duell zwischen den beiden Rivalen werden, doch Vingegaard ging als klarer Sieger hervor. Pogacar war bei der ersten Zeitkontrolle der Schnellste gewesen, aber Vingegaard war 16 Sekunden schneller und setzte damit den Ton für das, was eine verheerende Leistung werden sollte.
Bis zur zweiten Zeitkontrolle baute Vingegaard seinen Vorsprung auf Pogacar um 31 Sekunden aus. Er entschied sich, sein Rad nicht zu wechseln und seinen Vorsprung weiter auszubauen. Das unermüdliche Tempo des Dänen führte dazu, dass er das Zeitfahren mit einem Vorsprung von 1:38 Minuten vor Pogacar beendete - ein erstaunlicher Vorsprung, der seinen zweiten Tour de France-Titel in Folge so gut wie besiegelte.
Am nächsten Tag knackte Vingegaard Pogacar an den brutalen Hängen des Col de la Loze und zementierte damit seinen Platz als Leitfigur der Tour. Während Pogacars aggressiver und explosiver Stil die Fans in seinen Bann zog, war es Vingegaards methodische und disziplinierte Herangehensweise, die ihm den Sieg beim prestigeträchtigsten Rennen des Sports einbrachte. Ohne Vingegaard hätte Pogacars Leistung im Jahr 2024 für die Fans, die sich an seine Siegesserie gewöhnt haben, noch eintöniger ausfallen können.
Einer der denkwürdigsten Momente der Tour 2024 fand auf der 11. Etappe statt, als Vingegaard Pogacar in einem seltenen Kopf-an-Kopf-Rennen besiegte. Die beiden Fahrer, die zu den besten Kletterern der Welt gehören, gingen im Zentralmassiv aufs Ganze und lieferten sich einen der spannendsten Zweikämpfe der Saison. Am Ende war es Vingegaard, der die Ziellinie als Erster überquerte und Pogacar eine seltene Niederlage in einer ansonsten für ihn unaufhaltsamen Saison zufügte.
Also ja, Pogacar führt im Moment. Aber das kann sich sehr schnell ändern.

Tadej Pogacar
Ein Giro/Tour-Double-Kampf?
Während die Radsportwelt in die Zukunft blickt, kursieren bereits Spekulationen über Vingegaards Pläne für 2025. Nach Berichten italienischer Medien könnte Vingegaard das Giro/Tour-Double anstreben und damit Pogacars Streben nach Grand Tour-Ruhm nachahmen. Doch die Frage bleibt: Muss Vingegaard Pogacars Zeitplan nachahmen, oder sollte er sich weiterhin auf seine Stärken konzentrieren?
Natürlich würden die Radsportfans Vingegaard und Pogacar gerne so oft wie möglich gegeneinander antreten sehen, aber die Realität ist, dass Vingegaards beste Waffe gegen Pogacar sein einzigartiger Rennstil ist. Während Pogacars explosive Attacken oft die Schlagzeilen beherrschen, ist es Vingegaards Fähigkeit, seine Rivalen an den langen, hoch gelegenen Anstiegen zu zermürben, die ihm bei der Tour de France die Oberhand verschafft hat.
Pogacar ist ein Showman, ein Fahrer, der von dramatischen, publikumswirksamen Angriffen lebt. Vingegaard hingegen ist eher zurückhaltend und konzentriert sich auf seine kalkulierte Herangehensweise an das Rennen. Daran ist nichts auszusetzen, denn genau das hat es ihm ermöglicht, Pogacar auf der größten Bühne des Sports zu schlagen.
Die Kritik an Vingegaard, er sei ein defensiver Fahrer oder trete nicht bei Eintagesrennen wie Pogacar an, mag unbegründet sein. Es wäre zwar aufregend, ihn bei den Klassikern oder Monumenten antreten zu sehen, aber Vingegaard hat bereits bewiesen, dass er Leistung bringen kann, wenn es am wichtigsten ist. Sein Erfolg bei der Tour de France 2022 und 2023 zeigt, dass er einen Plan gefunden hat, der funktioniert, und vielleicht sollte er sich daran halten.

Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar
Wenn Vingegaard das Giro/Tour-Double anstrebt, dann sollte er es tun, weil er es will, und nicht, weil er das Bedürfnis hat, Pogacar zu kopieren. Seine Erfolge sprechen bereits für sich, und er hat es nicht nötig, seinen Stil zu ändern, um Kritiker zufrieden zu stellen oder Pogacars zahlreichen Siegen hinterherzufahren. Jonas Vingegaard ist ein eigenständiger Champion, und die Radsportwelt sollte das nicht vergessen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jonas Vingegaard zwar nicht den gleichen extravaganten Stil wie Tadej Pogacar hat, sich aber in den größten Rennen als ebenso effektiv erwiesen hat. Die Kritik, die ihm entgegenschlägt, mag von dem natürlichen Wunsch herrühren, ihn in jedem Rennen Kopf an Kopf mit Pogacar fahren zu sehen, aber Vingegaard hat gezeigt, dass es mehr als einen Weg gibt, um an die Spitze des Sports zu gelangen. Anstatt zu versuchen, jemand zu sein, der er nicht ist, sollte Vingegaard weiterhin seine Stärken nutzen, schließlich haben sie ihn schon zweimal an die Spitze der Tour de France gebracht.
Quereingestiegener Schreiber für Radsport, Tennis oder auch mal Darts.
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- Die 120. Lombardei-Rundfahrt 2026 führt am 10. Oktober 2026 über 239 Kilometer von Bergamo nach Como. Ohne den verletzten Seriensieger Tadej Pogačar ist das Rennen völlig offen, wobei die taktische Ausrichtung der Top-Teams von der Streckenänderung geprägt ist: Der Muro di Sormano entfällt, dafür entscheidet ein anspruchsvoller Schlussrundkurs mit dem Doppelpack aus Civiglio und San Fermo della Battaglia das Rennen. Taktische Ausrichtungen der Favoriten-Teams Soudal Quick-Step (Remco Evenepoel) Frühzeitige Solo-Attacke: Evenepoel setzt nach dem EM-Titel auf ein langes Solo oder eine gut getimte Attacke an den letzten Steigungen (Civiglio/San Fermo), um seine Stärke im gleichmäßigen, hohen Tempo auf den flachen/abfallenden Passagen auszuspielen. UAE Team Emirates-XRG (Brandon McNulty, Isaac del Toro) Offensive Mehrfach-Optionen: Ohne Pogačar fährt das Team mannschaftsdienlich aggressiv. Weltmeister McNulty und Del Toro müssen das Rennen früh schwer machen, können aber durch Überzahl im Finale (mit Yates, Großschartner etc.) taktisch variieren. Red Bull – Bora – hansgrohe (Jai Hindley, Primož Roglič, Giulio Pellizzari) Dreifachspitze & Kontrolle: Das Team verfügt über eine starke Kapitänsdichte. Die Taktik dürfte darauf abzielen, das Rennen in den ersten harten Kilometern und am Ghisallo schwer zu halten und mit verschiedenen Karten im Finale zu attackieren. Lidl – Trek (Giulio Ciccone) Am Rad bleiben & Explosivität: Ciccone bewies bei der EM, dass er steile Anstiege mit den Besten gehen kann. Seine Taktik wird sein, Evenepoel oder andere explosive Fahrer am Civiglio zu kontrollieren und auf seine Sprintstärke im Finale zu setzen. Schlüsselfaktoren für den Rennverlauf Frühe Härte: Bereits in den ersten 80 Kilometern und am Anstieg zur Madonna del Ghisallo wird das Feld ausgedünnt. Helferteams wie UAE oder Red Bull müssen hier früh das Tempo bestimmen. Das Finale (Civiglio & San Fermo): Nach der ersten Überquerung von San Fermo folgt der steile Anstieg nach Civiglio (9,7 % Schnitt), der als Hauptsprungbrett für den entscheidenden Angriff dient. Wer hier eine Lücke reißt, kann über die finale Abfahrt und das letzte Mal San Fermo (5 km bis ins Ziel) durchziehen.gregmann09-10-2026
- Hier ist die Analyse des gestrigen Straßenrennens der Männer-Elite bei den UCI-Straßenrad-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal, Kanada. Da der zweifache Titelverteidiger Tadej Pogačar verletzungsbedingt fehlte, entwickelte sich das Rennen zu einem der unvorhersehbarsten und taktisch chaotischsten WM-Rennen der jüngeren Vergangenheit. Der US-Amerikaner Brandon McNulty krönte sich nach einer sensationellen Soloflucht zum neuen Weltmeister. Er beendete damit eine 33-jährige Durststrecke für die USA (seit Lance Armstrong 1993). Taktische Rennanalyse & Schlüsselmomente 1. Das brutale Ausscheidungsrennen auf dem Mont Royal Die Strecke über 273,4 Kilometer und rund 3.800 Höhenmeter entpuppte sich als echter Scharfrichter. Vor allem die 12 Runden auf dem selektiven Rundkurs in Montréal mit dem steilen Chemin de la Polytechnique zogen dem Hauptfeld kontinuierlich den Zahn. Früh im Rennen begannen die großen Nationen zu attackieren. Mathieu van der Poel zeigte sich enorm aktiv und distanzierte rund 50 Kilometer vor dem Ziel mit einer brutalen Beschleunigung sogar seinen ewigen Rivalen Wout van Aert. 2. Der goldene Moment von Brandon McNulty Nachdem eine namhafte vierköpfige Spitzengruppe um Van der Poel durch eine Tempoverschärfung des mexikanischen Toptalents Isaac del Toro gestellt wurde, herrschte einen Moment lang Uneinigkeit im verbliebenen Elite-Feld. Diesen psychologischen Moment nutzte McNulty exakt 33 Kilometer vor dem Ziel für eine mutige Soloattacke. Niemand reagierte sofort, was sich als der entscheidende Fehler des Rennens herausstellen sollte. 3. Das kollektive Versagen der Verfolger Obwohl McNulty zwischenzeitlich über eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, brachte eine aggressive Verfolgergruppe um Tom Pidcock, Del Toro und den jungen Franzosen Paul Seixas den Abstand 9 Kilometer vor dem Ziel noch einmal auf 10 Sekunden heran. Anstatt das Loch jedoch gemeinsam komplett zuzufahren, begannen taktische Spielchen. Die Fahrer schauten sich gegenseitig an und verweigerten die Führungsarbeit, was McNulty nutzte, um nochmals den Kopf runterzunehmen und das Ding ins Ziel zu retten. 4. Die Geschlagenen: Belgien geht leer aus Das belgische Team reiste als absoluter Topfavorit mit einer Doppelspitze aus Remco Evenepoel (der zuvor sensationell zum vierten Mal in Folge das WM-Zeitfahren gewonnen hatte) und Wout van Aert an. Doch die Taktik ging nicht auf: Van Aert musste der harten Fahrweise Tribut zollen, und Evenepoel fand im Finale nicht die entscheidenden Beine, um die Lücke zu McNulty im Alleingang zu schließen. Am Ende reichte es für Evenepoel nur zu Platz 12.gregmann28-09-2026
- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026








