Das Duell zwischen
Mads Pedersen und
Mathieu van der Poel kehrt in der
E3 Saxo Classic auf die Bühne zurück – mit den Erinnerungen an die vergangene Ausgabe. Damals kämpfte der Däne um den Sieg, ehe er am ikonischen Oude Kwaremont nachgab, wo der Niederländer die entscheidende Attacke setzte und solo ins Ziel fuhr. Pedersen musste sich mit Rang zwei begnügen.
Analyse zur E3 Saxo Classic: Pedersen sucht Revanche gegen Van der Poel
Beide Fahrer stehen am Freitag erneut am Start bei einem rund 209 Kilometer langen Rennen mit vertrauten Anstiegen wie dem Paterberg, dem Taaienberg und natürlich dem Oude Kwaremont.
In dieser Ausgabe gibt es gegenüber 2025 eine Streckenänderung: Das Peloton bewältigt Taaienberg und Oude Kwaremont zweimal, allerdings von unterschiedlichen Seiten. Das erhöht die Anforderungen in einer ohnehin selektiven Klassikerprüfung.
Die E3 Saxo Classic gilt vielen als Generalprobe für die Flandern-Rundfahrt, weil sie große Teile von deren Pavé- und Helling-Sequenzen teilt. Von einer bloßen Vorbereitung kann jedoch keine Rede sein – die Härte der E3 ist unbestritten.
Der Ex-Profi und heutige Analyst
Matti Breschel bringt es auf den Punkt: „Es ist eines der härtesten Rennen im gesamten Kalender. Man nennt es Mini-Flandern, aber alle Anstiege sind komprimiert, einer nach dem anderen.“ Und er ergänzt: „Es ist brutal schwer und extrem schwer zu gewinnen.“
Typisch für diese Klassiker: Das Rennen zerbricht meist weit vor dem Finale – das wird auch diesmal erwartet. „Es wird ein großes Rennen, ein echter Schlagabtausch. Aggressivität zahlt sich aus, deshalb wird früh von weit her gefahren“, erklärt Breschel.
Der Schlüsselpunkt könnte am Taaienberg liegen: „Das Finale beginnt relativ früh, rund um den Taaienberg, und davor gibt es bereits so etwas wie ein Vorfinale. Ab da kann alles passieren.“
Mads Pedersen zählt zu den Topfavoriten der E3 Saxo Classic 2026
Pedersen muss seine Kräfte dosieren
Pedersens Form war bei der jüngsten Mailand–Sanremo deutlich sichtbar, seine Vorbereitung wirft jedoch Fragen auf. „Ich glaube, er ist hoch motiviert, so kenne ich ihn. Aber er muss realistisch bleiben, denn er hat eine Zeit lang nicht genügend Kilometer gesammelt“, meint Breschel.
Das könnte sich im Rennverlauf bemerkbar machen: „Vielleicht bekommt er mit zunehmender Distanz Probleme, auch wenn er so gut ist, dass man ihn nie abschreiben darf.“ Entsprechend könnte seine Taktik leicht anders ausfallen: „Er muss möglicherweise defensiver fahren als sonst, aber er wird sicher prägend sein.“
Topfavorit bleibt Van der Poel, der seine Überlegenheit im Vorjahr demonstrierte. „Ich denke, er gewinnt. Dieses Rennen liegt ihm perfekt, und er schreibt gerade Geschichte“, sagt Breschel.
Zuletzt zeigte der Niederländer jedoch kleine Fragezeichen: „In Sanremo wirkte er in einigen Momenten etwas auf Kante, zeigte kleine Schwächen. Das wird man sehen müssen.“ Sein Leistungslimit bleibt dennoch der Maßstab: „Erreicht er sein Topniveau, fährt er alle in Grund und Boden.“