„Lipowitz bestätigt seinen Status als Best of the Rest hinter Pogacar und Vingegaard "– Voigt setzt ihn bei der Tour de France 2026 vor Roglic und Evenepoel ein
Radsport
Während sich der Staub nach der Präsentation der Tour-de-France-Route 2026 legt, sieht der ehemalige Profi Jens Voigt Florian Lipowitz als mögliche Schlüsselfigur in der kommenden Tour-Hierarchie von Red Bull – BORA – hansgrohe. Der 54-jährige Eurosport-Analyst geht sogar so weit, seinen deutschen Landsmann vor Primož Roglič und dem bald startenden Remco Evenepoel einzuordnen.
Voigt, der 2013 bei der Tour an einem Tag zweimal die Alpe d’Huez erklomm, hat Lipowitz’ Saison 2025 genau verfolgt und ist überzeugt, dass der 25-Jährige den beiden dominierenden Grand-Tour-Fahrern auf den Fersen ist.
„Lipowitz hat bewiesen, dass er der Beste vom Rest ist – hinter Pogacar und Vingegaard“, sagte Voigt zu Eurosport. „Er kann realistisch wieder das Podium anpeilen. Dieses Jahr hat er gezeigt, dass ihm nur ein Prozent fehlt, um mit diesen beiden mithalten zu können.“
Hierarchietest vom ersten Tag an
Voigt erwartet, dass das erste Mannschaftszeitfahren in Barcelona die ersten Spannungen innerhalb des Führungstrios von Red Bull offenbaren wird. Eine neue Regel besagt, dass die Zeit des ersten Fahrers, der die Ziellinie überquert, und nicht des vierten Fahrers gemessen wird – was früher eine gemeinsame Anstrengung war, wird nun zu einem frühen Test der internen Hierarchie.
„Bei Red Bull wird sich am ersten Tag alles um die Rangordnung drehen“, erklärte Voigt. „Keiner will am Schlussanstieg auf den Montjuïc Zeit auf die anderen verlieren. Wenn einer die anderen abhängen kann, macht er nichts falsch – jeder muss einfach so schnell fahren, wie er kann. Aber das könnte zu interner Rivalität führen.“
Diese Dynamik könnte durch die bevorstehende Ankunft von Remco Evenepoel noch komplizierter werden. Der Belgier, dreifacher Weltmeister im Zeitfahren und Vuelta-Sieger 2022, gilt als glaubwürdigster Herausforderer von Tadej Pogacar und Jonas Vingegaard. Voigt warnte jedoch, dass die Strecke 2026 möglicherweise nicht optimal zu ihm passt.
„Für Remco ist es nicht ideal“, bemerkte er. „Es gibt nur ein Einzelzeitfahren über 26 Kilometer. Wahrscheinlich hätte er sich ein paar mehr Kilometer gegen die Uhr gewünscht – vielleicht sogar ein Einzelzeitfahren zu Beginn des Rennens.“

Brutale Route wird die Unvorbereiteten bestrafen
In drei Wochen und auf rund 3.000 Kilometern sieht Voigt einen Parcours, der nur die stärksten Teams belohnt – allen voran UAE Team Emirates – XRG, Team Visma | Lease a Bike und Red Bull – BORA – hansgrohe.
„Ohne Krankheit oder Stürze werden wir wahrscheinlich das gleiche Podium wie in diesem Jahr sehen“, prognostizierte Voigt. „Die Strecke ist so anspruchsvoll, dass es kaum Raum für Überraschungen gibt. Man braucht ein sehr starkes Team, denn es liegt viel Arbeit vor uns. Schon nach der ersten Woche werden wir eine klare Vorstellung davon haben, wohin diese Tour führt.“
Er fügte hinzu, dass der scheinbar sanfte katalanische Auftakt die Fahrer in die Irre führen könnte: „Es ist ein fahrerfreundlicher Start, aber die Favoriten des Gesamtklassements müssen vom ersten Tag an auf der Hut sein. Schon der erste Anstieg auf dem Montjuïc wird das Klassement beeinflussen.“
"Eine Angstbühne für alle"
Wenn die erste Woche darauf ausgelegt ist, die Teilnehmer zu überrumpeln, so ist das Finale in den Alpen darauf ausgelegt, sie zu brechen. Der letzte Bergblock der Tour bietet zwei Gipfelankünfte auf der Alpe d'Huez - eine historische Premiere - mit mehr als 5.500 Höhenmetern allein am vorletzten Tag.
"Zwei Gipfelankünfte in Folge auf der Alpe d'Huez - das hat es noch nie gegeben", sagte Voigt. "Für die Domestiken ist es ein Todesurteil, für die Kletterer und die Klassementfahrer geht es noch um alles. Es wird eine unglaublich harte Etappe - eine Angstetappe für alle."
Voigt glaubt, dass, wenn Pogacar wie erwartet dominiert, der finale Showdown lediglich seine Vorherrschaft bestätigen wird. Sollte der Slowene jedoch eine Schwäche zeigen, "könnte das ganze Rennen auf den Kopf gestellt werden", wenn die Angriffe über den Col de la Croix de Fer und den Col de Sarenne explodieren.
Wachablösung?
Während Pogacar und Vingegaard weiterhin das Maß aller Dinge bleiben, deutet Voigts Vertrauen in Lipowitz darauf hin, dass Red Bull seine Tour-Strategie künftig zunehmend um den jungen Deutschen herum gestalten könnte.
„Lipowitz hat gezeigt, dass er ruhig und effizient ist und mit den Besten klettert“, sagte Voigt. „Er ist genau da – das letzte Prozent ist alles, was noch fehlt.“
Mit einem anspruchsvollen Parcours, unbeständiger Teamdynamik und einem frühen Test der Hierarchie in Barcelona ist Voigt überzeugt, dass die Tour de France 2026 vor allem Geduld, Widerstandsfähigkeit und Teamstärke belohnen wird – Qualitäten, die Lipowitz seiner Meinung nach bereits zu beherrschen begonnen hat.
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- Die taktische Ausrichtung beim Straßenrennen der Männer-Elite bei den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2026 in Montréal wird maßgeblich durch zwei Faktoren bestimmt: das Fehlen des verletzten Titelverteidigers Tadej Pogačar und das Verbot von Teamfunk ("No Race Radios"). Dadurch bricht die gewohnte Dominanz und Kontrolle klassischer World Tour-Teams weg. Das Rennen über 273,7 Kilometer und 3.803 Höhenmeter entwickelt sich zu einem hochgradig unvorhersehbaren Ausscheidungsfahren auf den 12 Runden rund um den Mont Royal. Die taktischen Hauptszenarien & Teamstrategien Nation / Fahrertyp Taktischer Ansatz & Ausrichtung Belgien (Evenepoel & Van Aert) Doppelspitze mit Rollenteilung: Geht als die kontrollierende Großmacht ins Rennen. Die Taktik sieht vor, mit Remco Evenepoel frühzeitig oder aus der Distanz zu attackieren, um die Konkurrenz zur Nacharbeit zu zwingen. Sollte diese Gruppe zurückgeholt werden, lauert Wout van Aert im reduzierten Feld für ein spätes Finale oder einen Sprint. Klassikerjäger (Mathieu van der Poel / Pedersen) Abwartende Trittbrettfahrer-Taktik: Fahrer wie Mathieu van der Poel wissen, dass der Kurs mit 3.800 Höhenmetern an ihrer absoluten Belastungsgrenze kratzt. Ihre Taktik baut darauf, Allianzen mit anderen Nationen einzugehen, Angriffe am Berg zu neutralisieren und die Entscheidung auf das ansteigende falsche Flachstück der Zielgeraden zu vertagen. USA & Außenseiter (McNulty, Simmons, Del Toro) Frühzeitige Offensive ("Chaos-Taktik"): Da Fahrer wie Isaac del Toro (Mexiko) kaum Helfer im Nationalteam haben, müssen sie das Rennen frühzeitig öffnen. Die USA nutzt ihre enorme Kaderbreite (Brandon McNulty, Quinn Simmons, Matteo Jorgenson), um in wechselnden Zwischengruppen vertreten zu sein und Belgien die Kontrollarbeit aufzuzwingen. Deutschland (Lipowitz, Schachmann) Reaktive Außenseiterrolle: Ohne absoluten Top-Favoriten setzt der BDR darauf, sich in Gruppen zu platzieren (z. B. durch Schachmann, Zimmermann oder Brenner). Florian Lipowitz agiert als geschützter Fahrer für das schwere Finale in den letzten Runden. Strategische Schlüsselfaktoren auf der Straße Entscheidung ohne Funkgeräte: Da Anweisungen aus dem Auto fehlen, müssen die Fahrer das Rennen selbst lesen. Wer eine rennentscheidende Gruppe verpasst, muss instinktiv reagieren. Dies führt oft zu taktischen Fehlern bei den Favoriten und erhöht die Chancen für mutige Ausreißer. Das Ausscheidungsfahren am Mont Royal: Der giftige Anstieg Côte Camillien-Houde (1,8 km bei 8 %) sowie die Côte de la Polytechnique (über 11 % in Spitzen) sieben das Feld mit jeder der 12 Runden weiter aus. Die Taktik verschiebt sich von "Kräfte sparen" in der ersten Rennhälfte hin zu einem brutalen Positionskampf vor den Anstiegen im Finale. Das falsche Flachstück im Ziel: Wer am Ende einer Gruppe den WM-Titel unter sich ausmacht, benötigt nach 274 Kilometern enorme Endschnelligkeit an einer rampenartigen Zielgeraden. Ein zu früher Antritt ist hier taktischer Selbstmord.gregmann27-09-2026
- WAS FÜR EIN FINALE!!!!! Das WM-Straßenrennen der Frauen Elite 2026 in Montréal lieferte ein absolut dramatisches und taktisch hochkomplexes Finale. Am Ende krönte sich die Topfavoritin Demi Vollering (Niederlande) nach einem packenden Schlagabtausch und taktischen Spielchen zur neuen Weltmeisterin. Sie schüttelte auf den letzten Kilometern ihre verbliebene Kontrahentin Kasia Niewiadoma ab.Der Rennverlauf und die SchlüsselszenenDer Solo-Vorstoß von Vollering: Gut 38 Kilometer vor dem Ziel zündete Demi Vollering die entscheidende Rakete. Sie setzte sich alleine vom restlichen Feld ab und baute schnell einen Vorsprung auf.Die gnadenlose Verfolgung: Dahinter formierte sich eine hochkarätige Verfolgergruppe, angeführt von der Polin Kasia Niewiadoma-Phinney und der Italienerin Elisa Longo Borghini. Da bei Weltmeisterschaften kein Rennfunk („No Race Radios“) erlaubt ist, mussten die Fahrerinnen die Situation komplett eigenständig auf der Straße lösen.Der Zusammenschluss und der Konter: 15 Kilometer vor dem Ziel schien Vollerings Solo beendet. Niewiadoma und Longo Borghini schlossen zusammen mit der Französin Juliette Berthet zur Spitzenreiterin auf. Die Italienerin Longo Borghini fackelte nicht lange und ging auf der letzten Runde sogar kurzzeitig selbst in die Offensive.Das entscheidende Pokerspiel: Da sich Vollering und Niewiadoma an der Spitze zeitweise uneinig waren und taktierten, blieb das Rennen bis zum Schluss offen. Rund 4 Kilometer vor dem Ziel setzte Vollering jedoch die finale, alles entscheidende Attacke. Niewiadoma konnte dem Antritt nichts mehr entgegensetzen.gregmann26-09-2026
- Die taktische Ausgangslage beim UCI WM-Straßenrennen der Frauen-Elite in Montréal 2026 wird maßgeblich durch den schweren, 180,4 Kilometer langen Kurs (2.570 Höhenmeter) und die acht Runden auf dem selektiven Mont-Royal-Rundkurs bestimmt. Da Funkverbindungen („No Race Radios“) bei Weltmeisterschaften verboten sind, müssen die Teams ihre Strategien rein auf der Straße adaptieren.Die voraussichtlichen Teamtaktiken der großen Radsport-Nationen gliedern sich wie folgt: 🇳🇱 Niederlande: Das Rennen brutal schwer machen. Die Ausgangslage: Mit Demi Vollering stellen die Niederländerinnen die absolute Topfavoritin, die nach einer überragenden Saison das Regenbogentrikot jagt. Die Taktik: Das niederländische Team verfügt traditionell über die größte Dichte an Starfahrinnen (u.a. Puck Pieterse). Ihre Strategie wird darauf abzielen, das Rennen auf den acht Runden am Mont-Royal frühzeitig zu animieren. Um sprintstarke Konkurrentinnen wie Kopecky abzuschütteln, werden sie an den giftigen Rampen wie der Voie Camillien-Houde (2,3 km bei 6,2 %) ein mörderisches Tempo anschlagen, um das Feld zu dezimieren und Vollering für eine späte Solo-Attacke oder ein Duell aus einer kleinen Spitzengruppe zu lancieren. 🇧🇪 Belgien: Kopecky beschützen und isolieren Die Ausgangslage: Die zweifache Weltmeisterin Lotte Kopecky ist die größte Gefahr für ein Solo der Bergfahrerinnen. Sie bringt die perfekte Mischung aus Bergfestigkeit und einem mörderischen Zielsprint mit.Die Taktik: Belgien wird defensiver agieren als die Niederlande. Die Helferinnen müssen dafür sorgen, dass Kopecky bei den harten Tempoverschärfungen an den Anstiegen nicht den Anschluss verliert und gleichzeitig Konterattacken neutralisieren. Das Ziel ist es, Kopecky in einer reduzierten Gruppe über die letzte Rampe (Avenue Pagnuelo) und auf die leicht ansteigende Zielgerade zu bringen, wo sie im Sprint kaum zu schlagen ist 🇮🇹 Italien: Aggressives Forechecking mit Longo Borghini Die Ausgangslage: Elisa Longo Borghini befindet sich in herausragender Form (Sieg im WM-Mixed-Relay, starke Platzierung im WM-Zeitfahren).Die Taktik: Italien kann es sich nicht leisten, auf den Zielsprint zu warten. Ihre Taktik wird ein cleveres, aggressives Forechecking sein. Sie werden versuchen, Fahrerinnen in gefährliche Zwischengruppen zu schicken, um die Niederlande und Belgien zur Nacharbeit zu zwingen, damit Longo Borghini in den letzten zwei Runden den entscheidenden, harten Punch setzen kann. 🇩🇪 Deutschland: Die Underdog-Rolle und taktische Geschlossenheit Die Ausgangslage: Das BDR-Aufgebot reist ohne die eine, alles überragende Favoritin an, schickt aber ein extrem geschlossenes und formstarkes Quintett um Franziska Koch (Bronze im EZF), Liane Lippert, Antonia Niedermaier und Ricarda Bauernfeind ins Rennen. Die Taktik: „Taktische Flexibilität“ ist das deutsche Stichwort. Da man nicht die Last hat, das Rennen kontrollieren zu müssen, wird das Team versuchen, in den ersten Runden des Stadtkurses Kräfte zu sparen und bei gefährlichen Vorstößen stark besetzter Gruppen präsent zu sein. Sie werden darauf spekulieren, dass sich die großen Blöcke (Niederlande/Belgien) gegenseitig neutralisieren oder uneinig sind, um mit Lippert oder Koch im Finale um die Medaillen zu pokern. 🇨🇦 Kanada & Weitere Einzelkämpferinnen: Die Gunst des Chaos nutzenTitelverteidigerin Magdeleine Vallières (Kanada) und Fahrerinnen wie Kasia Niewiadoma (Polen) oder Kim Le Court (Mauritius) besitzen keine riesigen Helferteams. Ihre Taktik muss rein reaktiv und opportunistisch sein: Sie werden direkt am Hinterrad von Vollering und Kopecky kleben und auf den Moment setzen, in dem die großen Teams taktische Fehler begehen, um genau wie im Vorjahr im entscheidenden Moment wegzuspringengregmann26-09-2026









