Marlen Reusser vor Rückkehr: Comeback nach schwerem Sturz – Liane Lippert immerhin Movistar-Kapitänin

Radsport
Dienstag, 31 März 2026 um 13:46
Demi Vollering, Marlen Reusser, Anna van der Breggen
Knapp zwei Monate nach ihrem schweren Sturz bei der UAE Tour steht Marlen Reusser vor ihrer Rückkehr ins Renngeschehen. Die Schweizer Zeitfahr-Weltmeisterin führt am Mittwoch gemeinsam mit Liane Lippert das Movistar Team bei Dwars door Vlaanderen an und gibt damit ihr mit Spannung erwartetes Comeback auf WorldTour-Niveau.
„Ich bin nicht in Topform, aber solide unterwegs“, erklärte Reusser im Vorfeld des Rennens. Nach der langen Zwangspause gehe es vor allem darum, wieder Rennhärte zu sammeln und den Körper schrittweise an die Belastung heranzuführen. Dwars door Vlaanderen dient dabei als wichtiger Formtest vor der Flandern-Rundfahrt am 5. April, einem der prestigeträchtigsten Klassiker im Kalender.

Schwerer Sturz mit Folgen

Der Unfall bei der UAE Tour hatte gravierende Konsequenzen. Im Finale der zweiten Etappe konnte Reusser bei hohem Tempo nicht mehr ausweichen, nachdem mehrere Fahrerinnen vor ihr zu Fall gekommen waren. Sie überschlug sich und erreichte zwar noch das Ziel, doch die anschließenden Untersuchungen im Krankenhaus bestätigten mehrere Verletzungen: Probleme an der Hand, eine lädierte linke Schulter sowie eine tiefe Rissquetschwunde am linken Knie.
Vor allem die Schulter bereitete in den Wochen danach immer wieder Schwierigkeiten. „Es war ein längerer Prozess als erhofft“, ließ Reusser durchblicken. Das ursprünglich geplante Comeback bei der Strade Bianche Anfang März musste deshalb verschoben werden.

Schrittweise zurück zur Form

Inzwischen hat sich der Gesundheitszustand der 32-Jährigen deutlich verbessert. Reusser konnte ihr Training kontinuierlich steigern und absolvierte zuletzt wieder intensive Einheiten auf dem Rad. Dennoch bleibt sie realistisch: Ein sofortiger Kampf um den Sieg ist eher unwahrscheinlich.
Vielmehr steht die Stabilisierung der Form im Fokus. In Belgien wird sie voraussichtlich eine unterstützende Rolle einnehmen, während Teamkollegin Liane Lippert als mögliche Kapitänin für das Finale gilt. Reusser könnte insbesondere auf den flacheren Passagen und im Kampf um die Positionierung eine wichtige Rolle spielen.

Blick auf die Klassiker und die Vuelta

Die Teilnahme an Dwars door Vlaanderen ist Teil eines klar strukturierten Aufbauplans. Nach der Flandern-Rundfahrt wird Reusser für zwei Wochen ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada reisen. Dort soll die Grundlage für die kommenden Höhepunkte gelegt werden.
Ein zentrales Ziel ist die Vuelta a España, die am 3. Mai beginnt. Die Rundfahrt gilt als wichtiger Gradmesser für die zweite Saisonhälfte und bietet Reusser die Möglichkeit, sowohl im Zeitfahren als auch im Gesamtklassement Akzente zu setzen.

Comeback mit Perspektive

Auch wenn Reusser noch nicht bei 100 Prozent ist, zeigt ihr Comeback eine klare Richtung. Die Rückkehr ins Peloton erfolgt kontrolliert und mit Blick auf die großen Ziele der Saison. Sollte die Entwicklung wie geplant verlaufen, könnte die Schweizerin bereits in den kommenden Wochen wieder zu den prägenden Fahrerinnen im internationalen Frauenradsport zählen.
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