„Ich fuhr Wouts Rad, und er saß auf meinem“: Pietro Mattio schildert seinen „Moment des Ruhms“ bei Le Samyn

Radsport
Samstag, 07 März 2026 um 10:00
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Die Ename Samyn Classic war ein mit Spannung erwarteter Auftritt von Team Visma | Lease a Bike, denn hier gab Wout van Aert endlich sein Straßen-Debüt der Saison 2026. In der Nachfolge des Siegers von 2025, Mathieu van der Poel, schien der Belgier in einer vielversprechenden Position für den Sieg. Das galt jedoch nur, bis er 10 Kilometer vor dem Ziel offenbar in Glasscherben fuhr und einen Defekt erlitt, was sein Rennen faktisch beendete.
Sofort sprang der junge Teamkollege Pietro Mattio ein und überließ ihm sein Rad. Zu diesem Zeitpunkt war die Spitze jedoch bereits enteilt, und Van Aert musste später noch einmal das Rad wechseln, da das Fahrrad des laut ProCyclingStats 184 Zentimeter großen Italieners für den 190 Zentimeter großen Belgier etwas zu klein war. Am Ende rollte er als 60. ins Ziel, fast zwei Minuten hinter Sieger Jordi Meeus ein.
„Ich war gerade nach der Flucht gestellt worden und wurde langsam müde“, schilderte Pietro Mattio den Vorfall bei SpazioCiclismo.
Der Rest des Feldes bereitete sich auf die Schlussphase vor, während ein Visma-Trikot, Per Strand Hagenes, mit einer langen Solo-Attacke den dezimierten Pulk aushebeln wollte. „Es waren die letzten zehn Kilometer, Wout war unser Mann für den Sprint, weil wir mit Per Strand Hagenes vorne noch eine zweite Option hatten.“
Trotz des ständigen Durcheinanders im Hauptfeld hatte Wout van Aert zu diesem Zeitpunkt noch drei Helfer an seiner Seite. Mit Hagenes voraus schien die Lage für die „Bienen“ komfortabel. Das änderte sich schlagartig, als Van Aert einen Plattfuß erlitt.
„Ich habe nicht lange nachgedacht und ihn sofort gefragt: ‚Soll ich dir mein Rad geben?‘ Er sagte: ‚Schauen wir, ob das Teamauto da ist.‘ Wir sahen, dass es nicht da war, es herrschte kurz Unsicherheit. Sobald klar war, dass keine Teamwagen hinter ihm waren, sagte er: ‚Ja, ja, passt,‘ und ich gab ihm mein Rad.“
Der 21-jährige Italiener ist erst vor dieser Saison ins Profilager gewechselt, hat aber trotz seines Rookie-Status bereits seinen Platz im Klassiker-Team von Visma gefunden. Nach dem Omloop am vergangenen Wochenende steht er nun für seine erste Strade Bianche an diesem Samstag im Aufgebot, erneut an der Seite von Van Aert. Für ihn bleibt das noch immer fast unwirklich.
„Erst später habe ich mir gedacht: ‚Verdammt, ich fahre Wouts Rad und er sitzt auf meinem.‘ Vor vier oder fünf Jahren hätte ich mir das nie vorgestellt“, lacht er.
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