Ein altes Sprichwort sagt: „Am Ende kann in einem Rennen nur einer gewinnen“. Meist stimmt das – aber nicht bei der UMAG Classic 2026! Der kroatische 1.2-Auftakt für viele mitteleuropäische Continental-Teams und WorldTour-Development-Teams brachte bereits Sprinterstars wie Olav Kooij und Matthew Brennan ihre ersten Elitesiege ein. 2026 wurden gleich zwei Namen in die Ehrenliste eingetragen.
Das 142-Kilometer-Rennen gilt traditionell als nervös und häufig von Stürzen geprägt. Die Ausgabe 2026 steuerte jedoch mit nur einzelnen Zwischenfällen glatt auf einen Massensprint zu.
Für den erwarteten Sprint galten Solution Tech-NIPPO-Ralis
Dusan Rajovic sowie Davide Persico und Marceli Boguslawski (2025 sieben Sprintsiege) als Topfavoriten.
Am Ende der rund dreistündigen Hatz schien jedoch der 19-jährige tschechische Sprinter Adam Bradáč (Factor Racing) so überlegen, dass er schon vor der Linie jubelte. Zumindest dachte er das in diesem Moment.
Topfavorit Dusan Rajovic gab nicht auf, warf im letzten Moment sein Rad neben den feiernden Bradáč über die Linie. Einen Augenblick Stille. Wer hat gewonnen? Verspielte Bradáč seinen ersten Elitesieg und zog einen „Alaphilippe“?
Die Jury ließ sich Zeit für die Auflösung – und als der Entscheid kam, staunten alle: Das Rennen hat zwei Sieger.
Nach eingehender Auswertung des Zielfotos erkannte die Jury keinen klaren Unterschied zwischen den Vorderrädern von Bradáč und Rajovic und wertete auf Unentschieden. Beide teilen sich damit Trophäe und den Titel „Sieger“. Ex-Profi Erik Fetter (United Shipping) komplettierte das Podium.
Ein herzerwärmendes Finale – auch wenn Hardcore-Fans bedauern dürften, die UCI-Regel zum „Dead Heat“ nicht in Aktion gesehen zu haben. (Bei einem Gleichstand um Platz 1 gäbe es ein 1-Kilometer-Duell Mann gegen Mann um den Sieg.)