Die Vuelta a España sucht weiter nach neuen Wegen, ein jüngeres, weniger traditionelles Publikum zu erreichen. Die Präsenz von Content Creators ist zu einer der Wetten des Rennens geworden, um die Reichweite in sozialen Medien zu vergrößern, auch wenn die Strategie in den letzten Tagen von der Kontroverse um
Erola Jons überlagert wurde. Mitten in dieser Debatte erlebte TheGrefg am Dienstag einen ganz anderen Tag bei einem Besuch bei UAE Team Emirates-XRG.
Der bekannte spanische Content Creator, einer der größten Namen der Digitalszene, schaute während der Vuelta im Setup des Emirati-Teams vorbei, um aus nächster Nähe zu sehen, wie eine der stärksten Strukturen im Peloton funktioniert. Sein Besuch brachte den Radsport einer Community näher, die oft nicht dieselbe Bindung an den Sport hat wie das übliche Vuelta-Publikum.
Die Erfahrung hinterließ auch bei Joxean Fernández Matxin Eindruck. Der Head of Sport von UAE teilte ein Foto mit TheGrefg und Pablo Torres und stellte öffentlich die Haltung des Influencers während seiner Zeit beim Team heraus.
„Heute Morgen hatten wir Besuch von TheGrefg, einem Influencer mit mehr als sieben Millionen Followern auf Instagram. Ein echter Ass. Höflich, respektvoll, lernwillig und bereit, die Atmosphäre zu genießen, ohne jemanden zu stören“,
schrieb Matxin in seinen sozialen Kanälen.
Respekt vor dem Radsport als Schlüssel für den warmen Empfang des YouTubers
Die Botschaft des spanischen Managers unterstreicht einen Kernpunkt der Debatte dieser Vuelta-Ausgabe: wie Content Creators integriert werden können, ohne den Ablauf eines Profirennens zu stören oder mit den Abläufen klassischer Medien zu kollidieren.
Im Fall von TheGrefg kam der Zugang zum Radsport aus einer anderen Perspektive. Es ging nicht darum, journalistische Aufgaben zu übernehmen oder Bereiche zu besetzen, die für professionelle Berichterstattung reserviert sind, sondern den Arbeitsalltag eines WorldTour-Teams zu verstehen und diese Erfahrung mit seiner Community zu teilen.
Der Creator sprach mit Mitarbeitenden von UAE, bekam Einblick in interne Abläufe und erfuhr, wie der Tagesrhythmus eines Teams während einer dreiwöchigen Rundfahrt funktioniert. So ließ sich einem Massenpublikum eine Seite des Radsports zeigen, die sonst außerhalb des Bildes und der Live-Übertragung bleibt.
„Wir hatten eine sehr angenehme Zeit, haben geplaudert, ihm unsere Arbeitsweise gezeigt und einen ruhigen, positiven Morgen geteilt“, erklärte Matxin und schloss seinen Beitrag mit einer offenen Einladung: „So sollte es sein. Danke fürs Kommen, Grefg. Du bist immer willkommen.“
Sind Influencer bei Großereignissen notwendig?
Die Szene erhält zusätzliche Bedeutung nach der Kontroverse um Erola Jons. Die Debatte stellt nicht nur die Präsenz von Influencern bei der Vuelta infrage, sondern auch die nötige Kohärenz zwischen Profil, Rolle und zu produzierendem Inhalt.
TheGrefg zeigt dagegen das Potenzial dieser Strategie, wenn sie den Radsport aus einer anderen Perspektive erzählt. Seine Millionen Follower machen jede Vuelta-nahe Erfahrung zu einer möglichen Eintrittspforte für neue Fans, besonders beim jungen Publikum.
Für die Rundfahrt geht es nun um Balance. Creator können das Image des Radsports modernisieren und die Reichweite vervielfachen, doch Erfahrungen wie die von TheGrefg zeigen, dass es dafür nicht nötig ist, sie zum Mittelpunkt der Nachrichten zu machen. Oft reicht es, die Türen zu öffnen, zu zeigen, was innen passiert, und sie die Geschichte auf ihre Weise erzählen zu lassen.